Protektionismus und Freihandel

Zwischen und nahm der Handel mit Waren im jährlichen Durchschnitt um 6,1 % zu und weitete sich damit schneller aus, als die Produktion (3,9 %).

Über den Warenhandel hinaus hat sich auch der Handel mit Dienstleistungen erheblich ausgeweitet. Sicherung der Umweltqualität kann auf vielfältige Weise von der Wirtschaftspolitik erreicht werden. Allerdings sind die entwicklungs-, umwelt- und sozialpolitischen Folgen des Freihandels umstritten. Da Investitionsschutzklagen oft der Geheimhaltung unterliegen und keine Berufungsmöglichkeiten gegen die Entscheidungen der Schiedsgerichte vorgesehen sind, fehlen demokratische und juristische Kontrollmöglichkeiten.

Formen des Protektionsmus

Freihandel (englisch free trade) ist in der Wirtschafts-und Außenhandelspolitik ein internationaler Handel, bei dem weder Handelshemmnisse bestehen, noch repressive Außenhandelsinstrumente zum Einsatz kommen und auch keine Handelskriege ausgetragen werden.

Das Augenmerk lag hier noch auf den beteiligten Staaten und ihren jeweiligen Staatseinnahmen. Besonders die Wissenschaftler setzten sich für den Freihandel ein. Adam Smith erhob den Freihandel zum Grundpfeiler seiner Wirtschaftslehre. Smiths Theorie der absoluten Kostenvorteile hatte allerdings zur Konsequenz, dass ein Land, das bei der Produktion keines Guts einen absoluten Kostenvorteil gegenüber den anderen Ländern aufweist, nicht gewinnbringend am Welthandel teilnehmen kann.

Smith billigte zwar den Freihandel, betrachtete ihn jedoch als Utopie. Rückschläge kamen im Freihandel weiterhin vor. So verbot England den Export von Maschinen.

Die Aufhebung der Navigation Acts beseitigte Importbeschränkungen und vereinfachte die Einfuhr ausländischer Waren. Dieser sah in seinem Artikel V die Meistbegünstigung zwischen den Vertragsparteien vor. Aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung der Vertragsparteien suchten immer mehr Staaten präferentiellen Zugang insbesondere am französischen Markt.

Das Resultat war ein Netzwerk an Freihandelsverträgen, die alle auf dem Prinzip der Meistbegünstigung aufbauten. Marktöffnung und ein Freihandel mit sehr ungleichen Austauschbeziehungen wurden von den europäischen Mächten, vor allem von England, sowie von den USA jedoch auch gewaltsam durchgesetzt und militärisch abgesichert.

China, das bis etwa einen Handelsbilanzüberschuss gegenüber Europa erzielt hatte, wurde innerhalb kurzer Zeit zur europäischen Halbkolonie. Ungleiche Verträge mit Japan ab. Nach dem Börsencrash vom Mai Gründerkrach ging die deutsch Reichsregierung von ihrer den Freihandel begünstigenden Linie ab. Das Freihandelsnetzwerk kam zusätzlich ab durch billige Getreideimporte aus Russland und den USA unter Druck, was zu vereinzelten Handelskriegen führte, jedoch erst mit dem Ausbrechen des Ersten Weltkriegs und damit nicht primär aus wirtschaftlichen Gründen zu Fall.

Der für Freihandel plädierende John Maynard Keynes schrieb Die USA praktizierten eine allgemeine Isolationspolitik. Die Weltwirtschaftskrise von Schwarzer Freitag schöpfte, als sie einmal ausgebrochen war, einen Teil ihrer Dynamik daraus, dass die Länder, angestachelt vom wirtschaftlichen Kollaps, ihre Grenzen für ausländische Produkte schlossen, und so mit dem Zerschlagen des zwischenstaatlichen Handels auch die Wirtschaft abermals unter Druck setzten.

Handelsbeschränkungen nahmen seitdem im Welthandel tendenziell ab. Seitdem ist die Tendenz erkennbar, dass statt des durch die Welthandelsorganisation zu fördernden Multilateralismus die Staaten auf bilaterale Freihandelsabkommen zurückgreifen wie etwa beim Umfassenden Wirtschafts- und Handelsabkommen mit Kanada September oder dem Freihandelsabkommen EU-Japan Juli Die fortschreitende Freihandelspolitik war eine Grundlage der Globalisierung , deren Auswirkungen kontrovers diskutiert werden.

Globalisierungskritiker sehen die Gefahr von Ausbeutung und Zementierung bestehender Gefälle sowie die Untergrabung der Wirtschaftspolitik der Nationalstaaten. Ökonomen wie Jagdish Bhagwati weisen jedoch darauf hin, dass beispielsweise in Indien und China die Armut zwischen und , zwei Jahrzehnten beschleunigter Integration in die Weltwirtschaft, dramatisch zurückgegangen sei.

Viele Industrieländer schotten sie sich mit Handelsschranken auf den Märkten, z. Durch hohe Agrarsubventionen wird vielen Entwicklungsländern der Marktzugang verwehrt.

Über den Warenhandel hinaus hat sich auch der Handel mit Dienstleistungen erheblich ausgeweitet. Unter dem Einfluss der Globalisierung und zunehmenden Internationalisierung sind strukturelle Veränderungen im Welthandel zu beobachten. Der Anteil des Handels mit bergbaulichen und agrarischen Rohstoffen wuchs nicht so stark wie der Handel mit Halbfertig- und Fertigwaren aus der industriellen Produktion.

Dazu hat beispielsweise die Verlagerung von Fertigungsprozessen aus Westeuropa nach Ostasien beigetragen. Bestimmend ist aber nach wie vor, dass die Industrieländer ihre technologisch anspruchsvollen Industrieprodukte gegen die arbeits- und rohstoffintensiven Erzeugnisse der Entwicklungsländer austauschen. Einzelnen Schwellenländern ist es allerdings gelungen, in typische Exportdomänen der Industrieländer einzudringen, z. Elektronik und Elektrotechnik, Automobile.

Zu den Herausforderungen, die der globale Austausch von Waren und Dienstleitungen mit sich bringt, gehört die Bewältigung des grundlegenden Konflikts zwischen Freihandel und Protektionismus.

Darunter wird der internationale Austausch von Waren und Dienstleistungen verstanden, der frei von jeglicher handelspolitischer Beeinflussung ist. Freihandel soll für alle Beteiligten zur Steigerung von Wohlstand führen. Eingeführt werden sollen dagegen jene Güter, die in anderen Ländern mit geringeren Kosten produziert werden.

Damit wurden Voraussetzungen geschaffen, mehr Wohlstand zu erreichen. Westeuropa ist nach wie vor die führende Exportregion, gefolgt von Nordamerika und Asien. Besonders zugenommen hat die Bedeutung Asiens als Exportregion, bedingt durch starke Exportzuwächse in Japan und in den Schwellenländern. Diese Ländergruppe ist allerdings in sich sehr heterogen. Einige Länder profitieren vom Export von Erdöl und arbeitsintensiven Industrieprodukten.

Dazu gehören die zunehmende Regionalisierung durch die Bildung von Wirtschaftsblöcken und Freihandelszonen sowie der staatliche Protektionismus, die den freien Welthandel behindern. Die Wirtschaftsblöcke und Freihandelszonen fördern zweifellos die Integration ihrer Mitglieder und den Handel zwischen ihnen. Sie wirken aber oft diskriminierend gegenüber Nichtmitgliedern, indem sie ihnen den freien Zugang zu ihren Märkten versperren.

Der freie Handel wird dadurch behindert. Inländische Produzenten sind bestrebt, sich vor billiger oder besserer ausländischer Konkurrenz zu schützen. Viele Entwicklungsländer versuchen, Importe von Industriegütern zum Schutz der eigenen, teilweise noch jungen Industrie sowie zur Einsparung von Devisen zu reglementieren oder zu verhindern.

Aber auch viele Industrieländer wollen die eigene Industrie durch Einfuhrrestriktionen vor der Konkurrenz billiger produzierender Entwicklungs- und Schwellenländer schützen, um Arbeitsplätze zu erhalten. Mit Subventionen und Steuervorteilen versuchen viele Industrieländer, eigenen Produkten im internationalen Wettbewerb Vorteile zu verschaffen. In den Entwicklungsländern haben nicht tarifäre Handelsschranken insgesamt ein höheres Gewicht als in Industrieländern.

In den Industrieländern ist es vor allem die Textil- und Bekleidungsindustrie, die durch nicht tarifäre Handelshemmnisse geschützt wird. Die weniger entwickelten Länder setzen dem technischen Vorsprung der Industrieländer ihre geringeren Produktionskosten entgegen und bieten ihre Erzeugnisse zu niedrigeren Preisen an.

Das Welttextilabkommen, das seit gilt und im Rahmen der Uruguay-Runde des GATT erneuert wurde, dient dem Zweck, den Industrieländern die Anpassung an den verstärkten internationalen Wettbewerbsdruck zu erleichtern. Das Abkommen zielt darauf, den Welthandel mit Textilien bis Ende zu liberalisieren und dann den allgemeinen Regeln der WTO über den weltweiten Freihandel anzupassen. Der Marktzugang im Agrarbereich ist für viele Entwicklungsländer sowohl durch tarifäre wie nicht tarifäre Handelshemmnisse eingeschränkt.

Freier Handel bezieht sich normalerweise in erster Linie auf materielle Güter , welche von Rohstoffen und landwirtschaftlichen Produkten bis hin zu Industriegütern reichen. Aber auch Dienstleistungen sind Güter, die grenzüberschreitend gehandelt werden können, wenn der Anbieter dieser Dienstleistung für die Arbeit ins Ausland fährt.

Solche immateriellen Güter müssen jedoch nicht zwangsläufig Gegenstand eines Freihandelsabkommens sein. Wenn ein internationales Freihandelsabkommen von zwei Staaten unterzeichnet wird, nennt man es bilaterales Abkommen. Sind mindestens drei Länder daran beteiligt, ist es multilateral. Was ist eine Freihandelszone? Dieser Begriff bezeichnet das geographische Gebiet , in dem ein multilaterales Freihandelsabkommen gilt.

Demnach umfasst eine Freihandelszone alle Staaten, welche ein solches Freihandelsabkommen unterzeichnet haben. Wenn Staaten gegenseitig auf Handelshemmnisse verzichten, dann treffen sie häufig weitere Absprachen , um die gemeinsamen Wirtschaftsbeziehungen zu stärken. Ob sie jedoch mehr Segen oder Fluch mit sich bringen, ist eine der Hauptfragen internationaler Wirtschaftspolitik. Befürworter des Freihandels und Globalisierungsgegner führen dazu verschiedene Argumente ins Feld.

Die wesentliche Frage für Politiker besteht darin, ob Freihandelsabkommen mehr Pro oder mehr Contra für die Wirtschaft ihres Landes zu bieten haben. Voraussetzung dafür ist jedoch eine ausreichende Nachfrage auf den ausländischen Märkten, welche mit höherem Einkommen und stärkerer Kaufkraft generell steigt.

Dadurch können zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, welche den Arbeitnehmern ein höheres Einkommen bescheren. So wird es diesen wiederum ermöglicht, mehr Güter nachzufragen, auch aus dem jeweils anderen Land. Weitere Vorteile von Freihandel kommen den Nachfragern in den betroffenen Ländern zugute.

So lässt sich deren Lebensstil wesentlich bereichern. Was bedeutet Freihandel für die Lebenshaltungskosten eines Landes? Wenn Volkswirtschaften im direkten Wettbewerb miteinander stehen, verlagert sich die Produktion eines bestimmten Gutes nämlich tendenziell in das Land, welches dieses Gut am effizientesten und günstigsten herstellen kann. Diese Güter sind dann innerhalb einer Freihandelszone zu niedrigeren Preisen erhältlich, wodurch es prinzipiell möglich ist, dass die Lebenshaltungskosten sinken.

Je intensiver die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Ländern sind und je stärker diese voneinander abhängig sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Konflikten oder gar kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen diesen kommt. Dadurch würden nämlich die Handelsbeziehungen versiegen, was Versorgungsengpässe zur Folge hat.

Diese Sicherung des Friedens war immerhin eines der Hauptmotive, welche in den er Jahren zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft führten.

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