OPEC: Billiges Öl stürzt viele Staaten ins Verderben

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Mein Thema ist "Entwicklungsländer". China bleibt an der Spitze der Herkunftsländer von Importen nach Nigeria. Zwar erzielten die meisten Länder weiterhin ein respektables Wirtschaftswachstum, dies ging aber meist mit einer immer weiter steigenden Staatsverschuldung einher. Oktober vom Vereinigten Königreich. Titusville erlebte den ersten Ölboom der Geschichte, Ende förderten hier bereits 75 Ölbrunnen.

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Die Arbeitslosigkeit ist in Afrika erschreckend hoch und eines der wichtigsten Probleme überhaupt, besonders für die Menschen in den Slums großer Metropolen wie Lagos in Nigeria und Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo.

Die Errungenschaften der industriellen Revolution wurden für die Kriegsführung nutzbar gemacht — rund 10 Millionen Tote und ein Mehrfaches an Verwundeten und Vertriebenen waren der Preis. Öl sollte eine entscheidende Rolle spielen, aber weniger bei der Flotte abgesehen von der Rolle, die die deutschen — dieselgetriebenen — Unterseeboote spielten , sondern auf dem Land: Der erste Weltkrieg wurde zum ersten motorisierten Krieg.

Damit wurde der Ölnachschub tatsächlich kriegsentscheidend, und als Deutschland den uneingeschränkten U-Boot-Krieg wiederaufnahm und immer mehr Tankschiffe der Alliierten versenkten, drohte deren Nachschub zu stocken.

Deutschland versuchte unterdessen, sich die rumänischen Ölquellen zu sichern; kurz vor dem Einmarsch gelang es den Briten jedoch, die Förderanlagen und Raffinerien zu zerstören. Währenddessen scheiterte Deutschland auch bei seinen Versuchen, Öl aus dem russischen Baku zu erhalten. Als dann noch Bulgarien und die Donaumonarchie kapitulierten beziehungsweise zerfielen, gab Deutschland im November auf und unterzeichnete einen Waffenstillstand.

Nach den Erfahrungen im ersten Weltkrieg hatte Öl für ganze Staaten strategische Bedeutung erhalten; und in Amerika explodierte der Ölverbrauch - die Zahl der Autos war auf 9,2 Millionen im Jahr gestiegen. Es entstanden die Tempel der neuen Zeit: Noch war Benzin überwiegend in Läden verkauft worden, gab es Der Verbrauch stieg rasant, aber die Entdeckung neuer Ölquellen ging noch schneller. Daran hatten die im ersten Weltkrieg entwickelte Luftaufklärung und der Seismograph wesentlichen Anteil.

Der Seismograph zeichnet Bodenerschütterungen auf, die für die Erdölgeologie künstlich erzeugt wurden: Die Ölflut führte zu einem Preisverfall: Aber die Förderung konnte zunächst nicht beginnen - der Zweite Weltkrieg unterbrach alle Zukunftspläne. Im Zweiten Weltkrieg sollte die strategische Bedeutung des Erdöls im zweiten Weltkrieg noch deutlicher werden als schon im ersten: Lastwagen, Panzer, Kriegsschiffe, Flugzeuge — sie alle brauchten Öl.

Das kohlereiche Deutschland hatte schon vor dem ersten Weltkrieg versucht, synthetischen Treibstoff aus Kohle zu erzeugen. Als die Nazis an die Macht kamen, unterstützten sie das Leunabenzin trotzdem, da es Unabhängigkeit von Ölimporten versprach - Autarkie wurde mit dem Vierjahresplan von zur offiziellen Regierungspolitik.

Tatsächlich war Hitlers Blitzkrieg-Strategie von ausreichender Treibstoffversorgung abhängig. Nachdem die Deutschen Norwegen, die Niederlande und Frankreich überrannt hatten, begann der Feldzug nach Russland, wo unter anderem die Ölfelder von Baku und dem Kaukasus warteten.

Damit war der deutsche Traum vom Öl aus Baku ausgeträumt; die Anstrengungen zur Herstellung synthetischen Treibstoffs wurden weiter verstärkt.

Nach der alliierten Invasion in der Normandie wurden die Anlagen aber systematisch zerstört; Hitlers Architekt Albert Speer, seit auch Generalinspekteur für Energie, versuchte die Produktion durch den Bau kleinerer, gut getarnter Anlagen zu retten — vergebens.

Deutschland ging der Treibstoff aus. Im Dezember versuchte Hitler seinen letzten Gegenangriff in den Ardennen, aber auch hier ging den Truppen der Treibstoff aus. Der Ölnachschub bei den Alliierten hatte besser geklappt. Schon vor Kriegsausbruch hatten die Briten geplant, wie im Kriegsfall die Ölversorgung sichergestellt werden konnte: Sie wurde praktisch verstaatlicht, wobei die Ölindustrie weiterhin die operative Ausführung sicherstellte. Wieder hatte Öl dazu beigetragen, einen Krieg zu entscheiden.

Der Marshallplan zum Wiederaufbau der westeuropäischen Wirtschaft setzte ebenfalls auf Öl, das die Kohle bei der industriellen Wärmeerzeugung und in Kraftwerken ablösen sowie Autos, LKWs und Flugzeuge antreiben sollte. Das Öl aus dem Nahen Osten wurde daher immer wichtiger: Saudi-Arabien, Kuwait und der Iran wurden strategisch wichtig.

Bald gewann aber ein alter Streit neue Bedeutung: Wem gehört das Öl? Im Gefolge der mexikanischen Revolution hatte Mexiko eine Ölvorkommen bereits verstaatlicht, und wollte Venezuela mehr Geld für sein Öl. Venezuela erreichte eine neue Verteilungsformel: Dort wurden die Ölfelder und -anlagen verstaatlicht. Der iranische Premierminister Mohammed Mossadegh wurde - unterstützt vom amerikanischen und britischen Geheimdienst - gestürzt, der bereits geflohene Schah kehrte zurück - das Öl blieb jedoch im Besitz der neuen National Oil Company; die inzwischen in Anglo-Iranian Petroleum Company umbenannte ehemalige APOC wurde im Rahmen eines Konsortium aber als Dienstleister an der Förderung beteiligt.

Briten und Franzosen nutzten den israelischen Angriff auf den Sinai, um die Kanalzone zu besetzen. Daraufhin blockierte Nasser den Kanal, und Briten und Franzosen mussten sich zurückziehen: Eine Konsequenz der Suezkrise war das Aufkommen der Supertanker: Das Überangebot führte zu sinkenden Preisen - noch verstärkt dadurch, dass die Sowjetunion Öl zu Billigpreisen exportierte, um an Devisen für Maschinen und Lebensmittel zu kommen.

Neue Ölvorkommen wurden in Gabun, Algerien und Libyen entdeckt. Öl wurde billiger als Kohle: Industrien, die nicht auf Öl setzten, drohten ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren, Haushalte stellte auf Ölheizungen um. Die Autoindustrie war zum Schlüsselelement des industriellen Aufschwungs geworden. Die Förderländer nutzten ihre neue Bedeutung, um die Preise zu erhöhen: In Japan wurde sogar Toilettenpapier gehortet. In Deutschland gab es vier autofreie Sonntage und es wurde ein bald wieder aufgehobenes Tempolimit auf Autobahnen eingeführt.

Der Preis führte zu wirtschaftlichen Problemen in allen Industriestaaten: Die Ölpreise begannen, leicht zu sinken, das Wirtschaftswachstum kehrte zurück - von bis wuchsen Wirtschaft und Ölverbrauch in den Industrieländern um etwa vier Prozent. Panikkäufe verstärkten die Knappheit noch; auf dem Spotmarkt stiegen die Preise auf das Doppelte der offiziellen Preise. Sie sollten in der Folge von 13 auf 34 Dollar pro Barrel steigen.

Als die Krise schon fast überwunden schien, nutzte der Irak den Ansehensverlust, den der Iran durch die islamische Revolution in der Welt und bei seinem ehemaligen Beschützer USA erlitten hatte, zu einem Krieg gegen seinen alten Erzfeind: Er zielte auch auf das Herz der iranischen Ölproduktion; und ebenso zielte der Iran bei seinen Gegenoffensiven auf die irakische Ölproduktion, die dadurch nahezu ausfiel.

Und in der Zeit war eben, war sie unter der Führerschaft eines sehr charismatischen Predigers, Mohammed Yusuf, der dann auch von der Polizei wohl hingerichtet wurde im Gewahrsam. Das hat den Konflikt weiter angespornt, und wir wissen nicht genau, wo das Rekrutierungsfeld ist, wir wissen nur, dass sie in Nordosten sind, dass sie einen sehr obskuren, sehr rückwärtsgewandten Islam verfolgen und vor allem den Staat und vermehrt auch Christen, die im Norden leben, als Opfer produziert.

Also wenn man die Situation auch nicht eins zu eins vergleichen kann, erinnert das doch in Vielem an die Situation auch in Mali. Viele islamische Rebellen jetzt in Nigeria flüchten auch in die umliegenden Länder, in den Tschad, den Niger, Kamerun — was bedeutet denn das für die Region? Richtig, die Verknüpfung ist wohl sehr viel stärker geworden, auch jenseits der Grenzen dieser Gruppe, die hat mittlerweile bewiesen, dass sie Beziehungen hat in die umgrenzenden Länder, wohl auch in Mali, waren wohl auch Nigerianer aktiv.

Man muss aber trotzdem sehen, dass sich das vor allem zunächst mal dieser Konflikt aus Nigeria erklärt, vor allem aus der spezifischen Situation im Nordosten Nigerias.

Was das für die umliegenden Länder bedeutet — na ja, es ist weitere Instabilität, die von diesem wichtigen Land ausgeht. Kriegt also die Situation im eigenen Haus nicht wirklich in den Griff — gibt es denn eine Lösung, oder fällt Ihnen eine ein, also jetzt nur mal auf Nigeria bezogen? Der Präsident ist wirklich in einer Zwickmühle, weil er versucht hat, ein Amnestieangebot zu unterbreiten, das wurde zurückgewiesen, jetzt schickt er unter Druck, wahrscheinlich auch aus dem Sicherheitsapparat, mehr Militär.

Aber das sind langfristige Programme, die ja nicht sofort greifen werden. Es sieht nun leider so aus, als würde der Konflikt zunächst mal bleiben. Nun möchte ich noch mal Mali zum Schluss zitieren, weil die Lage ja dort vielleicht stabil ist, aber bei weitem noch nicht befriedet.

Wie kann man denn diesen grenzüberschreitenden islamischen Terrorismus, den wir ja jetzt auch in Nigeria sehen, in der umliegenden Region, wie kann man den den lösen? Muss das eine afrikanische Lösung sein? Ich denke, die meisten Konflikte speisen sich tatsächlich immer noch aus den Ländern, da sind die Hauptprobleme, dass wir Probleme haben mit schlechter Regierungsführung, dass Regierungen ihren Bevölkerungen nicht das liefern, was sie liefern sollten, und die Lösungen können nur aus den Ländern kommen.

Alles, was wir hören von wegen grenzüberschreitende Kooperation und so weiter, ist wichtig. Aber es ist irgendwie auch unrealistisch, weil man sieht, wie die Grenzen tatsächlich aussehen: Die sind porös und werden auch porös bleiben.

Der Staat in Afrika und in Westafrika versagt generell seiner Bevölkerung gegenüber, liefert nicht das, was er liefern sollte, und er muss das liefern, sonst wird er immer wieder mit gewaltsamen Konflikten konfrontiert sein. Ob das Islamisten im Norden sind oder Kriminelle im Nigerdelta, das gab es vor einigen Jahren auch im Süden des Landes, diese Konflikte kochen immer wieder auf.

Ich denke, das ist hilfreich, und was die Amerikaner auch machen, ist, die Regierung zu kritisieren für Korruption, für Menschenrechtsverbrechen, Verbrechen der Armee, viele Dinge werden hier in den Medien aufgenommen und sehr deutlich wahrgenommen. Schönen Dank, Herr Mättig, für das Gespräch! Erste Siedlung aus 3D-gedruckten Häusern. Wo kommt eigentlich die Wut der Wutbürger her?

Hartmut Rosa im Gespräch. Buchkritik - "Serotonin" von Michel Houellebecq. Lange Nacht über Schlagzeug. Anekdotenerzählen als Form des gesellschaftlichen Verkehrs. Dicke Luft im Büro - Wenn Kollegen nerven. Gastronomie-Nachwuchs aus Marokko und Vietnam. Wie Nat King Cole Musikgeschichte schrieb.

Das geht, sagt Sportjournalist Ronny Blaschke.

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