Inflation schnell erklärt: Die Definition und der Einfluss auf Verbraucher

Gewinnt die Inflation an Fahrt steigen in der Regel auch die Zinsen. Dies lässt die Nachfrage nach verzinslichen Rentenpapieren – Anleihenprodukte, die zu den Geldwerten zählen – ansteigen.

Inflation gibt es daher erst, wenn die Rezession vorbei ist und die Konjunktur wieder anspringt.

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Überall ist von der Zinswende die Rede, also dass die Notenbanken langsam wieder die Zinsen erhöhen. Doch außer ein bisschen Kosmetik sollte sich die Sparer nicht all zu viel erwarten.

Das Geld sollte nicht langfristig im niedrigen Zinsbereich gebunden sein. Anleger, die mit steigenden Inflationsraten rechnen, sollten ebenfalls auf eine langfristige Bindung ihrer Guthaben verzichten. Gold gilt vielen Anlegern als sicherer Hafen gegen die schleichende Geldentwertung. Dabei kommt dem Edelmetall , sowie auch Silber und Platin zugute, dass es nicht beliebig reproduzierbar ist.

Zwar gibt es hier und da neue Goldvorkommen, doch kann die Menge an Gold — anders als beim Papiergeld — nicht wesentlich steigen. Der Wert des Rohstoffs hingegen kann durchaus schwanken. Steigt die Nachfrage, steigen auch an den Rohstoffbörsen die Preise. Werden andere Anlageformen — zum Beispiel Aktien oder Anleihen - attraktiver, verlieren Rohstoffe auch wieder schnell an Wert. Für Anleger, die nicht direkt in physisches Gold investieren wollen oder können, bieten Finanzprodukte mit Gold als Basiswert zur Beimischung im Portfolio eine Alternative.

Doch Haus ist nicht gleich Haus. Nicht alle Immobilien erfüllen die Voraussetzung für einen Inflationsschutz. Wichtig sind die Lage — wenn möglich in einem nachgefragten Gebiet — sowie die Mieterstruktur — wenn möglich solvente langfristige Mieter.

Nicht nur als Renditeobjekt, sondern auch als Eigenheim ist die Geldanlage in Immobilien vielen Verbrauchern eine Überlegung wert. Wichtig ist, die Angebote zur Immobilienfinanzierung ausreichend zu vergleichen und sich günstige Konditionen langfristig zu sichern. Das gilt ebenfalls für die Anschlussfinanzierung bestehender Darlehen. Die Zeiten, in denen Anleger noch eine Urkunde über den Kauf des Wertpapiers überreicht bekamen, sind lange vorbei. Doch selbst wenn Aktien in dem Sinne wenig greifbar sind, gehören sie — im Gegensatz zu festverzinslichen Rentenpapieren — zu den Sachwerten.

Mit dem Kauf einer Aktie erwerben Anleger einen Anteil an dem jeweiligen Unternehmen, für den im Idealfall jährlich eine Dividende ausgeschüttet wird. Steigen während einer Inflation die Preise, kann das Unternehmen zugutekommen, die diese an die Verbraucher weitergeben oder selbst festsetzen können. Der Gewinn erhöht sich, was sich wiederum in einer höheren Dividende niederschlagen kann.

Von diesem Szenario profitieren in erster Linie Unternehmen der so genannten Old Economy wie der Maschinenbau, die Automobilindustrie oder auch die Bau- und Chemiekonzerne. Zieht die Inflation jedoch in stärkerem Tempo an, können auch diese Branchen die höheren Kosten für Produktion und Löhne weder aufgefangen noch weitergereichen. Das Zusammenspiel von steigenden Kosten, sinkender Kaufkraft und abnehmenden Gewinnen drückt dann hier ebenfalls auf die reale Unternehmensrendite.

Gewinnt die Inflation an Fahrt steigen in der Regel auch die Zinsen. Dies lässt die Nachfrage nach verzinslichen Rentenpapieren — Anleihenprodukte, die zu den Geldwerten zählen — ansteigen, während die Aktienmärkte im gleichen Zug meist nachgeben. Eine gute Nachricht für Sparer, insofern die Zinsen über der Inflationsrate liegen. Ein Szenario, auf das Sparer in der aktuellen Niedrigzinsphase jedoch noch lange warten können. Bei einer Deflation sinkt bei steigender Kaufkraft das Preisniveau.

Das Angebot an Waren und Dienstleistungen übersteigt die Nachfrage. Bei einer Deflation sinkt das allgemeine Preisniveau langfristig, die Kaufkraft des Geldes steigt. Das Angebot übersteigt die Nachfrage, was zu weiter sinkenden Preisen führt.

Dies kann eine deflationäre Abwärtsspirale in Gang setzen: Glauben Käufer, dass sie die Waren bald noch billiger bekommen, schieben sie den Kauf hinaus. Der sogenannte Käuferstreik drückt weiter auf die Preise. Im gleichen Zug nimmt die Menge der angebotenen Waren weiter zu, während die Käufer ausbleiben. In den einbrechenden Märkten werden Stellen gestrichen — Firmeninsolvenzen und die Arbeitslosigkeit nehmen zu.

Banken müssen verstärkt Kredite abschreiben. Zur Verringerung des Ausfallrisikos werden kaum weitere Kredite vergeben.

Die Deflation kommt deutlich seltener vor als die Inflation. Gefährlich wird es, wenn die gesamte Wirtschaftsleistung bis hin zur wirtschaftlichen Depression gedrückt wird. Da auch die Steuereinnahmen des Staates sinken, kann er immer weniger tun, um die Deflation aufzuhalten. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion. Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung. Die Definition und der Einfluss auf Verbraucher. Überblick Was ist Inflation? Das Gegenstück zur Inflation. Mehr zum Thema Neue Regeln im Zahlungsverkehr: Das ändert sich für Verbraucher Immobilienboom kommt nicht bei Familien an: Niedrigzinsphase belastet Bausparkassen Zwischen Sicherheit und Risiko: Zinsbindung des Immobilienkredits Gericht erlaubt Aufschläge: Überall Niedrigzinsen, nur nicht beim Fiskus Deutsche in Kauflaune: Stärkster Anstieg der Konsumausgaben seit Weiteres Kontakt Impressum Datenschutz Jugendschutz t-online.

Sie nutzen einen unsicheren und veralteten Browser! Wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser, um schneller und sicherer zu surfen. Doch ist diese Prognose so utopisch? Andere wiederum glauben, dass sich alles wieder von allein einrenkt und die Menschen nur die Talsohle durchschreiten müssen, um wieder bessere Zeiten zu erleben.

Wann wird diese Talsohle erreicht sein? Eine schlüssige Antwort darauf gibt zurzeit niemand. Tatsache ist, dass die Bundesregierung ihre Prognosen nach unten revidieren musste.

Statt eines Rückgangs des Wirtschaftswachstums um 2,25 Prozent rechnet auch sie mit 6. Gleichzeitig steigt die Arbeitslosenquote und die Preise sinken. Kämpfte die EZB in noch mit einer Inflationsrate von 2,6 Prozent — so hoch wie seit nicht mehr, sorgt jetzt eine fallende Teuerungsrate für Misstrauen.

Die Verbraucher freut es natürlich, wenn sie für ein halbes Pfund Butter nur noch 59 Cent zahlen und Benzin mit 1,20 Euro rund 23 Cent weniger kostet als noch vor einem Jahr. Doch viele machen sich Gedanken darüber, was passiert, wenn die Talfahrt anhält. Denn dort lauert die Deflation mit negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Hielten sich die Verbraucher mit Anschaffungen zurück, weil sie auf weiter fallende Preise hoffen, hätte dieses Verhalten desaströse Folgen. Die Nachfrage würde sinken, die Unternehmen müssten Zugeständnisse bei den Preisen machen.

Die Gewinne sänken ebenfalls, aber gleichzeitig müssten die Unternehmen die vereinbarten Tariflöhne weiterzahlen. Sie würden noch mehr Angestellte entlassen und so weiter: Ein Teufelskreis entstünde, gegen den im Ernstfall die Zentralbanken und Regierungen nichts mehr ausrichten könnten. Gegen eine Inflation steuern die Zentralbanken mit steigenden Zinsen an.

Sie verteuern das Geld. Einer der fünf Wirtschaftsweisen, Peter Bofinger, hält das Risiko einer Deflation in Deutschland für fünfmal höher als das einer Inflation. Sie können mit dem gleichen Einkommen mehr kaufen. Kritisch wird es seiner Meinung nach erst, wenn die Konsumenten anfangen, sich mit Käufen zurückzuhalten, weil sie noch niedrigere Preise erwarten.

Dann gewinnt die Deflation eine Eigendynamik. Oppenheim, derzeit keinen Grund zur Aufregung: Der Absturz erfolgte im Herbst Derzeit liegt er bei etwa 50 Dollar. Die massive weltweite Verschuldung der Staaten und die damit einhergehende Geldvermehrung helfen zwar dabei, das Gespenst der Deflation zu vertreiben, aber stärken die Angst vor einer Inflation.

Doch wie Hüfner ausführt: Inflation gibt es daher erst, wenn die Rezession vorbei ist und die Konjunktur wieder anspringt. Deshalb rechnet er frühestens mit einer steigenden Inflationsrate. Selbst wenn es ab Mitte des Jahres wieder zu steigenden Preisen kommt, bedeutet dies noch keine Gefahr. Problematisch wird die Situation, wenn es den Zentralbanken nicht gelingt, die ausgegebenen Geldmengen zum richtigen Zeitpunkt wieder abzuziehen und die Zinsen zu erhöhen.

Zieht die private Nachfrage an, muss die öffentliche Nachfrage sofort eingedämmt werden. Geschieht das nicht, kann es zu einer Hyperinflation kommen, wie die Deutschen es erlebt haben. So mancher Finanz- und Wirtschaftsminister hält eine steigende Inflation für ein gutes Zeichen, da sie die Staaten automatisch entschuldet. Doch dürften Steinbrück und Co. Darauf setzt jedenfalls Chefvolkswirt Norbert Braems: Es sollte mich sehr wundern, wenn sie die Inflation schüren, um den Staat zu entschulden.

Er kann sich auch vorstellen, dass das überschüssige Geld für eine neue Blase sorgen wird, zum Beispiel dass die Investoren Afrika entdecken und pushen. Sein Rezept gegen eine Inflation: Steuern erhöhen und sparen. Den Pessimisten unter den Wirtschaftsgurus aber reicht die Aussicht auf eine sich aufbauende Inflation noch nicht.

Sie sehen bereits die Gefahr einer Währungsreform heraufziehen und schüren so die Urängste der Deutschen. In Erinnerung ist ihnen noch die Umstellung von der Mark auf den Euro. Guthaben auf den Bankkonten wurden nicht 1: Der Grund dafür lag in der Planwirtschaft. Es hatte sich ein massiver Geldüberhang gebildet. Denn die Menschen wollten ihr Geld ausgeben, doch es gab keine Ware. Die Reichsmark verlor ihre Funktion als Währung. Amerikanische Zigaretten übernahmen diese Aufgaben — ein unhaltbarer Zustand.

Es musste eine Rückkehr zur Geldwirtschaft geben, mithilfe einer Währungsreform. Grund für die Hyperinflation waren die enormen Staatsschulden Deutschlands, die sich aufgrund des Ersten Weltkriegs aufgetürmt hatten. Die Bevölkerung konnte sich für Geld nichts mehr kaufen, weil es einfach nichts gab. Stattdessen musste sie vom privaten Vermögen einen Stützungsfonds finanzieren.

Eine Währungsreform wird notwendig, wenn die Funktionen des Geldes als Tauschmittel und Rechnungseinheit zum Erliegen kommen. Und dafür gibt es nach Einschätzung der Sarasin-Analysten keinerlei Hinweise. Die derzeitigen Deflationstendenzen führen eher zu einer Aufwertung des Geldes. Zeigen sich Inflationstendenzen, sind Sachwerte gefragt.

Wann der Umschwung kommt, kann niemand genau sagen. Das bedeutet für die Anleger, dass sie die wirtschaftliche Entwicklung derzeit im Auge behalten müssen, um rechtzeitig reagieren zu können. Grundsätzlich gilt auch in unsicheren Zeiten wie jetzt die eiserne Anlageregel: Deflationsgläubige setzen nicht auf Aktien. Denn die Unternehmen würden unter einer sinkenden Geldentwertung leiden.

Anleihen wären eine Alternative. Gut verzinste Papiere gewinnen relativ an Wert, weil die Kaufkraft steigt. Doch wer sich zum Beispiel auf lange laufende Staatsanleihen konzentriert, wird bei einer Inflation das Nachsehen haben.

Die 2,3 Prozent Rendite fallen der Geldentwertung zum Opfer. Sie bringen zurzeit Renditen von bis zu sechs Prozent. Wer sich dafür entscheidet, muss unbedingt auf allerbeste Bonität achten — immer in dem Bewusstsein, dass er als Kreditgeber fungiert. Denn geht die Firma pleite, verliert der Anleger sein eingesetztes Kapital.

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