Kath. Pfarramt Moosbach/Ndb.


Also heute Sonntagabend letzte Mahlzeit

«Für einen Messie ist das Fortwerfen von Dingen stets ein Problem»


Er hat mehrere Bücher über Zwangsstörungen geschrieben, zuletzt Messies suchen erst Hilfe, wenn sie unter Druck stehen.

Die Schilderung deutet auf einen schweren Fall hin, zeigt aber ein typisches Verhaltensmuster: Die Patienten sind unfähig, sich von Dingen zu trennen, auch von wertlosen.

Das kann man halbwegs verstehen, aber völlig wertloser Müll? Für einen Messie ist das Fortwerfen von Dingen stets ein Problem. Er befürchtet, dass ein Gegenstand nicht zur Verfügung stünde, falls er ihn brauchte. Hat das Syndrom etwas mit Archivieren zu tun? Der Messie herrscht nicht über diese Dinge Anm.

Das griechische Wort archein bedeutet herrschen , er weiss oft nicht, was er besitzt. Wie unterscheidet sich das Messie-Syndrom von anderen Zwangsstörungen?

Bei Messies geht es nicht direkt um Leben oder Tod. Das ist anders bei Zwangsstörungen, bei denen jemand ständig daran denkt, eine Person zu töten, oder wenn jemand panische Angst hat vor Infektionen oder vor einer Feuersbrunst. Ist das Messie-Syndrom also bloss eine schrullige Macke? Nein, die Betroffenen leiden sehr, obwohl manche sogar fast stolz sind auf ihre Eigenart.

Oft suchen sie erst Hilfe, wenn sie unter Druck geraten, wenn ihnen etwa der Vermieter mit Kündigung droht, falls sie die Wohnung nicht bis zu einem bestimmten Termin ausmisten. Angehörige könnten den Messie in die Ferien schicken und in seiner Abwesenheit die Mulde bestellen.

Dann wäre er bei der Rückkehr von der Last der Müllberge befreit. Das sollte man keinesfalls tun. Ein Messie empfindet das nicht als Befreiung, sondern als Katastrophe. Man kann ihn damit sogar in den Suizid treiben. Gibt es überhaupt Therapien? Ja, aber man muss schrittweise vorgehen. Der erste wird mit Einwilligung des Patienten weggeworfen.

Die Gegenstände auf dem zweiten behält er. Beim dritten entscheidet er innerhalb eines Tages, was damit geschieht. Allerdings führt auch dieser Weg nicht immer zum gewünschten Erfolg.

Einmal stoppte eine Person diesen Vorgang und warnte mich, sie könne für nichts mehr garantieren, wenn man damit fortfahre. Ich habe ein halbes Dutzend Messie-Patienten behandelt und muss leider sagen: Die Bilanz ist sehr durchzogen. Wodurch wird das Messie-Syndrom ausgelöst? Oft hat es mit Verlusterlebnissen zu tun, häufig auch mit Traumatisierungen wie Schläge in der Kindheit. Allerdings erklären Vorgänge in der Kindheit und Jugendzeit nie alles. Menschen entwickeln sich sehr verschieden.

Nicht jeder wird also zum Opfer. Analytiker arbeiten oft stark das Leiden heraus. Als kognitiver Verhaltenstherapeut weiss ich zwar ebenfalls, dass sich das Syndrom nicht aus heiterem Himmel entwickelt hat, versuche aber, mit dem Patienten zu arbeiten.

Wenn ein Schiff auf eine Sandbank aufläuft, muss man zunächst versuchen, es wieder flottzukriegen. Die genauen Gründe für den Unfall kann man später suchen. Gab es Messie-Fälle schon früher? Das ist jetzt ein wenig spekulativ, aber es hat vermutlich auch mit der Überflussgesellschaft zu tun, in der wir leben. Wir besitzen im Gegensatz zu armen Leuten in früherer Zeit viele Dinge. Dauernd landen Prospekte und Gratiszeitungen im Briefkasten. Entsorgt man nicht ständig, kommt schnell ein Haufen zusammen.

Die verstorbene Berner Messie-Frau arbeitete in einem Spital. Wie ist das überhaupt möglich? Ich kann mir durchaus vorstellen, dass diese Frau am Arbeitsplatz nicht auffiel, also gewissermassen ein Doppelleben führte. Oft konzentrieren sich Zwangsstörungen auf die eigenen vier Wände. Draussen funktionieren diese Menschen recht normal. Rückblick auf die Mitgliederversammlung Rückblick auf das Frühlingsfest Liebe Messies und Nicht-Messies Am 5.

Mai fand die Mitgliederversammlung mit erfreulicher Beteiligung statt. Zum anschliessenden Frühlingsfest gesellten sich noch mehr Mitglieder, Gäste und Interessierte.

Wie haben sich doch die Wünsche in den letzten hundert Jahren verändert! Christian Morgenstern hat damals in einem Gedicht den grössten Wunsch eines Mannes beschrieben — und heute ist seine Erfüllung — auch wenn sie gratis ist - für die meisten Leute eine unangenehme Belästigung. Wir wünschen allen eine schöne, gute Sommerzeit. Der Vorstand von LessMess. Mehr als 15 Mitglieder besuchten die Mitgliederversammlung. Dies ist eine Vervielfachung gegenüber , was den Vorstand sehr freute.

Die Traktanden wurden speditiv behandelt. Der umfangreiche Jahresbericht , die Jahresrechnung und der Revisorenbericht genehmigten die Stimmberechtigten einstimmig, obwohl trotz sparsamem Umgang mit dem Geld ein Defizit resultierte. Natürlich ist der Vorstand bemüht, die Mehrausgaben von gut CHF kleiner als budgetiert zu halten. Trudi Engelhardt liess sich vom Vorstand gewinnen, die Lücke zu schliessen. Sie stellte sich kurz vor.

Wir gratulieren Trudi zur einstimmigen Wahl. Die Co-Präsidenten und die übrigen Vorstandsmitglieder wurden im Amt bestätigt. Claudia Habegger erhielt als Dank für ihre lang jährige Vorstandsarbeit einen … grünen Hut! Die nächste Mitgliederversammlung wird im Mai stattfinden. Näheres wird auf der Homepage und im LessMess-Info publiziert. Herzlichen Dank an die Spender! Spätestens an dieser Stelle sollte ein Foto der schön gedeckten und dekorierten Tische stehen.

Leider versagte die Elektronik meines Fotoapparates. Die Gäste werden sie in guter Erinnerung haben und diejenigen, die nicht ans Fest kamen, müssen der Einladung halt nächsten Frühling Folge leisten.

Noch viel authentischer über das Fest berichtet ein Besucher folgendermassen: Nun, ich bin kein Mitglied des Vereins, aber ein Sympathisant dieser Bewegung und war seit bei jedem Fest dabei. Ich fühlte und fühle mich an diesen Festen wie in einer Oase, inmitten der Welt der Konsumgesellschaft. Die Anwesenden empfand ich wie eine grosse Familie in einer ruhigen Atmosphäre.

Gute Gespräche und Bekanntschaften mit ausserordentlich interessanten, sensiblen Menschen mit einem breiten Spektrum von Wissensgebieten waren möglich. Ich hoffe sehr und bin zuversichtlich, dass dieser Institution ein langes Leben beschieden sein möge. Er brachte es Zustande, dass die porträtieten Menschen nicht als Spinner oder Verwahrloste dargestellt wurden, sondern mit Verständnis für Ihr Tun und mit feinem Gespür für die Anliegen ihrer Tätigkeit warb.

Warum sammelt der Mensch? Sammeln um die Welt zu erklären? Haben wollen - Die Macht der Sammler. Elmira hat die Sendungen bestimmt aufgezeichnet. Meine Bandaufnahme davon sind auf alle Fälle archiviert. Durch den rasanten technischen Fortschritt geht das Basiswissen über diesen Prozess verloren oder in Vergessenheit. Dies ist die Triebfeder vieler sogenannten Messies, dieses Vergessen zu verhindern, indem sie Dokumente sammeln, bearbeiten und dem Vergessen durch ihre Sammlertätigkeit entreissen.

Mir selbst, und für mich kommt es bisweilen vor wie ein böser Zwang vieles meiner Interessen zu dokumentieren und für die Nachwelt retten zu müssen. Dabei stellt sich die Frage, was passiert eigentlich damit, wenn ich das zeitliche gesegnet habe?

Gibt es Institutionen oder Archive die daran interessiert sind? In Museen werden viele Dokumente verschiedener Art aufbewahrt und einer Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Dass ein ganzes Land als Museum eingerichtet würde, ist nicht vorstellbar. Für folgenden Generationen soll für deren Aktivität auch genügend Raum vorhanden sein. Aber die Geschichte prägt die zeitgenössischen Tätigkeiten. Oft, und das scheint mir besonders in der heutigen Zeit, grassiert eine Pietätlosigkeit gegenüber früherem Schaffen, besonders in der Architektur.

Da werden gnadenlos, noch gut bewohnbare Häuser mit deren Wohnungen abgerissen und durch seelenlose Betonklötze, Plattenbauten, die man hier vor 20 Jahren als Sowjetkommunistische Architektur kritisiert hatte , nun bei uns ersetzt. Oktober in Watt bei Regensdorf. Täglich dreimal ist er ganz Spannung. Düster schilt er auf den Mann, welcher, wie man weiss, nichts dafür kann. Endlich kommt er drauf zurück, auf das: Und bestellt dort, frisch vom Rost quasi: Und nun kommt von früh bis spät Post von aller Art und Qualität.

Jedermann teilt sich ihm mit, brieflich, denkt an ihn auf Schritt und Tritt. Palmström sieht sich in die Welt plötzlich überall hineingestellt ….

Der Mättenfeldhof beschäftigt die Behörden schon seit langem, weil er vor alten Maschinen, Fahrzeugen, Geräten oder schlichtweg Schrott überquellt. Die Gemeinde Steffisburg hatte bereits ein erstes Mal die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes verfügt, was vom Bundesgericht bestätigt wurde.

Nachdem sich erneut Unmengen von mehr oder weniger brauchbarem Material aufgetürmt hatten, verpflichtete die kommunale Baupolizei den Bauern Ende erneut, die illegal gelagerten Gegenstände zu räumen und das Grundstück künftig nur noch zonenkonform zu nutzen.

Das Bundesgericht hat nun in letzter Instanz die vom Betroffenen ohne anwaltliche Vertretung verfasste Beschwerde abgewiesen. Er hatte unter anderem geltend gemacht, dass ein beanstandeter Unterstand mit Fahrzeuglift schon über 60 Jahre auf den Hof stehe.

Der Anspruch der Gemeinde auf Herstellung des rechtmässigen Zustandes sei damit längstens verwirkt. Laut Bundesgericht geht die Berufung auf den Vertrauensgrundsatz oder die Rechtssicherheit allerdings fehl, da eine Gefährdung des Grundwassers sowie von Leib und Leben der Hofbewohner oder von Passanten drohe. Diese Gefahren und die konsequente Verhinderung von zonenwidrigen Bauten und Anlagen seien weit höher zu gewichten als das Interesse des Beschwerdeführers, in der Landwirtschaftszone weiterhin ausgediente Fahrzeuge und Geräte zu lagern.

Der Handlungsbedarf ergebe sich ohne weiteres auch aus dem Fotodossier der Gemeinde. Das von den Behörden verordnete Nutzungskonzept verletzt nach Ansicht der Richter in Lausanne auch nicht die Eigentumsgarantie. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen erscheine das Konzept als geeignete Massnahme, um in Zukunft eine Gefährdung von Gewässer und Menschen zu vermeiden. Zur Rechtfertigung seiner unbändigen Sammelwut hatte der Bauer in der Vergangenheit etwa angeführt, dass er im Gegensatz zu anderen Leuten alte Geräte nicht einfach wegwerfe, sondern eben flicke und weiterverwende.

So gehe er sparsamer mit Ressourcen um und schädige die Umwelt letztlich weniger als andere. Ich habe diesen Artikel ausgewählt um zu zeigen, wie hier nachlässig, ja gar perfide mit den Tatsachen umgesprungen wird: Es kann hier auch keine Rede sein von 'behutsam agierenden Behörden' - ganz im Gegenteil: Das gleiche Foto als Totale wurde in einem anderen Hetzartikel bereits vor über drei Jahren gezeigt und dabei regelrecht zum Denunziantentum aufgerufen: Deshalb sind wir darauf angewiesen, dass die Passanten oder Nachbarn sich melden, wenn sie verdächtige Beobachtungen machen.

Letzten August wurde abermals dasselbe Foto veröffentlicht bereits etwas näher gezoomt unter dem Titel: Und wieder zieht er vor Bundesgericht. Dabei ging es lediglich um die Mitteilung, dass Santschi vor Bundesgericht ziehe Waren damals die Kommentare noch mehrheitlich auf Santschis Seite und verteidigten die individuellen Freiheitsrechte, so sieht das heute eher anders aus: Es ist eine absolute Schweinerei, so etwas Jahrelang dulden zu müssen.

Da ist es echt wohltuend, dass sich dann auch noch vernünftige Menschen mit Herz zu Worte melden: Ist jemand ein wenig anders k. Vielleicht ist es diesem Bauer in seiner Situation auch n. Eine Möglichkeit wäre auch dem Bauer seine Hilfe anzubieten anstatt primitive Kommentare zu schreiben ".

Irgendwie wird man aber den Verdacht nicht los, dass es hier um ganz andere Dinge geht als um das Messietum: Abgesehen davon, dass schlicht schluddrige Journalisten mit schnellen, unrecherchierten, vorurteilsbehafteten Artikeln möglichst mühelos ihr tägliches Honorar verdienen wollen es ist nämlich durchwegs stets derselbe Berichterstatter. Das wäre ja letztlich noch begreiflich, wenn damit die Betroffenen selbst und viele andere Messies, die in vergleichbaren Situationen leben, nicht direkt in ihrer Existenz gefährdet würden.

Mitgliederversammlung am Samstag, 5. Sie geben Auskunft über sich und die Filmarbeit. Das gute Echo auf den Film — der auch im Ausland gezeigt werden wird! Im Mai steht die Mitgliederversammlung bevor, zu der wir euch alle ganz herzlich nach Wallisellen einladen. Für das Sommerfest, das wir gleich anschliessend an die Mitgliederversammlung feiern, hat Claudia schon viele Vorbereitungen getroffen und auch das Küchenteam unter der professionellen Leitung von Küchenchef Röbi ist engagiert.

Der Vorstand hofft wiederum viele gut gelaunte Gäste begrüssen zu dürfen. Es war ein interessantes, langes Gespräch mit einem Menschen mit Ordnungsschwäche über die Vereinbarung, die er und seine Familie miteinander getroffen haben. Ja, und dann muss halt vorher aufgeräumt werden, damit eine gründliche Reinigung möglich ist. Ob ihr mit dem Aufräumen jetzt gleich beginnen wollt, dürft ihr selber entscheiden!

Wie schon angekündigt tritt Claudia als Vorstandsmitglied von LessMess zurück. Seit der Vereinsgründung führte sie gewissenhaft und engagiert das Sekretariat und die Kasse. Glücklicherweise hat Claudia gleich selbst eine Nachfolgerin gefunden: Trudi Engelhardt stellt sich als neues Vorstandsmitglied zur Wahl an der kommenden Mitgliederversammlung am 5.

Die persönliche Einladung wird rechtzeitig zusammen mit der Einladung zum Sommerfest verschickt. Anmeldungen bis zum April werden mit Jetzt direkt online anmelden! Unser traditionelles Sommerfest hat sich mittlerweile zum Frühlingsfest durchgemausert.

Dies aus gutem Grund: Um 15 Uhr beginnt nämlich unsere jährliche Mitgliederversammlung, die mit Vorteil nicht allzu spät im Jahr abgehalten werden sollte. Ab 16 Uhr beginnt dann das Frühlingsfest. Sowohl Mitgliederversammlung wie auch Frühlingsfest finden am gewohnten Ort im reformierten Kirchgemeindehaus in Wallisellen statt.

Gleich geblieben ist die Adresse: Laufenstrasse 12, Basel und das Konto: Angepasst wurde die E-Mail-Adresse: Lass endlich Chaos Chaos sein und Kreativität gedeihen, dann wird Zusammenleben täglich nicht nur irgendwie erträglich, sondern auch erfreulich sein. Halte kleine Abmachungen ein und Du wirst sehen wie Du es kannst, wenn Du hinein ins Leben tanzt, gemeinsam mit den Leuten, die dir vielbedeuten.

Menschen mit Ordnungsschwäche brauchen manchmal mehr und manchmal weniger oder gar kein Chaos. Das Chaos spiegelt ihre innere Welt wider oder wie sie die Welt empfinden. Man kann das Chaos auf sein Zimmer begrenzen — selten lässt man gemeinsame Räume unaufgeräumt — und die Zimmer der übrigen Familienmitglieder sind tabu. Menschen mit Ordnungsschwäche lernen sich an diese Abmachungen zu halten und die Familie akzeptiert das Chaos in deren Zimmer.

Das gegenseitige Verständnis kann wachsen und damit die Situation entspannen. Die Familienmitglieder sagen oder schreiben, wenn es irgendwo im Gemeinschaftsbereich nicht aufgeräumt ist und sie gerne Ordnung hätten. So können sie ihr Dauerräumen aufgeben und dann aufräumen, wenn das Chaos wirklich stört. Ein interessanter Mensch mit Ordnungsschwäche hat mir seine Gedanken mitgeteilt. Herzlichen Dank für das spannende und positive Gespräch, das mich die Zeit völlig vergessen liess!

Aber es brauchte doch noch ein bisschen Zeit, bis er sich einer breiteren Öffentlichkeit zeigen konnte. So richtig gefeiert wurde er eben erst in Zürich. Kein Zweifel mehr, wir reden vom neuen Film von Ueli, der wiederholt an den Vorstandsitzungen von LessMess auftaucht, um von seinem Projekt zu erzählen, von der nicht ganz einfachen Aufgabe, vier Messies vor die Kamera zu bringen und ganz speziell vom Urproblem aller Filmemacher, nämlich das nötige Kleingeld zusammenzukratzen. Aber es hat sich gelohnt, wie wir jetzt alle sehen können: Nicht nur strömen die Leute in Massen in die Kinos, sondern die Journalistinnen und Journalisten schreiben sich die Finger wund, um über die Protagonisten, die kulturbeflissene und deshalb fleissig Musikkassetten mit Kultursendungen bespielende Elmira, unseren umtriebigen, genialen Computer- und Technofreak Thomas, der auch die LessMess-Webseite betreut, dem stotternden alten Radioapparaten neues Leben einhauchenden Karl und dem seine schrottverdächtigen Landwirtschaftsmaschinen in der Schutzzone herum manöverierende Arthur zu schreiben Messies häufen manchmal nicht nur Gegenstände, sondern auch Wörter an, womit jetzt der Berichtverfasser Johannes gemeint ist….

In der Diskussionsrunde der Filmkritiker bekannte Katja Nicodemus Die Zeit , dass sie, nachdem sie ihn in Locarno gesehen habe, anderntags gleich ihr Büro aufgeräumt habe. Und hier standen nach der Vorführung gar alle Protagonisten auf der Bühne.

Martin Walder, der renommierte Film- und Literaturjournalist moderierte die Fragerunde. Der Film löste Natur gemäss unterschiedliche Gefühle aus — nicht zuletzt auch Betroffenheit und Nachdenklichkeit. März durfte ich in Solothurn am Schluss der Nachmittagsvorstellung erneut Fragen beantworten. Sonniges Vorfrühlingwetter hielt offenbar viele potenzielle Besucher ab. Ganze 15 Menschen fanden sich ein.

Sie alle blieben, stellten viele Fragen und erzählten von ihren langjährigen, bewundernswerten Engagements zugunsten von Messies. Es war eine halbstündige, sehr engagierte Diskussion, quasi en famille, wie sie wohl in einem vollbesetzten Saal kaum zustande gekommen wäre. Auch hier erwies sich, dass Qualität vor Quantität steht. In Zürich ist der Film — die Kinoszene ist hier auch viel grösser — auf grosse Resonanz gestossen: An der erwähnten Vorführung war der Personen fassende Saal fast voll und auch die folgenden Vorführungen seien überdurchschnittlich gut besucht worden, wie Beat Käslin von den Arthouse-Kinos auf Anfrage mitteilt.

Auf so einen ungewöhnlichen Sprössling reagiert auch die Presse. TeleZüri war live dabei. März brachte der Tages-Anzeiger und Bund eine ganze Seite, am 5. Dies nur einige von wahrscheinlich etlichen Beispielen. Ueli und Thomas, welcher Ueli auch beratend zur Seite stand, haben — ganz herzlichen Dank euch für eure grossartige Arbeit — ein Kind in die Welt gesetzt, dessen Rolle als Aufklärer in unserer Sache jetzt schon feststeht.

Der Film wirft hohe Wellen und wir werden weiterhin darüber berichten. So hat etwa am Dienstag, den Unter der Leitung von Karin Frei diskutierten: Die Sendung kann hier gesehen werden. Die Unterrichtsmaterialien sind kostenlos. Erfreulicherweise wurde der Film ' Messies, ein schönes Chaos ' in dieses Programm aufgenommen und wir hoffen auf interessante Diskussionen in den Schulen. Es wurde ein knapp seitiges! Unterrichtsmaterial dazu erarbeitet, das hier heruntergeladen werden kann.

Anmeldung für Klassenbesuche im Kino während der Schulzeit zu reduzierten Eintrittspreisen und Filmgespräche: März in vielen Schweizer Kinos angelaufen. Oder schaut hier für aktuelle Projektionsdaten. Eh i ma gar nid druflos di Stube ufzruume gäng tueni mi äxtra mit süsch öppis versuume. Zytige u Heftli lige ufem Ofe, Ruehbett u Tisch me chönnt se doch verruume wem e mit läse fertig isch. Auf Zehn zählen beim Aufräumen. Das hat Frieda Habegger motiviert ihre Stube zügig aufzuräumen.

Einmal im Jahr entrümpeln — mindestens eines Zimmers. Die so entstehenden ballastfreien Zonen schaffen Freiräume und setzen Energien frei. Die Leute werfen zum Jahresende viel Ballast ab — sei es, um den Weg zum inneren Ich zu ebnen, oder meistens schlicht, um die überfüllte Wohnung, den Keller oder die Garage zu räumen.

Laut dem Leiter Robert Wasescha werden bis Leute pro Tag abgefertigt, während unter dem Jahr täglich durchschnittlich bis Abfall herbeitransportieren. An den Spitzentagen vom Dezember bis zum Silvester sind deshalb auf dem gesamten Hagenholz-Areal 21 Angestellte statt wie sonst üblich 10 im Einsatz, um die Leute beim Sortieren des Sperrguts anzuweisen, sie zu den Entsorgungsstellen zu leiten und den Verkehr zu regeln.

Das alte Jahr wird ausgemistet und aufs Gemüt drückender Ballast anderswo deponiert. Das hat neben psychologischen und philosophischen Erklärungen ebenso praktische. Bereits beim Vorstellungsgespräch würden Stellenbewerber und Lehrlinge — sie absolvieren die dreijährige Ausbildung zu Rezyklisten — darauf hingewiesen, dass sie in den letzten Tagen des Jahres intensiv arbeiten müssten und in dieser Zeit wegen des Hochbetriebs ein Ferienstopp gelte.

Mit der Zeit wundere man sich nicht mehr darüber, was alles weggeworfen werde. Verstellte Räume scheinen am Jahresende speziell zu belasten. Mit dem Ausmisten der Garage, des Kellers und des Estrichs soll offensichtlich auch einem Neuanfang der Weg geebnet und die innere Ordnung hergestellt werden.

Im Hagenholz jedenfalls herrscht Betrieb, als ob alle rundherum Feng-Shui-Ratgeber zu Weihnachten geschenkt erhalten und eingehend die Anleitung studiert hätten, wie sie dank einer Entrümpelung die Entdeckungsreise ins Ich antreten können.

Obwohl die Leute teilweise hochwertige Produkte im Recyclinghof anliefern, wird dort alles strikt entsorgt — je nach Material entweder im Kehrichtheizkraftwerk oder über Schrott- und Elektrohändler. Diese werden lediglich beim Sortieren unterstützt und an die Standorte der Wertstoff-Entsorgung geleitet.

Allgemein werde gegenüber früher mehr Dreck und tatsächlich unbrauchbarer Abfall verarbeitet, sagt Filli. Sie führt diese Entwicklung darauf zurück, dass Ausrangiertes zunehmend in Brockenhäuser gebracht oder auf Internetplattformen versteigert wird. Zudem sammelten ein Cargo-Tram und ein E-Tram für elektronische Geräte in den Quartieren tonnenweise nicht mehr gebrauchte Gegenstände ein. In gemieteten Kleinbussen und Privatautos, zu zweit oder allein, fahren Scharen von wild entschlossenen Aufräumern vor.

Sie hätten gerade Zeit, begründen die einen ihren Ausflug in den Recyclinghof, sie seien eben umgezogen und nutzten diese Gelegenheit zum Ausmisten, sagen andere. Seit über sieben Jahren arbeitet Sandro Flachsmann im Hagenholz. Die Arbeit bringe jeden Tag Neues und sei abwechslungsreich. Er schätze den Kontakt zu den Leuten, auch wenn nicht alle gleich geduldig und freundlich seien.

Entsorgen will gelernt sein. Wer noch nicht bereit war, der kann sich zum Beispiel an der Volkshochschule Zürich für das nächste Jahr wappnen. In der Ausschreibung heisst es: Jetzt ist es endlich soweit: Hier könnt ihr herausfinden, in welchem Kino eurer Wohnregion der Film gezeigt wird. Abspielzeiten entnehmt ihr der Tagespresse. Es gilt zu beachten, dass die Kinos das aktuelle Programm jeweils erst recht kurzfristig veröffentlichen.

Ulrich Grossenbacher und Protagonisten des Films werden an folgenden Vorstellungen persönlich anwesend sein und euren Fragen Red und Antwort stehen: Ganz besonders möchten wir euch den Besuch des Lunchkinos in Zürich nahelegen. Hier soll die Projektion am Februar in Gegenwart von Regisseur und Protagonisten zu einem richtigen Fest aufblühen. Auf der website www. Auf den Seiten des Filmportals Outnow. Mit Kindern sollte man Messies, ein schönes Chaos besser nicht schauen.

Sie werden nachher garantiert nie mehr ihr Zimmer aufräumen, weil: Doch ansonsten ist Ulrich Grossenbachers Film wärmstens zu empfehlen, denn er ist amüsant und beklemmend zugleich. Untermalt von gelegentlich eingespielten melancholischen Jazzklängen, begleitet Grossenbacher seine vier Protagonisten bei ihren alltäglichen Adventure-Trips durch ihr eigenes Chaos.

Dabei hängt er ihnen auch gerne mal eine Minikamera um den Hals, so dass der Zuschauer die gefährliche Tour aus der First-Person-Perspektive hautnah miterleben kann.

Dann wiederum sind höchst intime Szenen zu sehen, beispielsweise, wenn der zwanghafte Sammler Karl vor den Trümmern seiner Ehe steht und nicht fähig ist, etwas dagegen zu tun.

Man weiss nicht so recht, ob man lachen oder weinen soll. Auf jeden Fall gelingt es Grossenbacher, dem Zuschauer die auf den ersten Blick verschrobenen Charaktere näherzubringen. Er bewahrt dabei stets eine leicht ironische Distanz, ohne aber jemals in Versuchung zu geraten, seine Protagonisten blosszustellen.

Von den vieren kommt der Technikfreak Thomas im Vergleich zu den anderen deutlich zu kurz - dabei ist just er derjenige, der das Filmplakat ziert und für Schmunzler sorgt, wenn er mit dem "Messi"-Fussballshirt gestellt oder nicht?

Ob die Szenen mit ihm deswegen so vergleichsweise kurz ausgefallen sind, weil er als einziger der vier Porträtierten keine sichtbaren ernsthaften Probleme aufgrund seines Messietums zu haben scheint? Vielleicht ist er auch nur der Schere zum Opfer gefallen.

Möglich, dass die eine oder andere Räumungsszene auf Dauer etwas ermüdend wirkt und gekürzt hätte werden können. Verschwendete Zeit ist der Film dennoch nicht - im Gegenteil. Bis zum symbolischen Schlussbild mit einer säuberlich ausgedrückten Senftube und dem folgenden Schlussong "Messi vielmal" höhö ist Grossenbachers Film ein konsequentes, unterhaltsames, aber auch nachdenklich stimmendes Porträt von vier Menschen, deren Sammeltrieb sie zu Aussenseitern der Gesellschaft gemacht hat.

Wir hoffen auf ein zahlreiches Erscheinen und wünschen jedenfalls schon jetzt allen sehr viel Vergnügen. Liebe Messies und Nicht-Messies Schon stehen die Festtage wieder vor der Türe und sicher auch schon mit einem Bein in der Wohnung mit Kerzen, Tannenzweigen, Weihnachtskrippen, Adventskalender und was uns sonst noch so freut in dieser eher grauen Jahreszeit.

Dies ist das Schlussprogramm des LessMess-Infos Helene weist auf das neue Buch von Ursus hin, unserem grosszügigen Sponsor, und Thomas bringt aus den vielen Pressemitteilungen die interessantesten, gescheitesten oder auch unangenehmsten über Messies.

Alexander Frommherz arbeitet seit Jahren für Messies und hat seine Erfahrungen im Interview zusammengefasst. Johannes ist Ansprechperson für Studienarbeiten und hat die wichtigsten Tipps zusammengestellt. Fröhliche Festtage und einen guten und sicheren Rutsch ins neue Jahr wünscht euch das Redaktionsteam.

Sie wird auch noch bis und mit dem nächsten Sommerfest tatkräftig dabei sein - merci! Nachfolgerin wird Trudi Engelhardt, die dem Verband seit langem nahe steht und sich nun dafür engagiert.

Auch Ihr gilt unser ganz herzlicher Dank. Damit verbunden ist auch eine Adressänderung des Sekretariats. Dieser Adresswechsel gilt nun ab sofort und die neue Anschrift lautet: Reserviert Euch dieses Datum! Mehrfach haben wir über den Film ' Messies - ein schönes Chaos ' berichtet.

Der Film kommt nun definitiv am 1. März in die Schweizer Kinos. Zuvor aber wird er noch an den Solothurner Filmtagen gezeigt, und das am:. Januar , 14h30 im Kino Canva Mittwoch, den Januar , 21h00 im Kino Reithalle. Wüsse mir eigetlig wi wärtvoll mir sy Chöschtlegi Sache trage mir nämlig mit üs Edelmetall — gäng meh jedes Jahr Luege mir doch ds Silber i üsne Haar. Das isch ja ganz es bsungrigs Edelmetall Eso hei mir allermüglichs guets Kapital. U de ygsetzt i de Hüfte oder de Chnöi Titan — was doch di Dökter alls chöi.

Wenn ihr über Weihnachtsmärkte, Flohmärkte oder durch Warenhäuser schlendert, sollt ihr euch — bevor ihr schon zum Portemonnaie greift — fragen:. Ja, oft wird der Senioren-Service zuerst fürs Einkaufen angefragt und später dann fürs Reduzieren der vielen Sachen, weil vielleicht der Umzug ins Altersheim geplant ist.

Oder jemand braucht den Gartenunterhalt und dann später auch Hilfe im Haushalt, zum Putzen oder allgemein zum Aufräumen. Es sind meistens Stammkunden, die uns schon lange kennen. Unsere Kunden bezahlen die Dienstleistungen selbst, deshalb haben wir auch mehr Möglichkeiten auf ihre persönlichen Bedürfnisse einzugehen als die Spitex. Wir sind für dringende Bedürfnisse für sie auch immer erreichbar. Zudem arbeitet immer die gleiche Bezugsperson mit den Kunden, ausser für Ferienablösungen.

Wir freuen uns, dass ihr euch dafür interessiert, bei eurer Vertiefungs-, Matura-, Diplomarbeit etc. Im Verlauf der letzten Jahre haben wir gut zwei Dutzend Anfragen erhalten und in der Folge entsprechend begleitet. Daraus können wir eine erfreuliche Bilanz ziehen:.

Diese Erfolgsbilanz wirft allerdings auch ihre Schattenseiten: Die zeitliche Belastung durch solche Unterstützungen ist gross und manchmal kaum vereinbar mit den übrigen Aufgaben, die bei LessMess anstehen. Wir haben uns deshalb überlegt, wie wir die Situation für beide Seiten, also für uns sowie für die Verfasserinnen und Verfasser der Arbeiten, optimieren können.

Die wichtigste gemeinsame Erfahrung ist diejenige, dass viele die Komplexität des Themas unterschätzen. Dies und die angestrebte Optimierung führen uns zu einigen Ratschlägen und Forderungen: Wir erwarten gerne eure Anfragen direkt über studienarbeiten lessmess.

Nun hat mich einer meiner hochintelligenten und gut informierten Leser per Mail darauf aufmerksam gemacht, dass das ein vergebliches Unterfangen sei. Denn es gebe die Entropie. Die sei Thema des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik — ich versuche die hoch komplizierte Mail zusammenzufassen —, und der sei ein Naturgesetz, das im ganzen Kosmos gelte.

Die optisch schönste — über die Wichtigkeit des Inhalts kann ich nichts sagen — hätte ich Ihnen gerne präsentiert. Doch als ich die Ansammlung von griechischen und lateinischen Buchstaben kopierte, kam das heraus:.

Nun habe ich nicht nur hochintelligente Leser, sondern ebensolche Freunde. Einer von denen erklärte mir, dass genau das Entropie sei: Aus Schönheit und Ordnung wird zwangsläufig Unordnung.

Es habe also gar keinen Sinn aufzuräumen, egal ob es sich um Messie-Wohnungen oder ums Fernsehprogramm handelt. Laut Naturgesetz wird sowieso alles immer schlimmer. Leider betrifft uns das in eigener Sache: Immerhin wurde sie bereits über 2' mal angeschaut. In den letzten paar Wochen nun haben sich Leute entschlossen, Kommentare zu schreiben. Leider geht es um Wortwechsel, die mit der Sache eigentlich rein überhaupt nichts zu tun haben.

Das Phänomen ist bekannt: Vermutlich handelt es sich hier auch um ein psychologisch erklärbares Verhaltensmuster. Ich kopiere hier zwei Kommentare: Teilweise sind das Faule Menschen die keine Sauberkeit kennen Harz 4 Kassieren fressen ficken und im Dreck leben wollen.

Ob es wirklich eine Krankheit ist weis ich nicht aber Faulheit ist es jedenfalls. Man kann es mal unordentlich zu Hause haben aber bei einigen Messies ist es im Dreck leben wegen Faulheit weil sie ihren Arsch nicht hoch bekommen. In seinem neusten Buch räumt Ursus Wehrli den Alltag auf: Weiteres zu den Büchern vom Künstler findet ihr auf: Ursus Wehrli ist Linkshänder, Querdenker und gelernter Typograf.

Sie wurden mehrfach ausgezeichnet — u. August stellte Ursus Wehrli sein neues Buch in Zürich vor. Schweizerische und deutsche Medien freuen sich über dieses Buch und stellen es detailliert vor. LessMess Sekretariat Postfach 42 Knonau. Ein Interview mit Herrn Manser, Rechtsanwalt. Jetzt gewinnt er auch noch den Berner Filmpreis. Der Film kann nur wärmstens empfohlen werden: Schaut ihn euch an!

Er kommt am 1. März in die Kinos. Zur oft sehr schwierigen Wohnsituation und der häufig drückenden finanziellen Lage von Messies werden Fragen von Rechtsanwalt Manser beantwortet. Im Pressespiegel hat Thomas einen zum Interview passenden, aktuellen Artikel gefunden.

LessMess wünscht allen einen schönen Herbst. Die Selbsthilfegruppe hat ein grosses Potenzial, einander für neue Perspektiven und Handlungsweisen zu ermutigen. Polystyrol und Mineralwolle liefern mit "gutem" U-Wert gegenteilige Ergebnisse. Im Winterfall - Heizung von innen - setzen die Leichtbaustoffe dem Wärmeabfluss wenig entgegen.

Auch das spart nicht, sondern vergeudet unnütz Energie. Das spart Energie, gerade im Winter. Die im Sommer wegen der Temperaturstabilität der Innenräume notwendigen Materialeigenschaften sparen also auch im Winter wegen der absorbierten Solarenergie und der damit verbundenen Reduzierung der Wärmeverlustströme Energie. Die Praxis am Bau belegt das: Hohe Temperaturamplitudendämpfung und Phasenverschiebung beim "Durchschlagen" einseitiger Temperaturänderungen auf die andere Seite sind als Vorteile der Massivbaukonstruktion seit jeher Stand der Technik.

Auch Bosserts und Fehrenbergs langjährig erhobene Messergebnisse des Heizenergieverbrauchs am Altbau beweisen die Wirkungslosigkeit von Leichtbaustoffen und die von der U-Wert-Berechnung stark abweichenden günstigen Energieverbrauchswerte von Massivbauten.

Hinzu kommen die Oberflächenschäden auf Leichtbaustoffen infolge ihrer hohen Temperaturbeanspruchung und schnellen Auskühlung. Das leicht nachprüfbare Lichtenfelser Experiment bestätigt die altbekannten Vorteile natürlicher Baustoffe wie Holz und Ziegel. Planer und Handwerk dürfen ihren Auftraggeber nicht zu wirtschaftlich und technisch nachteiligen Konstruktionen raten.

Dies gilt sowohl für die Nachrüstung am Altbau wie auch für Neubauten. Das Material für diesen Beitrag wurde mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt von: Bisherige Veröffentlichungen des Experiments: Müller Verlag, Köln, dann Forum. Rhein Ad hoc-Meldung vom Gertis wird voraussichtlich die Gegenposition zu den "Lichtenfelser" Dämmforschern einnehmen. Programm Hausbesitzer werden seit Februar vom Gesetzgeber in die Pflicht genommen.

Wer neu baut oder umbaut, der muss Energie sparen. Die neue Energiesparverordnung verlangt jetzt aktive Wärmedämmung und kurbelt die Nachfrage nach moderner Heizungstechnik, nach Dämmstoffen und nach neuen Trends an.

Früher, da waren die Häuser aus massiven Mauersteinen, wie die alten Burgen. Später kamen dann schon die etwas neueren Lochziegel hinzu und heute, da sind ganz moderne Verbundwerkstoffe auf dem Markt. Durch diese unterschiedlichen Materialien, da geht Wärme unterschiedlich schnell durch. Das lässt sich verhindern, indem man das Haus mit Dämmstoffen richtig "einpackt".

Aber durch neue Baumethoden und dichtere Fenster wurde auch der Luftaustausch immer schlechter. Was nun wirksame und fürs Wohnklima gute Dämmstoffe sind, da haben die Fachleute sehr unterschiedliche Meinungen und stellen sogar Messmethoden in Frage.

Die Leidtragenden sind die Hausbewohner und ihre Gesundheit. Im früheren Kinderzimmer der Familie Tremmel in Starnberg. Der Raum ist voller Schimmel. Egmund Bromm will ihn begutachten. Er ist Experte für Hausschwamm und Schimmel. Die Schimmelbelastung in Innenräumen nimmt seit ein paar Jahren drastisch zu. Zu dichte Fenster und Feuchte in den Wohnungen sind häufig die Ursachen. Die Bekämpfung mit handelsüblichen Mitteln ist meist erfolglos. Da müssen wir die Ursache beseitigen und die Ursache kann nicht hier innen beseitigt werden.

Das Gesundheitsamt lässt die Wohnung untersuchen. Sieben verschiedene Schimmelpilze werden gefunden. Einige davon können die Gesundheit schwer schädigen. Vor allem allergieanfällige Menschen sind gefährdet, wie Andreas Tremmel, der Sohn. Er bekommt schweres Asthma, darf deshalb die Wohnung nicht mehr betreten. Auch die Tochter Sabrina muss immer wieder ins Krankenhaus. Auf ihrer Kopfhaut bilden sich offene Stellen, die nur noch mit starken Antibiotika zu bekämpfen sind.

Sobald wie möglich wollen die Tremmels nun ausziehen. Sie wurden mehrmals behandelt. Der Andreas hat in der Zwischenzeit schon schweres Asthma bekommen, sodass er auch mit dem Notarzt abgeholt worden ist. Die eine Gruppe nennen wir mikrobielle, also durch Mikroorganismen erzeugte, leicht flüchtige Komponenten und die anderen nennen wir Mykotoxine.

Es gibt mehrere Gründe als Ursache für diese Vermehrung von schimmelbedingten Gesundheitsstörungen: Eine Ursache ist ganz sicherlich, dass wir heutzutage Häuser abdichten in der guten Absicht, Wärme und damit Energie zu sparen. Karl Gertis vom Fraunhofer Institut für Bauphysik. Selbst dann nicht, wenn sie zusätzlich gedämmt werden.

Sie vermeidet die Gefahr oder sie reduziert die Gefahr. Bausachverständige wie Edmund Bromm sehen das anders. Vernässte Hauswände seien hauptsächlich Folge von zusätzlicher Dämmung, nach der Devise "Viel hilft viel". Dafür sickere dann aber meist schon bald Regenwasser durch kleine Risse in die Dämmung ein. Bei den gängigen Dämmstoffen aus extrahiertem Hartschaum oder Fasermatten würde der Wärmedurchgangskoeffizient, der so genannte "K-Wert", alles gelten, meinen Kritiker. Und je mehr davon, desto besser die Dämmung".

Der Architekt Konrad Fischer aus Hochstadt a. Es soll belegen, dass gängige Dämmstoffe weniger wirken als herkömmliche Baustoffe, wie Vollziegel oder Massivholz. Das Dämmmaterial aus Styropor oder aus Mineralfasern sollte wegen seines geringen K-Wertes weniger Wärme durchlassen als die Massivholzplatte, denn die hat einen hohen, also schlechten K-Wert. Ein geringer K-Wert besagt gar nichts. Die Form der Hyperbel bedeutet, dass eine Verdoppelung des Aufwandes, also der Dämmstoffdicke, zur Halbierung des K-Wertes nur führt, und das bedeutet automatisch eine Effizienzgrenze.

Insofern hat es energetisch wenig Sinn, unnötig viel Dämmstoff zu verwenden. Alles was drüber ist, ist also energetisch eigentlich unnütz und sinnlos.

Konrad Fischer propagiert sogar, auf die Leichtbauweise mit modernen Dämmstoffen ganz zu verzichten und stattdessen Häuser wieder aus Vollziegel oder Massivholz zu bauen. Da hat man für 1 Mio. DM Dämmstoff aufgetragen auf ein Haus von drei bauartgleichen mit 25 Wohneinheiten. Im Ergebnis hat man überhaupt keine Energie gespart. Das lässt sich bis in die jüngsten Jahre nachweisen.

Dämmstoff ist wirkungslos energetisch. Wohlgemerkt - das gilt nur für die leichten Dämmstoffe. Beim Fraunhofer Institut verursachen die Kritiker nur Kopfschütteln. Andererseits blüht der Schimmel in hunderttausenden gedämmten und abgedichteten Wohnungen. Klar, Gesundheit geht vor!

Der so genannte U-Wert vormals k-Wert sei ein völlig ungeeignetes Mittel zur Erreichung von Energiespareffekten, behaupten die deutschen Baurebellen. Reichenau an der Rax pts, Claus Meier und der Schimmelpilzsachverständige Rolf Köneke. Juni nach Reichenau an der Rax geladen hatten. Sie berufen sich auf das so genannte "Lichtenfelser Experiment", das durch eine Darstellung im ARD die deutsche Baubranche aufgerüttelt hatte.

Ein Wärmestrahler Watt Infrarotlampe mit gleich bleibender Entfernung und konstanter Strahlungsdauer von zehn Minuten bewirkt für unterschiedliche Baustoffplatten in vier Zentimeter Tiefe Unterseite Platte unterschiedliche Temperaturerhöhungen. Der sich ergebende Temperaturunterschied lässt ihrer Meinung nach Rückschlüsse auf die Thermostabilität und Dämmwirkung der Baustoffe zu. Schützenhilfe lieferten sie auch dem heimischen Baurebell, dem niederösterreichischen Erfinder Ing.

Wilhelm Mohorn, der nach einer von ihm erfundenen Methode feuchte Mauern ohne Chemie, ohne Strom und ohne aufwändige Bauarbeiten absolut umweltfreundlich trockenlegt. Das Aquapolgerät funktioniert simpel: Es polt Wassermoleküle um und schickt sie zurück ins Erdreich ohne direkt mit dem Mauerwerk in Berührung zu kommen. Sein System wurde europaweit über Diese Tatsache war natürlich Öl auf die Mühlen der deutschen Bauphysiker, die das gesamte Zertifizierungssystem seit Jahren heftig kritisieren.

Nähere Auskünfte über das Aquapol- Mauertrocknen: Newsletter Juli von www. Dämmstoff im Vergleich Bauphysikalische Grundlagen einer frappierenden Temperaturmessung. Die Baufachleute Fischer, Köneke, Lipfert, Meier und Parsiegla haben mit dem "Lichtenfelser Experiment" Temperaturveränderungen verschiedener Dämmstoffe ermittelt; der erste Vorbericht erfolgte in [7].

Bemerkenswert ist, dass Styropor, aber besonders Mineralwolle entgegen der allgemeinen Vorstellungen sehr hohe Oberflächentemperaturen aufwiesen. Diese Ergebnisse lösten Überraschung und Erstaunen, aber auch Proteste der etablierten Bauphysik aus, denn immerhin wird der Fachwelt seit über 20 Jahren gesagt, die Dämmung sprich U-Wert sei der entscheidende Part im Wärmeschutz von Gebäuden.

Der Tabelle ist jedoch zu entnehmen, dass bei den "Dämmstoffen" die Temperatur im Bauteil sehr schnell hindurcheilt. Hängt dies vielleicht mit dem Speichervermögen zusammen? Immerhin steht in [2]: Demzufolge werden im Bauteil stets auch Temperaturströme in Gang gesetzt. Temperatur ist ein Qualitätsmerkmal.

Wärme ist Bewegungsenergie der Moleküle und ein Quantitätsmerkmal. Somit bestimmen allein die Temperaturverhältnisse in einem Bauteil die Wärmeströme und Energiebewegungen, die deshalb immer die Folge von Temperaturzuständen sind. Der funktionelle Zusammenhang zwischen der Temperaturdifferenz und dem Wärmestrom lautet: Es wird deutlich, dass der Wärmestrom q durch das Verhältnis der Temperaturdifferenz zur Streckendifferenz, dem Temperaturgradienten, bestimmt wird. Ein sich ständig verändernder Temperaturgradient, gekennzeichnet durch kurvige Isothermen, zeigt instationäre Verhältnisse an.

Der Temperaturgradient spielt für die Beschreibung der Wärmeströme also eine wichtige Rolle [14]. Auch die Definition der Wärmeleitfähigkeit l ist bemerkenswert.

Deshalb ist in [4] zu lesen: Auch das Wärmespeichervermögen Qs muss bei einer energetischen Beurteilung eines Bauteils beachtet werden, da es immerhin bedeutsam ist, ob ein Bauteil viel oder wenig Energie zu "horten" imstande ist; Energie, die von der Sonne kostenfrei geliefert wird. Rechenwerte der spezifischen Wärmekapazität c verschiedener Stoffe. Holz und Holzwerkstoffe haben eine hervorragende Wärmekapazität, deshalb sind massive Holzhäuser so vorteilhaft.

Wasser ist überragend und eignet sich somit als Wärmeträger bei Heizungen. Pflanzliche Fasern und Schaumkunststoffe liegen zwar höher als die anorganischen Bau- und Dämmstoffe, sind jedoch wegen geringer Raumgewichte als Speicher ungeeignet. Deshalb steht auch in [8]: Auch der Wärmeeindringkoeffizient b hängt weitgehend vom Raumgewicht und von der spezifischen Wärmekapazität ab [3].

Bei der Wärmeaufnahme bzw. Dies ist die Wärmemenge, die das Material bei einer Temperaturdifferenz von 1 K speichern oder abgeben kann. Je höher dieses ist, desto träger reagiert die Konstruktion auf Temperatur- und Wärmestromveränderungen. Hier schon wird klar, dass die spezifische Wärmekapazität und das Raumgewicht in die energetischen Überlegungen mit einbezogen werden muss, wenn sachgerecht Temperatur- und Wärmetransportvorgänge bewertet werden sollen.

Dabei handelte es sich um 4 cm dicke Schichten in den Abmessungen 33 x 33 cm. Die gemessenen Temperaturverläufe auf der bestrahlten Seite, also bei 0 cm, werden in nachfolgender Abbildung 1 grafisch dargestellt: Die Oberflächentemperaturen auf der bestrahlten Seite differieren während der 10minütigen Bestrahlung sehr, hier sei besonders die hohe Temperatur der Mineralwolle erwähnt. Bedeutsam für die energetische Bewertung von Baustoffen werden die unterschiedlichen Temperaturen auf der Rückseite der 4 cm Schicht, dies zeigt die Abbildung 2: Hier zeigt sich deutlich, dass nach der Bestrahlungszeit von 10 Minuten die "Dämmstoffe" verheerende Temperaturen aufweisen, während Holz, Holzfaserplatte und der Ziegel, also die Speicherstoffe, kaum nennenswerte Temperaturerhöhungen zulassen.

Die Temperaturen nach 20 Minuten sind aber immer noch höher als die der Speicherstoffe. Bei diesen erhöht sich nach der Bestrahlung sogar die Oberflächentemperatur, obgleich keine Strahlungsenergie mehr eingebracht wird. Speicherfähige und schwere Baustoffe bewirken also einen Verzögerungseffekt. Diese empirisch ermittelten unterschiedlichen Temperaturveränderungen können mit den in der Tabelle ebenfalls angeführten bauphysikalischen Speicherdaten erläutert werden: Mineralwolle und Styropor haben hohe Temperaturleitfähigkeiten a, also schnelle Temperaturbewegungen, aber auch kleine Wärmeeindringkoeffizienten b, also eine geringe und schnelle Energieaufnahme.

Dieser Nachteil der Dämmstoffe drückt sich auch im kaum vorhandenen Speichervermögen Qs aus. Die Speicherstoffe dagegen haben geringe Temperaturleitfähigkeiten a, also langsame Temperaturbewegungen, und hohe Wärmeeindringkoeffizienten b, also eine hohe und langsame Energieaufnahme, weil das Speichervermögen Qs wesentlich höher ist. Der Ziegel gleicht hier die etwas höhere Temperaturleitfähigkeit a durch einen sehr hohen Wärmeeindringkoeffizienten b und besonders hohes Speichervermögen Qs aus.

Diese positiven Eigenschaften der Speicherstoffe gegenüber Temperaturveränderungen können den U-Werten keineswegs entnommen werden. Im Gegenteil, die "guten" U-Werte der Dämmstoffe nutzen bei Temperaturveränderungen nichts, wenn keine Speicherfähigkeit vorhanden ist. Die "schlechten" U-Werte von Holz und besonders Ziegel dagegen reagieren auf Temperaturveränderungen hervorragend, weil eine genügende Speicherfähigkeit vorliegt.

Holz, die Holzfaserplatte und der massive Ziegel bieten sich deshalb als geeignete Baustoffe an, die üblichen "Dämmstoffe" dagegen sind unbrauchbar. Es muss bei instationären Verhältnissen eigentlich ein " Temperatur durchgangskoeffizient" und nicht der " Wärme durchgangskoeffizient", der U-Wert, Verwendung finden; wesentlich ist nicht der Wärmeschutz, sondern der Temperaturschutz.

In allen Energiebedarfsberechnungen gilt jedoch nur der U-Wert, der eben nur bei eingependelten, festen Temperaturen eine Utopie anwendbar ist. Zur Definition des U-Wertes steht deshalb in [3]: Luft 1 Kelvin beträgt". Der U-Wert entpuppt sich damit als Fata Morgana [12], [14]. Die Speicherfähigkeit ist für die Stabilität des Raumklimas bedeutsam und darf schon aus diesem Grunde nicht vernachlässigt werden.

Für bauübliche Abmessungen zeigt die Abbildung 3 dieses so wichtige Beurteilungskriterium: Es werden folgende Baustoffe gewählt: Je nach Baustoff ergeben sich recht unterschiedliche Ergebnisse. Reine Leichtkonstruktionen aus Dämmstoff bedingen deshalb ein "Barackenklima". Die beiden Extrembaustoffe für Speicherung Beton und Dämmung Wärmedämmstoff können also bei ähnlichen Dicken ihre jeweiligen Schwachstellen in etwa kompensieren.

Auch Haferland hat bereits auf die Bedeutung einer Temperatur-Amplituden-Dämpfung hingewiesen und zeigt in [9] die folgende Abbildung 4. Auch hier wird "Schaumkunststoff" an unterster Stelle ausgewiesen, noch unterhalb des Betons. Der Porenziegel erreicht annehmbare und gute Werte, doch das Nadelholz zeigt seine ganze Stärke: So steht unter der Überschrift "TAV nicht mehr aktuell" in [18]: Sommerliche Gebäudelüftung Nutzen der nächtlichen Abkühlung.

Hier zeigt sich das ganze Dilemma "moderner" Bauentwicklungen. Bewährtes Erfahrungswissen wird nicht mehr als solches angesehen , es wird einfach weg diskutiert. Um die Leichtwand zu retten, wird einfach das Temperatur-Amplituden-Verhältnis abgeschafft.

So einfach ist das beim globalisierten Geschäft mit dem Kunden. Nur leider ist der Kunde dabei der Dumme. Auch hier zeigt sich klar, dass Holz und massive Baustoffe wie der Ziegel hervorragend geeignet sind, klimatisch stabile Innenraumverhältnisse zu schaffen. Aus diesem Grunde ist die "zukunftsweisende" Bauweise mit viel Dämmstoff sehr kritisch zu sehen. Auf die Problematik des kapillaren Feuchtetransportes bei Schichtkonstruktionen wird besonders hingewiesen [14].

Immerhin wird dieser sehr behindert, wenn nicht sogar unterbrochen, was dann zu Durchfeuchtungen der Wände und damit zu Schimmelpilzbildungen führt. Im Interesse bestimmter Industriezweige wird "moderne" Bauphysik je nach Bedarf diskutiert und umformuliert. Aber gerade das Umweltargument ist nur ein Scheinargument, es wird arg missbraucht [13].

Die Medien veranstalten wahre Täuschungsorgien. Als "Behaglichkeits-Ausgleich" beim Barackenklima wird nun empfohlen oder verordnet , auftretende Missstände beim Raumklima durch eine aufwendige und kostenintensive technische Gebäudeausrüstung zu "bereinigen".

Wieder geht alles zu Lasten des Kunden. Es werden, wie immer, nicht die Ursachen beseitigt, sondern lediglich die Symptome bekämpft. Im Winter aber kann durch speicherfähiges Material die kostenlose Sonnenenergie "geerntet" werden, so dass sich dadurch erhebliche Energieeinsparungen ergeben. Diese Beschränkung des U-Wertes wird auch in [10] bestätigt. Die Wärmespeicherfähigkeit und somit die Masse des Bauteils geht nicht in den k-Wert ein.

Es ist recht bemerkenswert, dass Hauser, selbst ein Protagonist des U-Wert-Dogmas, einmal etwas derartig Fundamentales festgestellt hat. Wenn Leute nur das, was sie einmal gesagt haben, nicht wieder vergessen würden, wäre im Disput um den Gebäudewärmeschutz und die Behaglichkeit schon vieles gewonnen. Insofern ist es dann schon recht merkwürdig, wenn Hauser drei Jahre später in [11] versucht, die Allgemeingültigkeit des U-Wertes durch eine "Literaturstudie" zu retten, indem er die vielfältige Verwendung des U-Wertes auflistet.

Damit aber wird nur dokumentiert, wer alles mit dem U-Wert hantierte und selbst dem Irrtum unterlag, dieser sei zur Bestimmung der Transmissionswärmeverluste brauchbar. Keinesfalls jedoch wird damit die Gültigkeit und Richtigkeit des U-Wertes bewiesen.

Der U-Wert wird somit von offizieller Seite nicht zur Disposition gestellt. Dies aber ist gerade jetzt besonders verantwortungslos, weil mit der EnEV [5] vor allem die speicherfähige Altbausubstanz durch U-Wert-Verbesseung "energetisch saniert" werden soll.

Dies ist wichtig, denn die etablierte Bauphysikszene ist weit davon entfernt, davon überhaupt Kenntnis zu nehmen. Sie ist in heller Aufregung und polemisiert in Ermangelung stichhaltiger Gegenargumente in gewohnter Weise. Beleidigungen und Diffamierungen ersetzen jedoch keine Argumente. Eine Informationssperre aber löst keine bautechnischen Probleme. Umfassende Aufklärung ist notwendig, um hier die Spreu vom Weizen zu trennen, [16], [19].

Abraham Lincoln hat gesagt: Allerdings wurde Lincoln in seiner Theaterloge erschossen, wie so mancher amerikanische Präsident später auch. Pet siehe auch Internet-Adressen. Teubner Verlag Leipzig Ruhrgas Handbuch - Haustechnische Planung. Bautechnischer Wärme- und Feuchtigkeitsschutz. Ist Wärmespeichern wichtiger als Wärmedämmen? Bauverlag Wiesbaden Berlin Einfluss des Wärmedurchgangskoeffizienten und der Wärmespeicherfähigkeit von Bauteilen auf den Heizenergieverbrauch von Gebäuden.

Praxis-Ratgeber zur Denkmalpflege Nr. Altbau und Wärmeschutz - 13 Fragen und Antworten. Informationsschriften der Deutschen Burgenvereinigung e. Marksburg - Braubach.

Die Mär von der Klimakatastrophe. Infantilisierung in der Fun-Gesellschaft. Werden Energieeinsparung und Schimmelpilz sachlich diskutiert? Dabei ging er auch auf die Veröffentlichungen [1] und [2] ein, die in der Fachwelt hohe Wellen schlugen.

Die etablierte Bauphysik-Szene war entrüstet, die verarbeitende Dämmindustrie schockiert, man widersprach. Hier die wichtigsten Aussagen aus [1] und [2]: Der Tagesrhythmus ist geprägt von ständigen Temperaturveränderungen, sowohl der Luft- als auch der Oberflächentemperaturen infolge absorbierter Solarenergie.

Wärmedämmstoffe sind dagegen sehr empfindlich gegenüber Temperaturveränderungen, sie besitzen wegen fehlender Speicherfähigkeit keine Temperaturstabilität. Durch den Gertis-Beitrag, als Skript auf der Veranstaltung verteilt, wurden diese in [1] und [2] dargelegten Fakten nun eindrucksvoll untermauert. Das in [1] veröffentlichte Diagramm, das die auf der Rückseite einer 4 cm dicken Probe gemessenen Anfangstemperaturen und die nach 10 Minuten erreichten Oberflächentemperaturen geradlinig verbindet, wird zwar einmal beanstandet die beiden Messpunkte "Start" und "10 Minuten" werden durch eine Gerade verbunden, also Linearität unterstellt - was einen weiteren Fehler darstellt , doch zum anderen auch als richtig angesehen.

Es wird also die Richtigkeit der Versuchsergebnisse bestätigt. Diese gegensätzlichen Aussagen zeugen von Oberflächlichkeit im Denken. Die beste Bestätigung der in [1] und [2] gemachten Aussagen liefert jedoch das im Skript enthaltene Bild 13, das deutlich erkennen lässt: Hier wird dann zwischen stationär nach langer Zeit und instationär unmittelbar nach Einwirken der Temperaturveränderung unterschieden:.

Für die Zeit vor dem stationären Bereich muss vom instationären Zustand ausgegangen werden. Dies ist der entscheidende Satz. Im 24 Stunden-Zeitrahmen wird nie die "Temperaturkonstanz", der stationäre Zustand erreicht. In Realität liegt stets der instationäre Zustand vor und hier gilt dann die Temperaturleitfähigkeit a, wie von Gertis selbst angegeben, aber auch das Speichervermögen Qs und der Wärmeeindringkoeffizient b.

Das bedeutet im Klartext: Da es sich in Realität infolge der Sonneneinstrahlung stets um Aufheiz- und dann nachts um Abkühlvorgänge im instationären Bereich handelt, interessiert der stationärer Zustand nicht. Der Fehler war offensichtlich der, diese Fragestellung überhaupt zu bearbeiten, da die ermittelten Ergebnisse die üblichen rechnerischen Verfahrengänge in der Bauphysik ad absurdum führen.

Die Formeln in der DIN , die ja den Beharrungszustand voraussetzen, sind demzufolge hinfällig, sie sind nicht brauchbar. Es handelt sich um Phantomrechnungen. Was ist daraus abzuleiten? Selbst der Versuch, mit Argumenten "Gegenbeweise" zu liefern, endet mit der Bestätigung der in [1] und [2] gemachten Aussagen. Ist es nun pure Hilflosigkeit oder bereits das langsame Zurücknehmen fehlerhafter Positionen in der offiziellen Bauphysik? Dies würde dann die Grundeinstellung der offiziellen Bauphysik bekräftigen: Wie dem auch sei, die Auseinandersetzung wird spannend und interessant werden.

Fehldeutungen, Irrtümer, Täuschungen und Verschleierungen - alles wird herangezogen, um die Bauleute stets auf falschem Kurs zu halten - zum Leidwesen der Bauenden, zum Nutzen bestimmter Industriezweige Prof. Zur Einstimmung auf die Konsequenzen dieser Praxis wird das Strafgesetzbuch zitiert [61]: Viele beanstandungswürdigen Passagen in diesem Artikel werden wie folgt kommentiert: Moderne Ansätze Das Bauen ist viel zu ernst, als dass man dies mit dem Begriff modern umschreiben sollte.

Der Endenergieverbrauch ist der Verbrauch der fünf Endenergiesektoren. Beispielhaft werden die Werte der alten Bundesländer für genannt [64]: Die Haushalte lagen damals bei einem Energieverbrauch von etwa 2.

Es wird hier mit gezinkten Karten gespielt, denn durch die auf eine kleine Basis bezogene Prozentangabe wird der Kunde gewaltig getäuscht. Wird die Raumwärme von 2. Interessant ist auch die Tatsache, dass die Verluste der Umformung über das Dreifache der Raumwärme ausmachen. Ein Irrtum ersetzt doch keine Begründung für absurdes Handeln.

Das Gesetz verpflichte die Bundesregierung, Verordnungen zu erlassen Von Verpflichtung kann überhaupt keine Rede sein. Doch nun deshalb davon auszugehen, die Anforderungen in der EnEV seien tatsächlich wirtschaftlich, ist eine Selbsttäuschung [44].

Die Analyse solcher Gutachten zeigt, dass es sich um unseriöse, manipulierte Machwerke handelt. Moderate Amortisationszeiten seien gewährleistet Solche Ergebnisse sollten vorgelegt werden, anstatt dies nur zu behaupten. Meist basieren sie auf dem Irrtum, das Kostenminimum sei auch die wirtschaftlichste Lösung, wie in [25], und [33].

Weit gefehlt, aber die Hasardeure des Dämmwahns begnügen sich noch nicht einmal damit. Sie offerieren Lösungen, die jenseits des Minimums liegen [17], [21]. Technische Regeln zur Berechnung der energetischen Qualität der Gebäudehülle. Untersuchungen zeigen die Widersprüchlichkeit des U-Wertes [2]. Der U-Wert gilt nur für den Beharrungszustand und dies bedeutet: Insofern sind alle Berechnungen mit dem U-Wert gerade für Altbauten fehlerhaft und falsch, [43], [45], [46], [47], [54].

Die Dynamik beschränkt sich lediglich auf die Beschreibung der beidseitigen, wechselhaften Lufttemperaturen. Es ist traurig, dass unwiderlegbare Argumente von Kritikern seit 25 Jahren, wie ja immerhin eingeräumt wird, ignoriert werden. In [12] wird gesagt: Dies bedeutet, dass alle wissenschaftlichen Theorien, die wir für wahr halten, nicht deshalb als wahr betrachtet werden können, weil ihre Wahrheit wirklich bewiesen worden ist, sondern nur, weil es den Wissenschaftlern, die sie formuliert haben, gelungen ist, ihren Kollegen und uns glaubhaft zu machen, dass sie wahr seien.

Sophistik steht dabei hoch im Kurs siehe auch die Internetadressen. Zur Kritik wurde umfangreich Stellung bezogen Umfangreich schon, aber nie überzeugend, schon gar nicht beweiskräftig; oft sogar irreführend wie z. Diese Formulierung ist sogar eine semantischer Fehltritt, denn Absorption von Solarenergie ist immer instationär. Meist handelt es sich um eine recht schwache und hilflose Entgegnung, die in der Wissenschaft jedoch nicht ausreicht. Die zitierte Literaturstudie [31] listet nur auf und wiederholt die altbekannten, jedoch irrealen Argumente der nur stationär denkenden Bauphysikergilde.

Hierüber gibt es sogar einen umfassenden Briefwechsel [1]. Immerhin wird in [36] gezeigt, dass die eingespeicherte Sonnenenergie ein Vielfaches des stationären Wärmestromes über den U-Wert ausmacht. Internationale Normung stützt sich auf den U-Wert Gerade dies ist zu beanstanden. Normung wird durch die Wirtschaft geprägt.

Sich auf DIN zu stützen, ist sogar irreführend, zumal der U-Wert, ursprünglich zur Vermeidung von Schimmelpilz [51] und zur Dimensionierung einer Heizungsanlage gedacht, nun für den Energieverbrauch herangezogen wird [18].

Für die Scharlatanerie mit dem U-Wert ist dies dann sogar eine durchaus segensreiche Normung! Auch behandelt sie die Wärmeleitung und Wärmeströmung klassische Wärmelehre und die Strahlung Quantenphysik analog, was physikalisch einfach falsch ist. Die klassische Wärmelehre lebt von Temperatur differenzen , die Strahlung jedoch allein von der absoluten Temperatur. Statt Klarheit wird Verworrenheit erzielt. Eigenartigerweise wird immer nur die innere Wärmestromdicht e gemessen, die dann geradlinig extrapoliert wird, was bei massivem Mauerwerk falsch ist.

Mit einer Extrapolation wird jedoch bei einer monolithischen Wand die gesamte eingespeicherte Energie unberücksichtigt gelassen. Wie man sieht, Forschungsmanipulationen zur Verschleierung der Realität sind en vogue [12], [13]. Superdämmungen sind wegen der Hyperbeltragik zwangsläufig unwirtschaftlich. Dies bedeutet im Klartext: Dies aber ist ein zu billiges Argument, um ungenaues und falsches Rechnen zu begründen und den U-Wert zu retten.

Für die energetische Bewertung von Gebäuden ist das Nutzerverhalten nicht dominant. Dies steht im Widerspruch zu Punkt Gut gedämmte Gebäude können schlechtes Nutzerverhalten besser kompensieren Auch dies steht im Widerspruch zu Punkt 21, entspricht jedoch wohl mehr dem Wunschdenken der U-Wert-Ideologen, denn es verhält sich gerade umgekehrt. Immerhin sagte Cammerer bereits Die Aufgabe des Messens bestand wohl darin, die auch noch mit einem methodischen Fehler behaftete DIN nur zu bestätigen.

Es würde behauptet werden, dass gedämmte Konstruktionen den Energieeintrag durch Strahlung behindern Diese Aussage wird in [26] gemacht. Dort steht bezüglich eines Wärmedämmverbundsystems: Deutlicher kann die Behinderung wohl nicht ausgedrückt werden.

Auch manipulierte Forschungsvorhaben [37] dienen nicht der Wahrheitsfindung, auch wenn sie im Ziegelverband verbreitet werden [29].

Immerhin wird in [37] die absurde Aussage gemacht, eine beschiene Südwand sei energetisch schlechter einzustufen als eine unbeschienene Nordwand. Hier führt eine ideenreiche Forschungsmethodik zu diesem abwegigen Ergebnis; deutlicher kann sich bauphysikalische Forschung nicht demontieren!

Grundsätzlich ist hier zu sagen: Dämmstoffe sind gegen Temperaturveränderungen hilflos, die Temperaturen durcheilen sehr schnell den Dämmstoff [50]. Simulationsprogramme würden langwellige Strahlungsvorgänge gut erfassen Es geht hier nicht um die langwellige Abstrahlung, sondern um die kurzwellige Solareinstrahlung, die durch Absorption in nutzbare Wärme umwandelt wird.

Dieser Energiegewinn wird weiterhin fehlerhaft berücksichtigt und führt somit zu irreführenden Ergebnissen. Es ist doch absurd, wenn sich Solarstrahlung insgesamt negativ auf die Energiebilanz auswirken soll [37]. Bemerkenswert ist, dass jetzt die Behinderung des Strahlungseintrages durch Wärmedämmverbundsysteme eingestanden wird. Diese Aussage steht im Widerspruch zu Punkt Es ist erstaunlich, dass im gleichen Artikel gegensätzliche Aussagen gemacht werden.

Dies aber ist irreführend und falsch. Also ist Dämmstoff nicht das richtige Mittel, um vollwertige Raumklimate zu gewährleisten.

Wenn es also um die Absorptionsgewinne massiver Wände geht, wird alles getan, um diese zu bagatellisieren. Der Bau ist kein Präzisionsprodukt und erst recht keine Wohnmaschine, garniert mit Klebebändern, erdacht von Maschinenbauern und Physikern. Der Hinweis auf unzureichend ausgeführte Details ist deshalb fehl am Platze, zumal die Details zum Teil nicht praktikabel sind. Luftwechselrate mit und ohne Luftdichtheitsnachweis Die Luftwechselrate richtet sich nach den hygienischen Anforderungen.

Umgekehrt wäre es richtig: Dies aber ist im Interesse der Kunden zu verwerfen. Allerdings werden bei dieser Methode durch die entstehenden Bauschäden Sanierungskosten in Millionenhöhe erforderlich, die immer zu Lasten der Kunden gehen.

Wer haftet eigentlich für diesen konstruktiven Irrweg? Nicht die alten, sondern die neuen Thesen sind fehlerhaft und falsch. Die Fouriersche Wärmeleitungsgleichung Fourier zeigt hier bereits den richtigen Weg [45], [54]. Hier gibt es nur eine Möglichkeit: Von der offiziellen Bauphysik wird allerdings fälschlicherweise der Beharrungszustand auch durch die Wahl eines WDV-Systems mit den in Punkt 24 geschilderten Nachteilen erreicht. Wenn in [26] frohlockend festgestellt wird, dass ein WDV-System die Wand von der Sonne abschotte, dann werde damit doch immerhin ein annähernd stationärer Zustand erreicht.

Daraus jedoch zu folgern, damit sei der U-Wert rechtens, ist voreilig und dient nur der Verschleierung von Erfahrungssätzen. Es ist deshalb irreführend, mit diesem Trick die Allgemeingültigkeit des U-Wertes beweisen zu wollen. Rechenmethoden basieren auf Erkenntnissen, die zu harmonisierten Normen führten Bei den harmonisierten Normen handelt es sich eben nicht um Erkenntnisse, sondern um fundamentalistische Glaubensbekenntnisse zum sonnenverneinenden U-Wert.

Dem Planer wird ein leistungsstarkes Instrumentarium zur Verfügung gestellt Dies ist keineswegs der Fall. Dies aber ist keinesfalls anzunehmen. Somit ermöglicht der berechnete Heizenergiebedarf durchaus auch, das ausgedruckte Ergebnis in den Papierkorb zu werfen - dort gehört dieser Schmarren nämlich hin.

Die berechneten Heizenergiebedarfswerte sind besonders für eine massive, monolithische Wand unbrauchbar. Dem Verbraucher wird mit solchen Propagandasprüchen nur Sand in die Augen gestreut.

Die gesamte EnEV ist auf Sand gebaut. Es ist erstaunlich, wie durch Gleichschaltung des Denkens und geistigen Terror ein solches wirres Konstrukt entstehen kann.

Wissenschaft ist eine Tätigkeit, die nachprüfbare Erkenntnisse über die Wirklichkeit hervorbringt. Auflage mag eine Feststellung bedenkenswert, auch, je nach dem, wer sie macht, vertrauenswürdig machen, mehr aber nicht. Bekenntnis begründet in der Wissenschaft keine Erkenntnis. Die intellektuelle Respektlosigkeit in der Wissenschaft, zu der wir unsere Studenten erziehen müssen, ist der alleinige Garant dafür, dass Fehler ausgemerzt, Betrug durchschaut, Schlampigkeit korrigiert werden können.

Die Wissenschaft ist ein durch und durch selbstbezüglich verbundener Gemeinbesitz der ganzen Menschheit und daher auch für jeden einzelnen zu schwierig; zu schwierig auch, sie durch herostratischen Unfug zu gefährden.

Diese Thesen scheinen für die angewandte Bauphysik zweitrangig zu sein, denn die verkündeten wissenschaftlichen Grundlagen des Bauens stimmen nicht mehr. Die Bauphysik versteht es, das Rad der Wissenschaft wieder zurück zu drehen. Desinformation und die damit verbundene Desorientierung führen zu falschen Vorstellungen, wie humanes Bauen eigentlich auszusehen hat.

Das Bauen betritt damit Irrwege, die Bauphysik befindet sich in der Sackgasse. DIN mischt kräftig mit. Die einen sind naiv und unwissend genug, dass sie das, was sie da von sich geben, selbst glauben, die anderen sind raffiniert und trickreich genug, bei diesem Treiben zur Genüge abzuschöpfen und dabei treuherzig den Biedermann zu mimen [12], [13], [57], [59], [60].

Die reale Welt des Seins wird ersetzt durch die virtuelle Welt des Scheins. Die BauphysikWissenschaft baut eine pseudowissenschaftliche Märchenwelt auf, die gläubig akzeptiert werden soll. Eloquente Rhetorik vernebelt die Wirklichkeit, Gehirnwäsche ist das Zauberwort.

Das manipulierte Geschäft steht im Vordergrund. Die Tyrannei der Meinungsbildung nimmt immer schlimmere Formen an. Mit Wissenschaft hat dies alles nichts zu tun. Werden Aussagen widerlegt, erfährt der Kritisierende Beleidigungen und Schmähungen, zumindest aber ignorante Verachtung. Es gilt, sich wieder dem Wissen zuzuwenden und Aufklärung zu betreiben[56]. Energiekonzept für Wedel, November Die Stellungnahme des BMBau vom Mit kühlem Kopf gegen die Klimahysterie. Rowohlt Sachbuch , Man halte sich einmal vor Augen: Die schrecklichen Terroranschläge des September werden hier auf eine Stufe mit den Glaubensüberzeugungen und -praktiken religiöser Minderheiten wie der Zeugen Jehovas gestellt — wobei jeder unvoreingenommen Forschende mühelos erkennen kann, dass die Zeugen Jehovas bezüglich der Bluttransfusion durchaus nach Alternativen, etwa Blutplasma oder Eigenblut, suchen und mit Kliniken intensiv zusammenarbeiten.

Doch darum geht es der modernen kirchlichen Inquisition nicht: Auf dem Terror, der die Welt in Atem hält, kocht ein mit Verleumdung beauftragter Kirchenvertreter schamlos sein Verfolgungssüppchen.

Er kann dabei darauf vertrauen, dass keiner seiner Zuhörer im Geschichtsunterricht etwas davon gehört hat, welch ein perfektes Terrorsystem die Kirche während der Inquisition und der Hexenverfolgungen gegen die eigenen Gläubigen aufbaute. Behnk steht in der direkten Nachfolge Haacks, der innerhalb seiner Kirche die fast in Vergessenheit geratene Disziplin der Apologetik griech. Verteidigung [des Glaubens] wieder aktiviert hatte.

Richtig verstandene Apologetik hat immer auch das Ziel, vorhandene Grenzen aufzuzeigen, und sie will letzten Endes Mission sein. Die Opfer der kirchlichen Inquisition: Früher Mord - heute Rufmord Anfangs scheint es tatsächlich Widerstände gegen seine Arbeit gegeben zu haben. Und auch hier reibt sich Haack an der Toleranz und er schreibt: Jahrhunderts die Errungenschaften der Aufklärung so einfach wegwischt? Ist er mit einer solchen Denkweise überhaupt im Oder führt nicht eine direkte Linie von dieser Art des Denkens zu Augustinus "Liebet die irrenden Menschen; doch bekämpft mit tödlichem Hass den Irrtum!

War nicht auch Luther in seinem Fanatismus völlig desinteressiert an Erkenntnissen der Vernunft, wie seine Hasstiraden gegen Erasmus von Rotterdam beweisen — so wie Haack oder Behnk kein Interesse daran haben, Forschungsergebnisse oder Klarstellungen zur Kenntnis zu nehmen, die von ihnen angegriffene Glaubensgemeinschaften entlasten könnten?

Man muss kein Anhänger des Reinkarnationsgedankens sein, um festzustellen, dass so mancher "Sektenbeauftragter" direkt aus dem Mittelalter oder der Reformationszeit entsprungen sein könnte.

Immerhin schrieb Haack einmal in einem Brief an einen Vertreter einer von ihm verfolgten religiösen Minderheit ganz offen: Die psychologische Forschung hat längst festgestellt, dass es für das Funktionieren einer sogenannten "Gehirnwäsche" keinerlei empirische Belege gibt.

Sie müssen versuchen, ein vorhandenes Bedürfnis anzusprechen oder ein neues zu wecken und dann dessen Befriedigung in Aussicht zu stellen. Was ein kirchliches Gottesbild des strafenden, willkürlichen, ja grausamen Gottes in den Seelen vieler Menschen anrichten kann, belegen Forschungen über die sogenannten "ekklesiogenen" kirchenbedingten Neurosen.

Sie werden benutzt, um "moral panics", übertriebene Ängste, auszulösen, "gesellschaftlich konstruierte soziale Probleme, die in der Darstellung der Medien und in der Behandlung durch die Politik Reaktionen auslösen, die in keinem Verhältnis zu einer tatsächlichen Gefahr stehen". Haack scheint unter starkem Zeitdruck geschrieben zu haben", so der österreichische Theologe Adolf Holl über ein Buch von Haack.

Röhr aus Frankfurt kam zu dem Schluss: Viele Journalisten ziehen sensationelle "Stories", plakative Aussagen und Übertreibungen einer nüchternen Analyse allemal vor. Um den neuen Konkurrenten der Volkskirche, der das Volk immer mehr davonläuft, richtig das Wasser abgraben zu können, reichte aber die penetrante Desinformation und Verleumdungsarbeit über die Medien nicht aus.

Wie schon die Inquisition im Mittelalter, so spannte auch die Kirche des Jahrhunderts den Staat für ihre Zwecke ein, um zum Ziel zu kommen. Auch hier war Haack der Vorreiter. Er gründete in München eine "Elterninitiative gegen psychische Abhängigkeit und religiösen Extremismus e. Die Initiative fand bald Nachahmer im ganzen Bundesgebiet — immer spielten Pfarrer die Hauptrolle, leiteten oder steuerten die meist nur aus einer Handvoll Personen bestehenden "Bürgerinitiativen".

Das Ziel war klar: Um Politiker zu beeindrucken, musste man eine scheinbar von der Kirche unabhängige "Interessenvertretung" aufbauen, die dann öffentlichen Druck auf Medien und Politik ausüben sollte.

Ende verlangte Haack von "seinen" Eltern gezielte Berichte über die Vereinigungskirche: Eine Stadt [es handelte sich um Regensburg, Anm. Dazu sind neuere Berichte über Erlebnisse mit der Mun-Sekte vonnöten.

Bitte schreiben Sie kurz und eindringlich, was Sie Ausbildungsabbruch, psychische Störungen bis hin zu Selbstmordversuchen und Selbstmord, Geldforderungen, Erbschaftsforderungen, gesundheitliche Schäden usw.

Die Namen der Berichte werden nicht weitergegeben. Doch welchen Wert können "Berichte" haben, deren Schwerpunkt bereits vorgegeben wird und deren Verfasser anonym bleiben können? Es ist das Prinzip der anonymen Denunziation, das wie im Mittelalter ganz selbstverständlich wieder angewendet und flexibel an die heutigen rechtlichen Gegebenheiten "angepasst" wird. Karbe war so etwas wie ein Glücksgriff für Haack, denn seine 22jährige Tochter schloss sich der Vereinigungskirche an — und wurde mit Gewalt daraus wieder "befreit": Karbe gab, wie in solchen Fällen üblich, natürlich der "Sekte" die Schuld.

Entscheidend war nun, dass er sich in der Bonner Ministerialbürokratie bestens auskannte und über "Insider-Informationen über das Funktionieren des Bonner Apparates" verfügte. Cammans widmet sich auf Kosten des Steuerzahlers schon bald der Lieblingsbeschäftigung jedes "Sektenjägers": Als ein Anhänger Bhagwans an der Volkshochschule Essen Psychologiekurse gibt, ruft sie dort an und der Mann wird entlassen. Der Abgeordnete Vogel später im Kanzleramt tätig reichte eine erste Anfrage über die Gefährlichkeit von "Jugendreligionen" im Bundestag ein.

Dabei wäre für Kirchen und Religionsgemeinschaften eigentlich das Bundesinnenministerium zuständig gewesen. Doch dieses konnte "trotz sorgfältiger Untersuchungen ein angeblich rechtswidriges Verhalten neuer religiöser Bewegungen nicht belegen". Doch das brachte die Lobbyisten der Religionsverfolgung keineswegs in Verlegenheit. Wenn es das Problem vom Standpunkt der nüchternen Zahlen her nicht gibt, muss es eben durch entsprechende Wühl- und Verleumdungsarbeit herbeigeredet werden.

Inzwischen hatten die Kirchen den neuen Trend, der von einer kleinen, radikalen Minderheit von Religionsverfolgern vorgegeben wurde, aufgegriffen. Alle lutherischen Landeskirchen benannten sogenannte "Sektenbeauftragte", die man besser "Verleumdungsbeauftragte" oder "Rufmordbeauftragte" nennen sollte.

Die katholischen Diözesen folgten etwas später, zu Beginn der achtziger Jahre. Weshalb der zeitliche Unterschied? Zum einen ist es wohl das "Vorbild" Martin Luthers als fanatischem Kämpfer gegen Andersdenkende, das vielen lutherischen Pfarrern förmlich in den Genen zu sitzen scheint. Und während sie auf dem Scheiterhaufen zugrunde gehen, sollte der Gläubige das Übel an der Wurzel ausrotten.

Viele evangelische Pfarrer leiden offenbar unter einem Minderwertigkeitskomplex der katholischen Kirche gegenüber. Das alles nagt mächtig und giftig am Selbstwertgefühl evangelischer Geistlicher.

Um so wütender diffamieren die Sektenbeauftragten unter ihnen die nichtkirchlichen Gruppierungen und Bewegungen als Sekten, weil sie selber einer Sekte angehören, dies aber um jeden Preis zu verdrängen versuchen. Kirche kann man nicht sein, Sekte will man nicht sein — diese unnatürliche Spannung hält keine Psyche lange aus. Doch die über 50 katholischen und evangelischen Verleumdungsbeauftragten ihrer jeweiligen Landeskirche oder Diözese können noch so eifrig Presseartikel und Fernsehinterviews lancieren, können jede Gelegenheit nutzen, andere Glaubensgemeinschaften zu diffamieren — sie bleiben doch die Stimme ihrer Kirchen.

Um wirklich etwas zu erreichen, muss man — wie im Mittelalter — den Staat vor seinen Karren spannen. Anfangs zieren sich manche Behörden noch. So schnell kann man gewisse rechtsstaatliche Prinzipien, die man nach dem Krieg erst mühsam gelernt hat, auch nicht gleich wieder aus seinem Kopf verbannen. So verzichtete die Bayerische Staatsregierung aus "verfassungsrechtlichen Überlegungen" im November noch darauf, in einem Bericht einzelne Glaubensgemeinschaften namentlich zu erwähnen.

Lernziel ist die "Fähigkeit, echte Religiosität von religiösen Fehlformen zu unterscheiden". Die Urchristen im Universellen Leben verlangen daraufhin von der Staatregierung eine Klarstellung, ob der Verfassungsschutz gegen sie ermittle. Das Ministerium verneint das, weigert sich aber, die Sache offiziell richtig zu stellen. Das Gericht geht darauf ein, und die Sache verläuft im Sande. Sackmann wird uns später als Landtagsabgeordneter und eifriger "Ketzer"-Bekämpfer wieder begegnen S.

Haack und seinen Kollegen gelingt es also, junge, ehrgeizige Politiker auf ihre Linie zu bringen — und das kann sich noch nach Jahren für sie auszahlen, auch wenn z. Sauter wiederum einige Jahre später als "Bauernopfer" für die Versäumnisse seines Ministerpräsidenten Edmund Stoiber wegen der Verluste des Freistaats bei Grundstücksgeschäften in den neuen Bundesländern zum Rücktritt gezwungen wird. Andere stehen schon bereit, den Staat auf Kurs gegen religiöse Minderheiten — also gegen die eigenen Bürger — zu bringen.

Eine wahrhaft voraufgeklärte Sicht, die jedoch bezeichnend für die politische Kurzsichtigkeit und verzagte Uneinsichtigkeit der heutigen politischen Klasse zu sein scheint. Bereits in den achtziger Jahren bringen fast alle deutschen Bundesländer sogenannte "Sektenberichte" heraus, meist mit konkreter Nennung von "gefährlichen" Gruppen. Auch wenn dann im Text über eine einzelne Gruppe inhaltlich kaum etwas Konkretes vermerkt wird, so genügt bereits die offizielle Nennung von staatlicher Seite, um eine Gruppierung zu brandmarken: Und wer als "konfliktträchtig" gilt, das bestimmt Vater Staat aufgrund kirchlicher Einflüsterungen.

Auslöser war ein Kongress der Zeugen Jehovas, der im Olympiastadion stattfinden sollte. Als man feststellte, dass die rechtlichen Voraussetzungen für eine Verweigerung nicht ausreichten, da es ja den Grundsatz der weltanschaulichen Neutralität gibt, zog man eine einfache Konsequenz: Besier weist darauf hin, dass die Zeugen Jehovas seit den zwanziger Jahren ihre Kongresse in öffentlichen Einrichtungen Berlins abhielten.

Dabei wollen die allermeisten nur in Frieden nach ihrem Glauben leben, sonst nichts. Die Richterin Dorothee Osterhagen stellt dazu fest, "dass sich die Konfliktträchtigkeit der alternativen Gruppen schlicht darin erschöpft, dass sie einem kirchlich definierten Christentum und einem marxistisch inspirierten Gesellschafts- und Menschenbild widersprechen.

Bleiben wir noch einen Moment in der neuen deutschen Hauptstadt, die eigentlich bezüglich der Rechtsstaatlichkeit ein Vorbild für andere Städte sein sollte. Dort hat jedoch Pastor Gandow die staatlichen Stellen offenbar voll im Griff. Als ein "Sektenbericht" mit dem Titel "Sekten — Risiken und Nebenwirkungen" erschien, teilte die zuständige Senatorin Ingrid Stahmer SPD dies der Presse erst dann mit, als bereits Stück an pädagogische Beratungsstellen, soziale Hilfsdienste und Schulen verschickt worden waren.

Und dieser Umstand wurde auf der Pressekonferenz keineswegs verheimlicht, sondern die "Sektenfachfrau" Anne Rühle erklärte, man habe sich damit "vorsorglich gegen juristische Blockaden" gewappnet. Dass man sie vorher, wie in einer Demokratie üblich, anhören könnte oder müsste, bevor man über sie etwas Herabsetzendes sagt, kommt offensichtlich weder in Berlin noch anderswo einer staatlichen Stelle in den Sinn.

Aber so schrieb es eine mittelalterliche Regel der Inquisition auch vor: Mit einem Ketzer darf man gar nicht reden! Dabei hatte Berlin gar nichts zu befürchten. Drei Jahre zuvor, beim vorhergehenden "Sektenbericht", hatte es zwar Einsprüche gegeben, darunter einen des Universellen Lebens , das es nicht hinnehmen wollte, dass in diesem Bericht von einfach eine Reihe von Verdächtigungen über diese Glaubensgemeinschaft referiert wurden — wobei in der Einleitung alle aufgeführten Gruppen mit geschickter Suggestion als "Ungeheuer", als "antidemokratisch und sozial unverträglich" hingestellt wurden.

Doch das Berliner Oberverwaltungsgericht lehnte einen Eilantrag, mit welchem der Stadt Berlin die Nennung des Universellen Lebens untersagt werden sollte, ab und lieferte eine Begründung mit, die blanker Hohn ist: Die Glaubensgemeinschaft werde ja durch einen solchen Bericht nicht daran gehindert, "ihre Tätigkeit, so wie sie es nach ihrem Glauben für richtig" hält, "fortzusetzen".

Wir werden im dritten Kapitel im einzelnen sehen, wie "einfach" das für eine Gruppe von "Unberührbaren" ist. Es sollten "umfassende Aufklärungsmaterialien für Kindergärten und Schulen" bereitgestellt werden und man solle in den Schulen "Sektenkontaktlehrer" ernennen.

Wer kann solche Biographien über die Jahre hinweg verfolgen? Denn was unterscheidet einen "Sektenkontaktlehrer" noch von einem schulischen "Blockwart"? Doch Krügers Karriere geht weiter. Im Jahr wird er zum Leiter der Bundeszentrale für politische Bildung ernannt — und will dort vor allem den Rechtsradikalismus bekämpfen.

Sektenjagd als karriereförderndes Element oder als Thema für Politiker, die sonst keines finden, bei dem sie sich profilieren können — da gibt es in Berlin noch Krügers Parteifreundin Renate Rennebach, ebenfalls Bundestagsabgeordnete und "Sektenbeauftragte" der Bundestagsfraktion der SPD. Rennebach ist zwar als gelernte Friseuse weder Theologin noch Pfarrerin, doch sie betätigt sich in der evangelischen Kirche in Berlin-Zehlendorf als gewählte Laienvertreterin.

Berlin wurde etwas ausführlicher dargestellt — aber es ist kein Einzelfall. Politiker, die sich längerfristig oder auch nur gelegentlich mit dem "Sekten"-Thema zu profilieren versuchen, gibt es in allen Bundesländern — und in allen Parteien.

In Schleswig-Holstein ändert man gar das Landesdatenschutzgesetz, um "Sekten" von staatlicher Seite besser überprüfen zu können. Einige Bundesländer haben sogar eigene staatliche "Sektenbeauftragte" ernannt, bei Parteien gibt es sie auch schon, und selbst bei einigen Polizeidienststellen, so in Leipzig, Sindelfingen, München. Die Schüler der Landespolizeischule Wertheim wurden nach eigenem Bekunden "über die Sekte" — gemeint ist in diesem Fall das Universelle Leben — "schon eingehend informiert", ehe sie sich Anfang ins Gästebuch der evangelischen Pfarrei Michelrieth eintrugen, deren "zusätzliche Informationen" — gemeint ist eine Sammlung von Gerüchten und Verleumdungen — den Polizeischülern "gerade recht" kamen.

Dass dies weiter um sich greift, dafür sorgen eifrige Politiker auf Landesebene wie der hessische Sozialminister Clauss, der das Landesjugendamt anwies, von der evangelischen Kirche herausgegebenes "Informationsmaterial" über "Sekten" an sämtliche Jugendämter des Landes zu verteilen.

Wenn dann mal einer aus der Reihe tanzt wie der Mitarbeiter der thüringischen Landesarbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendschutz, der im August erklärte, er sei "für Religionsfreiheit" und mache "keinen Unterschied zwischen Kirchen und Sekten" — dann wird er in der Presse als "ahnungslos" bezeichnet, und Institutsleiterin Christa Herwig von der Lehrerfortbildungsanstalt in Bad Berka reagiert "mit Unverständnis ob solcher Naivität" und weist darauf hin, dass man in den vergangenen zwei Jahren "auf Beschluss der Landesregierung Deshalb werden sie Tatsachen, die religiöse Minderheiten entlasten, bestreiten und nicht zur Kenntnis nehmen.

Das gilt bis in die höchste Ebene: Ihre Verbreitung habe inzwischen fast die Form einer "Unterwanderung" angenommen. Keine der sich zur Wehr setzenden Gruppen war aber vor Erstellung des Reports angehört worden. Man muss sich einmal klar machen, was es bedeutet, wenn über drei Jahrzehnte hinweg, also fast eine Generation lang, die Diffamierung religiöser Minderheiten immer wieder in die Köpfe hineingebracht wird: Hier werden Vorurteile institutionalisiert, sie werden in das Unterbewusstsein eingraviert.

Doch davon kann ohnehin noch keine Rede sein. Jahrhundert, 30 Jahre nachdem Haack den Begriff "Jugendsekten" in die Welt gesetzt hat, dessen Unwissenschaftlichkeit längst bewiesen ist, werden mit diesem Kampfbegriff noch immer die Gehirne von Schülern bearbeitet.

Das Darmstädter Echo meldet am Seit rund 25 Jahren häufen sich schockierende Nachrichten über die Tätigkeiten der so genannten Jugendsekten. Viele Sektenanhänger sind von ihrem Führer abhängig, nirgendwo sozial- oder krankenversichert und erbetteln Millionen für den Luxus ihres Führers Und sie werden so lange durch die Gehirne geistern, wie die Eltern, die Erzieher und der Staat es zulassen, dass Kirchenvertreter unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit Zwietracht und Konflikte säen und junge Menschen gegen ihre Mitbürger aufhetzen.

Wie um dem hier entstandenen Irrsinn die Spitze aufzusetzen, vereinbarten im Oktober die Universität Bayreuth und die evangelische Landeskirche in Bayern, gemeinsam ein "Institut zur Erforschung der religiösen Gegenwartskultur" einzurichten. In einer zweijährigen "Probephase" habe man bereits eng mit dem lutherischen "Beauftragten für religiöse Strömungen", Bernhard Wolf, zusammengearbeitet, der nun eigens seinen Dienstsitz nach Bayreuth verlegen werde.

Wolf nannte die neue Einrichtung "eine zukunftsträchtige Investition" — für die Landeskirche "könnten die Erkenntnisse wertvolle Einblicke in neue geistige und religiöse Entwicklungen in den bayerischen Regionen geben". Unter dem Deckmantel der Wissenschaft werden religiöse Minderheiten ausgeforscht — und der Staat bezahlt für diese "Investition".

Aber haben die vielen Minister, Politiker, Behördenvertreter nicht vielleicht doch recht, wenn sie immer vor den "Sekten" warnen? Ist da nicht vielleicht doch was dran? Können so viele verantwortungsvolle Amtsträger irren? Oder vielleicht müsste man sagen: Sie wollen es so. Denn wenn sie gewollt hätten, dann hätten sie die Forschungsergebnisse, die ihre Befürchtungen entkräftet hätten, nur zur Kenntnis zu nehmen brauchen.

Demnach hatte eine Umfrage bei sämtlichen deutschen Staatsanwaltschaften und Landgerichten ergeben, dass alle Anzeigen wegen Betrugs, Freiheitsberaubung, Nötigung, Körperverletzung gegen neue religiöse Bewegungen eingestellt worden waren.

Schon hatte Staatssekretär Ruder aus Baden-Württemberg erklärt, dass den "Jugendreligionen" strafbare Handlungen "nicht nachzuweisen" sind. Sind diese Sektierer vielleicht einfach zu raffiniert, als dass man ihnen so leicht etwas nachweisen kann? Ist nicht gerade die Tatsache, dass man ihnen nichts Konkretes nachweisen kann, ein starkes Indiz dafür, wie gefährlich eben die angebliche "Gehirnwäsche" ist, die "Persönlichkeitsveränderung", der sich ihre Anhänger unterziehen müssen?

Mit fast der gleichen "Logik" hat man übrigens während der Hexenverfolgungen argumentiert: Schreit die "Hexe" während der Folterung vor Schmerzen, so muss sie schuldig sein. Schreit sie aber nicht, so muss sie erst recht schuldig sein — denn wie könnte sie das sonst aushalten, wenn nicht mit Hilfe des Teufels? Doch auch zu der Behauptung der angeblich manipulativen und negativen Veränderung der Persönlichkeit von Mitgliedern einer neuen religiösen Bewegung gibt es schon frühzeitig nüchterne Forschungsergebnisse.

So musste der Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit bereits einräumen: Die Bundesregierung gab für Mark eine Grundlagenstudie in Auftrag, die als "Wiener Studie" fertig gestellt wurde.

Hier wurden Anhänger von vier neuen religiösen Bewegungen mit Tiefeninterviews untersucht: So konnten viele eine frühere Drogenabhängigkeit überwinden. Bei der Ablösung von einer NRB treten zweifellos unterschiedlich schwere psychische Belastungen auf, die bei solchen, die schon vor ihrem Beitritt zur NRB psychische Störungen aufwiesen, zu schweren Krisen führen können.

Auch die Ehemaligen erwähnen diese Aspekte immer wieder und sehen in der Zeit der Mitgliedschaft meist eine konstruktive Phase ihres Lebens, über die sie jetzt hinausgewachsen sind.

In keinem Fall konnten wir Hinweise auf eine sogenannte Psychomutation finden. Zum einen wird angemerkt, dass dies meist dann geschieht, wenn die betreffenden Personen "schon vor ihrem Beitritt Dies deckt sich mit den Ergebnissen des Heidelberger Psychiaters Lang, der in einer kleineren Studie zu dem Ergebnis kam, dass "die Zugehörigkeit zu Jugendreligionen vor dem Hintergrund vorgegebener Persönlichkeitsdefizite zu einem Auslöser für die pathologische Entwicklung in Form von psychotischen Entgleisungen werden kann".

Auslöser für eine pathologische Entwicklung kann bei einer vorbelasteten Person so gut wie alles Neuartige sein, jede Veränderung ihrer Lebensumstände. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls Wolfgang Kuner in einer Studie, die bei Mitgliedern der Kinder Gottes, der Vereinigungskirche und Ananda Margas durchgeführt und die im September in Psychologie heute veröffentlicht wurde: Diese Gruppe von Jugendlichen wirft die schwierigsten psychologischen und psychiatrischen Probleme auf.

Ottoson aus Stockholm kam in einer epidemiologischen Studie zu dem Ergebnis, "dass psychische Erkrankungen in weltanschaulich alternativen Gruppen mal weniger vorkommen als im Bevölkerungsdurchschnitt". Natürlich existieren neue religiöse Bewegungen nicht im luftleeren Raum. Auch bei ihnen kann es einzelne Mitglieder geben, die einmal straffällig werden oder vielleicht auch unter seelischen Störungen leiden. Eine seriöse Beurteilung wird den Prozentsatz solcher Einzelfälle immer in Bezug zum entsprechenden Prozentsatz in der Gesamtgesellschaft setzen und erst dann Rückschlüsse ziehen.

Kuner in der genannten Studie — und er kommt zu dem Ergebnis: Eine Untersuchung von Mitgliedern dreier neuer religiöser Gruppen zeigt, dass ihre psychischen Profile, insgesamt betrachtet, im Normalbereich liegen. Es fanden sich jedoch unterschiedlich starke, gemeinsame narzisstische Persönlichkeitszüge. Der Eintritt in eine neue Glaubensbewegung erfolgt in vielen Fällen aus dem Wunsch heraus, diese Struktur und damit die eigene Persönlichkeit zu verändern. Die Veränderung der Persönlichkeit kann ja durchaus auch etwas Positives sein — und letztlich ist das Ziel jeder Religion eine Veränderung der Persönlichkeit des Menschen, hin zu bestimmten ethischen Zielen, zu einer Hingabe an Gott, zum Frieden mit den Mitmenschen, mit der Natur, mit Gott.

Es ist bezeichnend für den geistigen Zustand der Kirchen, dass sie Persönlichkeitsveränderung offenbar nur noch als etwas Negatives, Gefährliches wahrzunehmen vermögen. Je mehr nun Eltern oder andere bisherige Bezugspersonen Einfluss zu nehmen versuchen, desto schwieriger kann für den Betroffenen die seelische Situation werden — je nachdem, wie unabhängig er innerlich ist. Dabei besteht die Gefahr, dass beispielsweise die Eltern den Kampf gegen die angeblich gefährliche "Sekte" unbewusst zum Vorwand dafür nehmen, eigene Erziehungsdefizite, eigene Anteile an einem Zerwürfnis mit ihren Kindern nicht zur Kenntnis nehmen zu müssen.

Genau dies scheint allgemein ein wichtiger Aspekt beim Verhalten von Kirche und Staat gegenüber neuen religiösen Bewegungen zu sein: Anstatt eigene Defizite wahrzunehmen und anzugehen, wird lieber ein Sündenbock gesucht.

Es ist nämlich auffallend, dass die von Verleumdungsbeauftragten immer wieder angegebenen Kriterien für "Sekten" bei näherer Betrachtung samt und sonders auf Defizite der Kirchen selbst hindeuten, also psychologisch gesehen Projektionen sind: Der eigene Fehler wird verdrängt und auf andere projiziert.

Der "Guru", der sich mit Personenkult feiern lässt, könnte z. Es gehört zu den eindrucksvollsten Beispielen für das Verdrängungsvermögen der menschlichen Psyche, dass sowohl Kirchenvertreter als auch Politiker und Journalisten immer wieder mit Inbrunst diese "Sekten-Kriterien" herunterbeten — aber dass weder sie selbst noch ihr Publikum merken, dass diese Kriterien am ehesten auf die Kirche selber zutreffen. Nur selten gibt es Ausnahmen. Die Suche nach einem Sündenbock zur Ablenkung von eigenen Defiziten ist auch unter Politikern beliebt.

Bereits der Einsetzungsbeschluss vom Mai zeigt, dass das Ergebnis der Untersuchung im Grunde vorweggenommen werden soll: Die Kommission soll in einer Analyse "die von diesen Organisationen ausgehenden Gefahren für den einzelnen, den Staat und die Gesellschaft erfassen" sowie "die offenen und verdeckten gesellschaftspolitischen Ziele dieser Organisationen aufarbeiten".

Die Kommission soll nach dem Willen des Parlaments nicht untersuchen, ob von den Organisationen, die untersucht werden sollen, Gefahren ausgehen, und, wenn ja, welche.

Sie soll auch nicht untersuchen, ob diese Organisationen etwa überhaupt gesellschaftspolitische Ziele haben, womöglich sogar verdeckte. Nein, all dies wird als gegeben vorausgesetzt. Heiner Barz, "waren drei kirchliche und zwei staatliche Sektenbeauftragte, ein Mitglied stand der Verbandstätigkeit der Psychologen nahe, alle drei Juristen waren ausgewiesene Sektengegner. Die betroffenen Organisationen erhielten keine Möglichkeit, zu diesen Aussagen Stellung zu nehmen, ja sie erhielten nicht einmal Kenntnis davon, was da besprochen wurde.

Wenn sie eingeladen und befragt wurden, dann ohne Bezug zu den Anschuldigungen und mit anderen Themen. Wohl aber erhielten mit den "Sektengegnern" in Verbindung stehende Journalisten unter der Hand Abschriften der bei den Aussteiger-Vernehmungen angefertigten Protokolle.

Derartiges gab es nur bei der mittelalterlichen Inquisitionsbehörde, die an der Wahrheit nicht interessiert war, sondern in jedem Fall verurteilen wollte. Dennoch ging die Rechnung der Kommissionsinitiatoren nicht auf. Die von der Kommission in Auftrag gegebenen begleitenden Forschungsprojekte, die empirische Daten über die tatsächlichen Gefahren der neuen Religionen erbringen sollten, bestätigten das im Vorhinein aufgebaute Negativbild nicht. Die Kommission hatte offensichtlich die Perfektion eines mittelalterlichen Inquisitionsgremiums nicht ganz erreicht.

Vermutlich um dies zu kaschieren, veröffentlichte man die mit öffentlichen Geldern durchgeführten Studien erst einige Monate nach dem Abschlussbericht der Kommission vom 9. Dass die Ergebnisse dieser Studien dennoch gleichzeitig mit dem Abschlussbericht bekannt wurden, verdanken wir dem Restbestand an demokratischen Verfahrensregeln, der in diesem insgesamt alles andere als demokratisch-fairen Verfahren eingehalten wurde: Sie berichten über die Ergebnisse unter anderem folgendes: Der von praktisch allen Autoren berichtete hohe Durchlauf in NRB mit relativ geringen Zeiten der Mitgliedschaft spricht gegen die These, dass einmal gewonnene Mitglieder nicht mehr in der Lage sind, sich aus eigener Energie wieder zu lösen.

Es liegen entsprechende Erfahrungsberichte zu vielen Institutionen vor, z. Es ist in diesem Zusammenhang festzuhalten, dass sich keine allgemeinen Aussagen über die psychischen Folgen einer Mitgliedschaft in einer neuen religiösen Bewegung machen lasen. Während einerseits negative Folgen wie die Verstärkung bestehender psychischer Probleme nicht ausgeschlossen werden können, kann andererseits auch auf positive Effekte verwiesen werden.

Also wurde diese klare Feststellung wieder vernebelt durch eine Reihe von Bemerkungen, die einer empirischen Grundlage entbehren. Da ist die Rede von "einigen Gruppen", in denen es "totalitäre Machtverhältnisse" gäbe — welche das sein sollen, wird nicht gesagt, so dass im Grunde wiederum alle verdächtigt werden.

Es wird — entgegen der Tatsache, dass es hierfür keinerlei empirische Belege gibt — von "Formen massiver psychosozialer Abhängigkeit" gesprochen, durch die es "durch bestimmte Techniken und Therapieformen" kommen könne. Zur "Begründung" all dieser Vorwürfe verweist man allgemein auf Berichte von "Aussteigern" — als ob es nicht Hunderttausende "Aussteiger" aus den Kirchen gäbe, die allerlei Negatives über ihre ehemalige religiöse Heimat zu berichten hätten.

Es wäre aber auch verwunderlich gewesen, wenn die Drahtzieher der Kommission nach all der apologetischen Vorarbeit so einfach das Feld geräumt hätten. Martin Kriele, "entfallen gut bezahlte Jobs. Dass die Kommissionsmehrheit nicht bereit war, von ihrer ideologisch vorgeprägten Einseitigkeit abzurücken, wird vollends deutlich, wenn man die Handlungs-Konsequenzen ansieht, die nach ihrer Ansicht aus den Ergebnissen gezogen werden sollten.

Denn hier werden nun Forderungen erhoben, die zu den erbrachten Forschungsergebnissen in geradezu eklatantem Widerspruch stehen: Es soll eine staatliche "Informations- und Dokumentationsstelle" eingerichtet werden, die Material über neue religiöse Bewegungen sammeln, auswerten und dieses dann Behörden und öffentlich-rechtlichen Körperschaften — also auch den Kirchen!

Denn wenn man schon von "totalitären Organisationen" spricht, so müsste man, wie der Soziologe Prof. Und wenn der Staat vor den Gefahren psychosozialer Abhängigkeit bei neuen religiösen Bewegungen warnt, wie es die Enquete-Kommission fordert, so würde er dabei von dem psychologisch nicht fassbaren Idealbild eines "psychosozial autonomen Menschen" ausgehen: Seiwert nicht ohne einen gewissen Sarkasmus.

Überall lauert die Gefahr psychosozialer Abhängigkeit. Wie viele Krisen und soziale Konflikte könnten vermieden werden, wenn der Staat seine Schutzpflicht ernster nähme! Wo bleibt die Aufklärung über die psychischen Gefahren der Ehe und ihre Konfliktpotentiale? Wer warnt die Menschen vor den massiven psychosozialen Abhängigkeiten, die die Gründung einer Familie mit sich bringen kann? Wie lange noch will der Staat tatenlos dem Leid unzähliger gescheiterter Beziehungen zusehen?

Liebe, Freundschaft und emotionale Bindungen müssen in unseren Schulen endlich als das vermittelt werden, was sie sind: Es handelte sich dabei "nicht nur um ein Instrument zur Gedankenkontrolle und zur Einschüchterung, sondern auch zur Befriedigung eines religiösen Voyeurismus.

So wird die Einrichtung einer "Bund-Länder-Stiftung" empfohlen, die in erster Linie zur finanziellen Unterstützung der "privaten Beratungs- und Informationsstellen" zum Thema "Sekten" dienen soll — wozu natürlich vor allem die kirchlichen Stellen zu rechnen sind. Da ist die Katze also aus dem Sack: Man will Steuergelder für die "Sektenverfolgung" locker machen. Die Kirchen, die ohnehin die reichsten privaten Institutionen im Lande sind, wollen sich die Dezimierung ihrer Konkurrenten auch noch vom Staat bezahlen lassen.

Die Kommission fordert die Finanzierung von Forschungsvorhaben zu diesem Thema — der erste Auftrag ist inzwischen bereits vergeben worden, allerdings nicht an die schärfsten Sektengegner, wie diese es sich erhofften. Der Staat scheint offensichtlich gemerkt zu haben, dass er sich auf die Dauer lächerlich macht, wenn er den fanatischen Bekämpfern nicht-kirchlicher Gruppierungen in vollem Umfang nachgibt.

Doch zu einem klaren Bekenntnis gegen eine Aushöhlung des Rechtsstaats, die mit solchen Forderungen zwangsläufig verbunden ist, haben sich weder die Regierung noch das Parlament durchringen können — der Endbericht der Enquetekommission wurde von der Mehrheit des Bundestages verabschiedet.

Darin enthalten sind weitere "Empfehlungen" wie: Weiter soll der Staat vor "dem Anspruch einer religiösen Gruppe auf die rigide Einhaltung von Lebensregeln" warnen. Mönche und Nonnen zum Verlassen ihrer Orden auffordern.

Die rot-grüne Regierung legte bei der Umsetzung der Forderungen der Enquete-Kommission zwar keinen sonderlichen Arbeitseifer an den Tag. Für das Gebiet der psychologischen Beratung müssen sich die Kirchen allerdings eine neue Strategie überlegen.

Ein Entwurf eines Gesetzes zur "gewerblichen Lebensbewältigungshilfe" wurde Anfang wieder zurückgezogen, nachdem man offenbar gemerkt hatte, dass davon die Kirchen, die auf dem Gebiet der "Lebensberatung" zunehmend auch gewerblich tätig sind, selbst betroffen wären.

Ein kirchlicher Inquisitor wie der langjährige Mitarbeiter der Ev. Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Hans-Jörg Hemminger, von dem weite Teile des Abschlussberichts der Enquete-Kommission stammen sollen , war zeitweise selbst bei einer obskuren "Gesellschaft für Biblisch-Therapeutische Seelsorge" tätig — obwohl er von seiner Ausbildung her gar kein Psychologe ist.

Gerhard und Maria Besier berichten z. Tatsache war lediglich, dass N. Kein Wunder, dass Prof. Martin Kriele von "faschistischen Zügen" solcher Sektenjagd spricht. In einer Presseerklärung vom August stellt er klar: In einer Umfrage sprachen sich 80 Prozent der Befragten dafür aus, "die Sekten zu verbieten" — und das, obwohl höchstens ein halbes Prozent der Bevölkerung neuen religiösen Bewegungen angehört. Das liegt wohl nicht nur an der Kirchenbindung der Politiker: Es liegt möglicherweise auch daran, dass sowohl die Kirche als auch eine gewisse "linke" Weltanschauung in einem Punkt übereinstimmen: Der Mensch als solcher ist schwach, ein "Sünder", und das soll auch so bleiben; er braucht deshalb fürsorgliche "Betreuung" von Kirche und Staat.

Jegliche Ethik und Moral, die höhere Anforderungen an ihn stellt, ist von Übel, da sie ihn in der "freien Entfaltung" seiner schwachen und sündhaften Persönlichkeit nur behindern würde. Ein geistig-religiöser Weg, der dem Menschen die Möglichkeit vor Augen stellt und das Ziel vorgibt, sich persönlich zum Besseren zu verändern, ist zu bekämpfen, da dies erstens unmöglich ist und zweitens zur Folge hätte, dass die Menschen sich am Ende einbilden, sie könnten besser wissen, wie sie ihr Leben gestalten wollen, als ihre religiösen und politischen Heilslehrer.

Der Konstanzer Jurist Prof. Heinrich Wilms bescheinigt denn auch der Mehrheit der Enquete-Kommission "ein quasi-totalitäres Fürsorgeverhalten, das von dem Streben beherrscht wird, nicht-konformistische Glaubensüberzeugungen möglichst zu verhindern".

Ein militanter Atheismus, ein "fanatischer Eifer zur Ausrottung der Religion an sich" verbinde sich mit der kirchlichen Hierarchie gegen neue religiöse Strömungen. In der Theologie sei vieles an den Zeitgeist angepasst worden: Doch viele Menschen fühlen sich in den Kirchen nicht zu Hause, sie suchen anderswo eine innere Orientierung. Sie sahen sich um ihren endgültigen Triumph gebracht Dieses ist zunächst in die Kirchen zurückzutreiben, um dann zusammen mit ihnen unterzugehen.

Rund hat die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen bislang registriert In manchen dieser Zirkel sind Folter, Vergewaltigung und psychischer Terror üblich Kinder werden Opfer körperlicher Misshandlung oder sexuellen Missbrauchs.

Er unterstellt dies den "Sekten", ohne irgend etwas davon nachzuprüfen — und ohne zu erfassen, dass es ja dann eine Flut von Aufsehen erregenden Prozessen geben müsste. Den Koalitionären gegen die neue Religiosität kam es zugute, so Kriele weiter, "dass die liberale Tradition in Deutschland nie sehr gefestigt war". Doch ausgerechnet "der Respekt vor Religion und Weltanschauung", so Kriele, ist für die Deutschen "das letzte, was sie begreifen".

Das mag auch daran liegen, dass nirgendwo in Europa der Hexenwahn, die "Tradition des Grauens vor Magie und Esoterik", so intensiv wütete wie in Deutschland. Hier wurden "die Hexenrichter als Beschützer und Befreier empfunden, denen man so dankbar vertraute wie heute den Sektenbeauftragten. Dem Unrecht entgegenzutreten wäre nicht populär gewesen. Man wollte sich nicht exponieren Wie der Wind geht, so neigt sich der Halm. Oder ob das "Ross Staat" den "Reiter Kirche" endlich abwirft, der immer noch das Ross lenkt und sich von ihm tragen lässt.

Solange der Staat nicht dafür sorgt, dass alle Glaubensrichtungen gleich behandelt werden, so lange muss man sich um die Religionsfreiheit in diesem Lande und auch in einigen Nachbarländern Sorgen machen. Jahrhundert", , Teil II, S. Newton Malony, "Bewusstseinskontrolle aus psychosozialer Perspektive" in: Erfahrungen mit Manichäern" in:

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