Weltwirtschaftskrise

Die Geschichte des Ruhrgebiets beschreibt die Entwicklung einer Region, die bereits im Mittelalter als wichtiger Verkehrsknoten galt, und im Zeitalter der Industrialisierung durch ihre Kohlevorkommen große Bedeutung erhielt.

Die Leitzinsen blieben wegen der desolaten Devisensituation nach der Bankenkrise hoch, ebenso die Steuern:

Inhaltsverzeichnis

Die Geschichte des Ruhrgebiets beschreibt die Entwicklung einer Region, die bereits im Mittelalter als wichtiger Verkehrsknoten galt, und im Zeitalter der Industrialisierung durch ihre Kohlevorkommen große Bedeutung erhielt.

Jahrhunderts schlossen sich mehrere rechtsrheinische Germanenstämme zum Stammesverband der Franken zusammen, die in zwei Gruppen unterteilt werden: Der Stammesname war bei den Römern ab der Mitte des 3.

Nachdem es seit Anfang des 3. Ein Teil dieser fränkischen Kriegerschar drang sogar nach Spanien vor und eroberte Tarraco, das heutige Tarragona , an der spanischen Ostküste. Die Colonia Ulpia Traiana wurde durch einen fränkischen Angriff stark zerstört. An ihrer Stelle entstand Anfang des 4. Jahrhunderts die gewaltige Festung Tricensimae.

Der bislang schwerste Überfall germanischer Gruppen in römisches Gebiet erfolgte im Frühjahr , als nicht nur die Alamannen in Süddeutschland in die römische Provinz eindrangen, sondern gleichzeitig fränkische Kriegsscharen den niedergermanischen Limes durchbrachen. Erstmals waren auch elbgermanische Stämme wie die Vandalen , Lugier und Burgunden am Einfall beteiligt.

Etwa ein Jahr plünderten die Germanen die römische Provinz Gallien, bevor der römische Kaiser Probus in der Lage war, sie effektiv zu bekämpfen. Die Kämpfe gegen die germanischen Plünderer in Gallien dauerten bis Nachdem der römische Kaiser Maximian nach schweren Kämpfen einen Sieg gegen die Niederfranken erringen konnte, siedelte er Teile des Stammes auf linksrheinischem, also römischem Gebiet an. Jahrhundert sind immer wieder Kriege römischer Kaiser gegen die Niederfranken überliefert, so der Feldzug des Kaisers Constans in den Jahren und Im Jahre eroberten die Franken die römische Festung Tricensimae in der Nähe des heutigen Xanten und zerstören die linksrheinischen Städte und Siedlungen.

Diese zahlreichen fränkischen Angriffe auf römisches Gebiet und der Abzug römischer Truppen im Jahre führten zu Beginn des 5.

Jahrhunderts zum Verlust der römischen Grenzprovinz Germania Inferior, die von Franken besiedelt wurde. Als zur Jahreswende auf die Vandalen , Quaden und Alanen den Rhein überschritten und in Gallien einfielen, brach die römische Herrschaft am Rhein zusammen und die Römer mussten den Rhein als Grenze aufgeben.

Jahrhunderts breiteten sich die Franken nach Westen aus, wenngleich für das Jahr noch einmal ein Sieg des Aetius über die Franken [17] überliefert ist, und beherrschten um ein Gebiet, das etwa das heutige Belgien, das Moselgebiet und den Mittel- und Niederrhein umfasste. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts war das westliche Ruhrgebiet bereits relativ dicht besiedelt. In Duisburg sind bislang zehn fränkische Gräberfelder nachgewiesen. Um übernahm Chlodio die Herrschaft bei den Salfranken ; er ist deren erster historisch fassbarer König.

Jahrhunderts sind christliche Missionare aus dem Frankenreich im Gebiet der fränkischen Brukterer aktiv. Mit dem Vordringen sächsischer Siedler wird die Bekehrung allerdings gestoppt. Der Königshofe in Duisburg wird vermutlich angelegt. Es werden Reichshöfe angelegt. Später wird dieser Kirche ein Benediktinerkloster, das Kloster Werden , angeschlossen, in dessen Umfeld sich die Stadt Werden entwickelte. Einige Jahre später, brandschatzen die Normannen Birten.

Die Stiftskirche im Essen wird im vom sächsischen Adligen Altfrid begründeten Damenstifts geweiht. Regino von Prüm berichtet aus dem Jahr , dass Normannen in Duisburg, dem oppidum diusburh , überwintern, nachdem sie es erobert haben. Wahrscheinlich als Reaktion auf die wiederholten Wikingereinfälle wird die Burg Broich in Mülheim an der Ruhr errichtet.

Sie sichert auch die Furt des Hellwegs durch die Ruhr. Bereits im folgenden Jahr findet die erste christliche Reichssynode in Duisburg [23] statt. Zwischen und sind 18 Königsaufenthalte in Duisburg urkundlich belegt. Einige Jahre später feiert er auch das Osterfest in der Pfalz.

Die häufige Nutzung als Festtagspfalz unterstreicht ihre Bedeutung. Auch der Königshof in Duisburg wird zu einer Königspfalz ausgebaut. Damit ist das Stift dem Einfluss des kölnischen Erzbischofs entzogen. Mathilde ist vierzig Jahre lang, von bis , Äbtissin. Die Ezzonen schufen im Jahrhundert einen Machtbereich zwischen der Maas und dem Ruhrgau, der keiner herzoglichen Gewalt mehr unterstand.

Die Essener Äbtissin Suanhild lässt im Jahr auf dem Stoppenberg eine Pfarrkapelle errichten, diese ist ab dem Jahrhundert Stiftskirche eines Konvents von Prämonstratenserinnen.

Mülheim an der Ruhr wird erstmals in einer Urkunde erwähnt. Er übergibt dazu seine Burg und sein Vermögen der noch jungen Ordensgemeinschaft. Gottfried ist damit der letzte der mächtigen Grafen von Cappenberg. Das gegründete Kloster Kamp ist das erste Zisterzienserkloster im deutschen Sprachraum. Die höheren und damit späteren Teile der Stadtmauer wurden aus Tuffstein errichtet, der aus der Eifel herangeschafft wurde. Spätere Umbauten der Stadtmauer bestehen aus Ziegeln, die vor Ort gebrannt wurden.

Nach dem Umbau der Pfarrkirche zur Klosterkirche und der Erbauung des Kreuzganges und des eigentlichen Klosters wurde die Klosteranlage geweiht und zur Abtei erhoben. Der Johanniterorden gründet seine erste Niederlassung auf deutschem Boden vor den Mauern der Stadt Duisburg und lässt die dortige Marienkirche errichten. Duisburg — Kaiser Friedrich Barbarossa gewährt Duisburg das Recht, jährlich zwei vierzehntägige Messen abzuhalten, auf denen abgabefrei Waren verkauft werden durften.

Diese Märkte werden vor allem von den flandrischen Tuchhändlern genutzt. In Saarn wird das erste Zisterzienserinnenkloster des Ruhrgebietes gegründet, bis heute herrscht keine Klarheit darüber, wer der Stifter des Klosters war. Die Isenburg und Burg und Stadt Nienbrügge werden geschleift. Die alte sächsische Flurbezeichnung Ham — sie bedeutet Winkel, bzw. Durch Schenkungen wurde es ein wohlhabendes Kloster mit Einkünften aus rechts- und linksrheinischem Besitz. Recklinghausen erhält die vollen Stadtrechte im Jahr Es wird für Jahrhunderte das Rathaus der Reichsstadt.

Stark beschädigt durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg und wird das Rathaus abgerissen. Wesel wird im September zur Stadt erhoben. Dies ist mit Privilegien für die Bürger Wesels verbunden, darunter freie Erbschaft und Zollfreiheit an allen landesherrlichen Zollstätten. Dietrich von Kleve bestimmt auch, dass die Bürger Wesels ihre Streitfälle, die dort nicht zu entscheiden sind, in Dortmund auf dem Rathaus vortragen sollen für eine endgültige Regelung.

Jahrhundert sind die dort ansässigen Ritter als Ministeriale der Grafen von Kleve Garanten des klevischen Einflusses an der mittleren Emscher. Graf Adolf kann seine Positionen im ehemaligen isenbergischen Besitz weitestgehend halten und langfristig Dietrich von Isenberg und seine Nachkommen auf eine sehr kleine Grafschaft beschränken.

Juli den Werner Bund , dem am September auch die Stadt Osnabrück beitrat. Dortmund übernahm bald eine Führungsrolle als Vorort aller westfälischen Städte in der Hanse. Graf von Kleve die Stadtrechte verliehen. Das Stadtsiegel von Kamen erschien erstmals auf einer Urkunde. Städtische Rechte hatte es durch Graf Engelbert I.

Habsburg verpfändete die Stadt Duisburg an den Grafen von Kleve. Da das Pfand nicht mehr eingelöst wurde, war Duisburg keine reichsunmittelbare Stadt mehr. Graf von der Mark seinem Dorf Hörde die Stadtrechte. Durch eine Feuersbrunst brannte im September etwa die Hälfte der Stadt Essen nieder; das Hospital wurde zerstört, Marktkirche und Münster beschädigt.

Buer erhielt am Bürgerrechte, Selbstverwaltung und die Abhaltung von Jahrmärkten. Der Ort war mit Wall, Graben und drei Toren befestigt. Nach dem Tode Herzog Walrams V. Anwärter auf das Erbe waren die Herrscher von Berg und die von Geldern.

Am Streit beteiligt waren auf der Seite von Rainald I. Herzog von Brabant mit seinen Verbündeten Engelbert I. Graf von Tecklenburg , sowie die Bürger der Stadt Köln.

Die Schlacht von Worringen stellte das kriegerische Finale im zuvor bereits sechs Jahre währenden Limburger Erbfolgestreit dar. In der Ruhrregion galt dies insbesondere für die direkt am Konflikt beteiligten Grafen von Berg und von der Mark , mittelbar aber auch für den in der Fehde auf der Gegenseite kämpfenden Grafen von Kleve. Die mittelalterliche Pestwelle erreichte die Ruhrregion.

In Dortmund wurde diese aus der Stadt vertrieben und der Besitz wurde von der Stadt eingezogen; in anderen Städten wurde die jüdische Bevölkerung verbrannt. Zwar muss davon ausgegangen werden, dass Steinkohle schon vorher im Ruhrgebiet abgebaut wurde, der erste urkundliche Beleg für Kohlebergbau in Dortmund stammt aus dem Jahre , auf datiert die erste urkundliche Erwähnung des Kohlebergbaus in Schüren. Herzog Wilhelm von Jülich forderte am Nachdem um der Rhein seinen Lauf geändert hatte, war Duisburg nur noch über einen Altrheinarm, der im Laufe des folgenden Jahrhunderts zunehmend verlandete, mit dem Hauptstrom verbunden.

Zwar scheint diese Veränderung des Rheinlaufes im Jahrhunderts zum Erliegen gekommen. Mai in einer Urkunde die Privilegien der Stadt. Unter der Herrschaft Walrams erlebte die Stadt eine Phase weitgehender Selbstständigkeit, auch schenkte Walram der Stadt und im Umfeld der Stadt liegende Gebiete, was zu einer Erweiterung des Stadtgebietes führte.

Durch eine Urkunde vom 6. April ist die Existenz einer Höheren Schule in Duisburg belegt. Das in der Tradition dieser Schule stehende Landfermann-Gymnasium ist damit eines der ältesten Gymnasien des Ruhrgebiets.

Da das Pfand nie mehr eingelöst wurde, ging Duisburg in den Besitz der Grafen von Kleve über und verlor damit de facto ihre Reichsunmittelbarkeit als freie Reichsstadt. Dieser verlegte daraufhin den Rheinzoll nach Orsoy, um der Stadt wirtschaftlich zu schaden. Ende kam es zu einer Einigung zwischen der Stadt und dem Grafen: Johann behielt die nominelle Oberhoheit über Duisburg, das Gerichtswesen und die Zollhoheit. April gilt als Gründung der späteren Stadt Ruhrort.

Im Herbst war die Zollstelle errichtet. Jahrhunderts sich wiederholt Angriffen durch die Grafen von Mark erwehren musste. Ebenfalls Interesse am Besitz Dortmunds hatte das Erzbistum Köln, an das und Dortmund durch den jeweiligen deutschen König verpfändet worden war, ohne dass es Köln gelang, die erworbenen Rechte gegenüber der Stadt durchzusetzen. Mit dem Eintreffen des Fehdebriefes des Kölner Erzbischofs am Dem kurkölnisch-märkischen Bündnis schlossen sich in der Folgezeit 47 Reichsfürsten an, die jedoch zumeist nicht aktiv in die Kampfhandlungen eingriffen.

Juli musste abgebrochen werden, weil Dortmund mittlerweile moderne Pulverkanonen gebaut hatte und damit die gegnerischen Stellungen beschoss, so dass der Belagerungsring sich aus der Reichweite der Geschütze zurückziehen musste.

Zeitgenössischen Quellen zufolge geht man davon aus, dass zwischen dem Mai und dem 8. November etwa Ausfälle von Dortmunder Truppen stattfanden, bei denen vor allem die auf märkischem Gebiet liegenden Dörfer und Bauernhöfe geplündert wurden. Auf Vermittlung der Stadt Soest schloss man am Von den hohen Kosten der Kriegsführung — man schätzt insgesamt Es ist der erste Beleg für hauptberufliche Salzgewinnung im heutigen Unna.

Graf von der Mark einen Befestigungsvertrag. Er erhielt zunächst die Herrschaft Liemers , Teile des märkischen Sauerlandes. Darüber kam es zur Fehde zwischen ihm und seinem Bruder Gerhard von der Mark, der bis Propst des Xantener Viktorstifts gewesen war. Die militärischen Auseinandersetzungen und beschränkten sich jedoch weitgehend auf gegenseitige Raub- und Plünderungszüge, so zum Beispiel der Duisburger Truppen gegen Orsoy und Saarn.

Durch einen Vergleich im Herbst wurde die Fehde beendet. Im Verlauf der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Fehde zwischen den beiden Brüdern Adolf und Gerhard von der Mark wurde Hattingen bis auf zwei Häuser bei der Eroberung durch bergische Truppen vollständig abgebrannt. Die Stadt musste neu aufgebaut werden. Die prachtvollen Messinggrabplatten gingen zwischen und verloren; es ist nur eine Zeichnung davon erhalten.

Als Soest am In der Nacht vom März rückte der Kölner Erzbischof mit einem Heer gegen die Stadt Duisburg und hoffte, in einem nächtlichen Überraschungsangriff die Stadt erobern zu können. Die herannahenden Truppen wurden bemerkt und das kurkölnische Heer musste sich zurückziehen. Im gleichen Jahr wurde bei Auseinandersetzungen auf dem Territorium Dortmunds der Steinerne Turm belagert und beschädigt, zahlreiche Dortmunder gerieten in märkische Gefangenschaft. Juli die Stadtmauern von Soest zu stürmen; jedoch brachen die Söldner den Angriff ab, bevor es zu ernsthaften Gefechten gekommen war, da es auf kurkölnischer Seite 50 Gefallene gab; die Stadt Soest beklagte 10 Tote.

Als der Sold für die hussitischen Söldner — mit April wurde mit dem Schiedsspruch von Maastricht auf Vermittlung des burgundischen Herzogs die Soester Fehde auf der Basis des Status quo beendet. Das dazu erstellte Schatzbuch, das Schatboick in Mark , enthielt ein Verzeichnis aller Steuerpflichtigen und listete damit viele Details zu einzelnen Orten auf.

Zwar hatten die Grafen von Mark bereits seit Jahrzehnten die Vogtei des Stiftes Essen inne, jedoch wurde der Vogt nur für einen bestimmten Zeitraum gewählt. In dem Vertrag vom Oktober wurde Essen faktisch in den Herrschaftsbereich von Kleve-Mark eingegliedert: Die Zeit von bis war geprägt durch ein erhebliches Bevölkerungswachstum, das weniger den Städten als vielmehr den ländlichen Gebieten zugutekam.

Da die bestehenden Bauernhöfe ungeteilt an den ältesten Sohn vererbt wurden, blieb die Zahl der Höfe konstant. Aufgrund der wachsenden Bevölkerung kam es im Ruhrgebiet zu einer Hochphase der Kottenbildung, d.

Kötter mussten in der unkultivierten Mark ein Stück Land urbar machen und bebauen. Im Laufe des Jahrhunderts kam die Hollandgängerei auf, d. Kötter arbeiteten im Sommer in den wirtschaftlich aufstrebenden Niederlanden im Bereich von Landwirtschaft und Schiffsbau, um mit dem dort verdienten Geld ihre Familien zu ernähren. Bereits seit der Mitte des Die Geschlechtskrankheit verdankt ihren altertümlichen Namen dem Umstand, dass sie seit vielfach durch französische Söldner in Europa verbreitet wurde.

März fest, dass die Pastoren in seinen Ländern die Lehren Luthers nicht verbreiten dürften, sondern in ihren Predigten zu verkünden hätten, dass diese Lehren ketzerisch seien.

Er ordnete an, dass alle Anhänger der lutherischen Lehre zu verhaften und zu bestrafen seien. Trotzdem stand er den Missständen in der katholischen Kirche kritisch gegenüber; denn am 3. Juli verfügte er in einem Erlass u. Juli und am Oktober zwei Verordnungen zur Religionspolitik in den Vereinigten Herzogtümern, die sich gegen die Missstände in der katholischen Kirche wandten, eine umfassende Reformation aber ablehnten.

In der Oktoberfassung, die diese Position noch einmal unterstrich, wurde als Grund der Missstände besonders der niedrige Bildungsstand der Geistlichen angeführt. Genau ein Jahr später, am April veröffentlicht wurde. Der Herzog war bemüht, in seinen Ländern eine gegenseitige Tolerierung beider Konfessionen zu erreichen und drohende konfessionelle Auseinandersetzungen zu verhindern.

In Mülheim an der Ruhr soll drei Tage nach Ostern im Jahr die gesamte Gemeinde zum reformierten Glauben übergetreten sein, nachdem — nach einem Predigerverzeichnis aus dem Jahr — im Jahr mit Johann Kremer der erste reformierte Prediger in Mülheim tätig geworden war. Der erste — historisch sicher nachgewiesene — evangelische Prediger war der im Jahr verstorbene Johann Schöltgen.

Die Herrschaft Styrum blieb weiterhin katholisch. In Dortmund gab es im Jahrhundert wiederholt Streitigkeiten zwischen den Handel- und Gewerbetreibenden und dem Klerus, dessen Handelsaktivitäten eingeschränkt werden sollten.

Die Auseinandersetzungen zwischen den Dortmunder Bürgern und dem Stadtklerus setzten sich ab fort, als Bürger forderten, man möge Geistlichen die Teilnahme an Hochzeitsfeiern und Kindtaufen verbieten.

Ein Kompromiss des Rates von war nur von kurzer Dauer, denn forderten die Gilden von der Stadt die Einstellung lutherischer Prediger; jedoch gelang es dem Rat, die Gilden vom Übertritt zum Protestantismus abzuhalten.

Zwei Dortmunder Bürger wurden verhaftet. Als einer der beiden Prediger, Peter von Rulsem, sich weigerte, die Lehre der sogenannten Wiedertäufer zu widerrufen, wurde er am Als Ergänzung zu den kirchlichen Lateinschulen gründeten Rat und Bürger in Dortmund ein humanistisch geprägtes Gymnasium , das Archigymnasium, als höhere Schule.

Die Lehrinhalte waren humanistisch orientiert. Marien, Johann Heitfeld, öffentlich die lutherische Lehre zu verbreiten. Als er die Anweisungen des Rates, dies einzustellen, ignorierte, wurde er aus Dortmund ausgewiesen. Die Krankheit führt binnen Stunden nach dem Ausbruch zum Tod. In Dortmund starben in den ersten vier Tagen der Epidemie von Erkrankten Beide Städte entwickelten sich zu wichtigen Zentren des Druckwesens im Ab wurden auch in Unna vereinzelt Bücher gedruckt, ab ebenfalls in Büderich ; beide Druckorte verloren jedoch im Zuvor von der katholischen Kirche verfolgt, konnte Mercator im religiös toleranteren Herzogtum Kleve seine bedeutenden Arbeiten weiterführen.

Februar beschloss der Rat der Stadt Duisburg mit nur einer Gegenstimme, die Statue des Salvator aus der Salvatorkirche zu entfernen und für den Religionsunterricht den evangelischen Katechismus einzuführen.

Einer der Lehrer dort war von bis Gerhard Mercator; er unterrichtete Mathematik und Kosmografie. Der geplanten Universitätsgründung in Duisburg standen die Jesuiten sehr kritisch gegenüber, da sie eine stark protestantisch ausgerichtete Universität befürchteten. Es gelang ihnen zunächst, eine päpstliche Genehmigung zur Errichtung zu verhindern. Juli die päpstliche Gründungsurkunde ausgefertigt. Die Kampfhandlungen griffen wiederholt auf das Ruhrgebiet über, wobei vor allem das westliche Ruhrgebiet betroffen war.

Durch den Kölnischen, genauer gesagt Truchsessischen Krieg wurde das Ruhrgebiet in die militärischen Auseinandersetzungen des Achtzigjährigen Krieges hineingezogen.

Dezember war Gebhard Truchsess von Waldburg gegen den Widerstand des Kaisers und des spanischen Königs zum Kölner Erzbischof und damit zum Kurfürsten gewählt worden. In Edikten vom Februar stellte er den Einwohnern Kurkölns frei, ihre Religion selbst zu wählen. März wurde Gebhard durch eine päpstliche Bulle seines Amtes als Erzbischof enthoben, am Mai Ernst von Bayern zum Nachfolger gewählt.

Nach Niederlagen gegen die bayrischen und spanischen Truppen musste Gebhard in das kurkölnische Herzogtum Westfalen fliehen, wo er in Werl residierte. Anfang begann der Vormarsch spanischer Truppen in rechtsrheinisches Gebiet; hierbei wurden die Dörfer Meiderich und Lakum geplündert. Weitere Niederlagen seiner Truppen veranlassten Gebhard, im Frühjahr mit wenigen ihm verbliebenen Reitern auf das Territorium der Niederlande zu fliehen, wo er Aufnahme und Unterstützung fand.

Auf Reichsebene war der Truchsessische Krieg damit beendet, nicht jedoch aus der Sicht des Ruhrgebietes; denn nun wurde diese Region in die militärischen Auseinandersetzungen des Achtzigjährigen Krieges hineingezogen. Der Söldnerführer Martin Schenk von Nideggen , der sich zu der Zeit in Diensten der Niederlande befand, besetzte mit seiner Söldnertruppe das kurkölnische Rheinberg, legte eine starke Besatzung in die Stadt und versorgte die dort stationierten Truppen mit reichlich Proviant, damit die Stadt gegen die anrückenden spanischen Truppen unter Alessandro Farnese , dem Prinzen von Parma und spanischen Statthalter in den Niederlanden, verteidigt werden könnte.

Januar , Söldner in die Stadt Ruhrort einzuschleusen und sich der Stadt zu bemächtigen. Das niederländisch besetzte Ruhrort wurde am März im Achtzigjährigen Krieg von spanischen Truppen nach einer Belagerung erobert; die spanischen Truppen blieben bis Nach einigen Jahren relativen Friedens, in denen es gelang, das rechtsrheinische Ruhrgebiet weitgehend aus den Kampfhandlungen des Achtzigjährigen Krieges herauszuhalten, griff der Krieg wieder ab auf das Ruhrgebiet über.

Von General Francisco de Mendoza und seinen Im heutigen Mülheim an der Ruhr wurde am 9. Essen wurde am In der Stadt Essen wurden spanische Truppen einquartiert, die in der Stadt überwinterten.

Castrop hatte beispielsweise stark unter den Plünderungen zu leiden. Wegen der spanischen Truppenunterbringung kam es zu einer Lebensmittelknappheit. Im Verlauf eines von Moritz von Oranien geleiteten staatisch-niederländischen Feldzugs am Niederrhein gelang die Eroberung von Moers und Rheinberg; die niederländischen Söldner richteten auch im rechtsrheinischen Ruhrgebiet, so z.

Im Verlaufe des Achtzigjährigen Krieges lagerte ein spanisches Heer von Die bei Wesel lagernden staatischen Truppen unter Moritz von Oranien griffen die spanischen Truppen an und besiegten sie in der Schlacht bei Mülheim.

Auf die Nachricht hin, die spanische Hauptarmee rücke heran, zogen sich die staatischen Truppen zurück, und Mülheim blieb bis spanisch besetzt, bis staatische Truppen die Besatzung bei der zweiten Schlacht vertrieben. Nachdem Herzog Johann Wilhelm am Im Vertrag von Xanten am November einigte man sich auf eine Teilung des Erbes: So wurde das reiche Dortmund wiederholt eingenommen und zu hohen Geldzahlungen an die katholischen wie evangelischen Heere gezwungen.

Am Niederrhein wurden Duisburg und Wesel abwechselnd von niederländischen und spanischen Truppen besetzt. Nicht anders erging es Essen. Während im Jahre Musketen produziert wurden, erlebte die Gewehrproduktion, der bedeutendste Essener Gewerbezweig dieser Zeit, durch den Krieg eine Blüte, die Produktion stieg im Jahre auf Stück und selbst in dem Jahrzehnt bis lag die Jahresproduktion stets zwischen und Stück.

Die ersten Kriegssteuern setzten ein. Christian von Braunschweig erschien mit Nach dem Sieg Tillys am Juli bei Stadtlohn über die Truppen Christians von Braunschweig zogen sich die staatischen Truppen aus der Grafschaft Mark zurück und hielten nur noch Lünen, Unna und Kamen besetzt.

In einer besonders schwierigen Situation war Dortmund, da es eine protestantische Stadt war, die jedoch als Reichsstadt direkt dem katholischen deutschen König unterstellt war. Die Stadt versuchte eine neutrale Politik zwischen den konfessionellen Lagern zu betreiben, was sogar so weit ging, dass der Rat der Stadt allen Bürgern den Verlust ihres Bürgerrechtes androhte, falls sie sich als Söldner anwerben lassen würden.

In den Jahren bis war Duisburg nacheinander von spanischen bzw. April fünf Kompanien von Spanien bereitgestellter, italienischer Söldner die Stadt, um die Interessen der Äbtissin durchzusetzen.

Mai wurden die Essener Bürger entwaffnet, am 6. Mai nahm die Äbtissin die bis dahin evangelische Marktkirche symbolisch in Besitz. Nachdem nun ihrerseits die Essener Bürgerschaft am August vom Kaiser ein Edikt erhalten hatte, dass die fremden Truppen abzuziehen seien und der entstandene Schaden der Stadt zu ersetzen sei, setzte die Äbtissin am 9.

September den Rat der Stadt Essen ab und ernannte stattdessen katholische Ratsmitglieder, die am November offiziell erklärten, dass Essen auf den Status einer reichsfreien Stadt verzichte. Die italienischen Truppen zogen im April ab. August den niederländischen Truppen die Eroberung von Wesel gelungen war, zogen sich die Spanier zurück und staatische Truppen besetzten das Herzogtum Berg. Auf seinem Zug durch die Grafschaft Mark wurden 70 adlige Häuser geplündert.

Januar waren die Truppen der Liga in Dortmund stationiert, bis die Stadt gegen Zahlung von Reichstalern sich von der Besatzung freikaufte. Nach einer einwöchigen Belagerung eroberten kaiserliche Truppen die Stadt. Die Bürger wurden entwaffnet, alle Kornvorräte wurden beschlagnahmt und die Stadt hatte hohe Kontributionszahlungen zu leisten, was viele Einwohner veranlasste, Dortmund zu verlassen.

Von Dortmund aus drangen die hessischen Truppen noch im Jahre nach Westen vor und besetzten Dorsten, das bis ihre Hauptoperationsbasis war, sowie Ruhrort.

Die Stadt Duisburg konnte sich durch Sachlieferungen und Geldzahlungen von einer Besetzung freikaufen. Mittlerweile hatten niederländische Truppen, die bereits von Wesel an rheinabwärts den Niederrhein kontrollierten, Orsoy besetzt und Rheinberg. Als die niederländische Besatzung noch nicht abgezogen war, kündigte Spanien das Neutralitätsabkommen, was dazu führte, dass die Jahre bis für den Duisburger Raum die schwierigsten während des Krieges waren.

Da die niederländische Besatzung zu schwach war, einen Überraschungsangriff abwehren zu können, geschweige denn das Umfeld der Stadt kontrollieren zu können, hielt man nur noch ein Stadttor geöffnet. Als die niederländischen Truppen im Juni abzogen und brandenburgische Truppen Duisburg besetzten, erklärten die Spanier Anfang Duisburg wieder zum neutralen Gebiet. Hattingen wird vom schwedischen Obristen Wilhelm Wendt zum Crassenstein mit 3.

Der Westfälische Friede wird unterzeichnet. Zur Sicherung der Zahlung von reichsweit insgesamt 5 Millionen Talern an Schweden blieb die den Friedensvertrag mitunterzeichnende Reichsstadt Dortmund noch zwei weitere Jahre bis zur Zahlung hoher Geldsummen von schwedischen Truppen, die in der Grafschaft Dortmund einquartiert waren, und kaiserlichen Truppen, die ihr Quartier in der Stadt Dortmund hatten, besetzt.

Nach Erfüllung der Forderungen zogen am 4. April die schwedischen Truppen ab und am Juli die kaiserlichen Truppen. Auch am Niederrhein waren noch lange niederländische Truppen präsent. In Dortmund wurde eine Frau als angebliche Zauberin lebendig unter dem Galgen begraben. In Duisburg nahm ein Hexenprozess einen gerechten Verlauf.

Sie hatte deshalb Steine zum Markt zu tragen. Die Hexenprozesse im Vest Recklinghausen erreichten und einen Höhepunkt. In einem Zaubereiprozess wurde der Wittener Bauer Arndt Bottermann für schuldig erklärt und hingerichtet. Noch im selben Jahr wurden vier weitere Personen in der Grafschaft Dortmund wegen angeblicher Zaubereien enthauptet. Ab Ende fanden in Dortmund keine weiteren Hexenprozesse mehr statt.

In der Freiheit Horst an der Emscher — heute ein Stadtteil von Gelsenkirchen — kam es [] zu einem Hexenprozess, dem fast eine ganze Familie zum Opfer gefallen wäre.

Johann Notthoff meldete sich, neben einigen anderen ebenfalls Beschuldigten, kurze Zeit später freiwillig zur Wasserprobe im Mühlteich. Auch zwei Einwohner, die die Gerüchte in Umlauf gebracht hatten, mussten sich dieser Probe unterziehen. Alle schwammen trotz Fesselung an der Wasseroberfläche, was als Beweis für Hexerei gewertet wurde. Zur Kontrolle wurde ein Unbeteiligter ebenfalls ins Wasser geworfen, der versank, aber gerettet werden konnte.

Um sich vom Vorwurf der Hexerei zu befreien, meldeten sich Frau und Kinder des Johann Notthoff sofort ebenfalls zur Wasserprobe; alle schwammen oben und wurden zum weiteren Verhör in die Kellerverliese von Schloss Horst verbracht. Dieses Verhör wurde zunächst gütlich, danach "peinlich", also mit Folter durchgeführt. Ein Fluchtversuch von Hille Notthoff misslang; einen Tag später wurde sie wieder aufgegriffen.

Sie und die anderen Beschuldigten wurden zum Tode verurteilt. Die noch minderjährigen Kinder wurden vom Schlossherrn Dietrich von der Recke begnadigt und einer christlichen Familie zur Obhut und Umerziehung anvertraut.

Vier Jahre später meldete sich Röttger Schniering, ein Bauer aus dem benachbarten Brauck , dessen Name bei den Verhören gefallen war und der sich deshalb seitdem ebenfalls zahlreichen Gerüchten ausgesetzt sah, freiwillig beim Horster Richter zur Wasserprobe. Auch er schwamm oben, wurde verhaftet und unter Folter verhört. Auch er gestand und wurde hingerichtet. Auch in Westfalen fanden viele Hexenprozesse statt.

Der letzte von insgesamt Hexenprozessen seit fand im kölnischen Vest Recklinghausen statt. Trine Plumpe widerstand der Folter in einem Hexenprozess und trug so zum Ende der Hexenverfolgung im unmittelbaren Jurisdiktionsbereich des Vests Recklinghausen bei.

April erlassen wurde und bis etwa in Kraft blieb. Da der Landesherr über das Bergregal verfügte, wurde festgelegt, dass dieses Recht für bestimmte Grubenfelder gegen Zahlung des Bergzehnten verliehen werden konnte.

Die älteste Erwähnung des Bergbaus in Witten stammt aus dem Jahre , als sich die Grundherren von Haus Berge und Burg Steinhausen darauf einigten, dass der Kohlebergbau wegen der angerichteten Verwüstungen einzuschränken sei und nicht mehr Kohle gefördert werden dürfe, als die Stadt Witten verbrauche. Für Holzwickede erscheint der fortgeschrittene Bergbau erstmals urkundlich, als Drost Bernhard von Romberg mit dem Kallberg sampt dem Erftstollen Erbstollen belehnt wurde.

Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg warf dem Herzog von Jülich-Berg Wolfgang Wilhelm vor, dieser habe sich nicht an die im Duisburger Vergleich von vereinbarten Rechte der einzelnen Konfessionen in den Herzogtümern gehalten. Die klevisch-märkische Ständeversammlung ergriff Partei gegen ihren eigenen Landesherrn, der Vertreter der Stadt Duisburg schlug sogar vor, man solle die niederländische Regierung bitten, mit Truppen die Stadt Duisburg zu besetzen.

Februar eine friedliche Lösung des Erbstreites an. September konnte in Duisburg der endgültige Erbvergleich zwischen den streitenden Fürsten erreicht werden. Das Herzogtum Kleve und die Grafschaft Mark blieben brandenburgisch.

In religiösen Fragen einigte man sich darauf, den Stand des Jahres zur Grundlage der Religionszugehörigkeit zu machen, jedoch musste die freie Religionsausübung der evangelischen Einwohner in Kleve und Berg gesichert werden.

Nach zahlreichen Versuchen von Seiten Pfalz-Neuburgs, diese Regelung zu unterlaufen, gelang es nach zahlreichen und zähen Verhandlungen erst am 6. Juni die französische Besatzung aus Duisburg abgezogen wurde, jedoch blieben Wesel und Rees weiterhin von französischen Truppen besetzt. Zwar trat Brandenburg wieder in den Krieg gegen Frankreich ein, jedoch verlagerte sich in den Folgejahren der Kriegsschauplatz nach Südwestdeutschland.

Entgegenkommen signalisierte Ludwig in der pfälzischen Frage, wenn der ihm genehme Wilhelm von Fürstenberg zum Erzbischof von Köln gewählt würde. Als der Kaiser auf den Vorschlag nicht einging, brach der Krieg aus. Daraufhin zerstörten die Franzosen zahlreiche Schlösser und brannten einige Orte, darunter Andernach und Ahrweiler, nieder. Im Mai kapitulierten die kölnischen Truppen, die die Festung Rheinberg besetzt hatten, vor den brandenburgischen Truppen.

Die Universität, die protestantisch-reformiert geprägt war, bekam vier Fakultäten, die Theologische, Juristische, Medizinische und die Philosophische Fakultät. Den Kern der Universitätsgebäude bildete das ehemalige Katharinenkloster, die Friedhofskapelle auf dem Salvatorkirchhof diente ab als zweites Auditorium. Der erste Rektor der Universität war Johannes Clauberg , [] der von bis an der Theologischen Fakultät lehrte.

Das Akademische Gymnasium Hamm nahm am Mai seinen Lehrbetrieb auf, nachdem Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg die Gründung einer weiteren reformierten Hochschule in seinen westlichen Territorien erlaubt hatte. In Essen erschien die erste Zeitung Die Zeitung erschien zweimal wöchentlich und war die erste Zeitung in der Stadt. Zu den Mitarbeitern gehörte auch Carl Arnold Kortum. Zwar gab es in Ruhrort bereits eine Schiffergilde, [] doch der gezielte Ausbau eines Hafens begann erst Anfang des Ein erstes Kohlenmagazin wurde errichtet, um die Umladung der Kohle von Ruhr- auf Rheinschiffe zu optimieren.

Den Höhepunkt erlebte die Börtschifffahrt im Jahrhundert, als Duisburg ein zentraler Warenumschlagplatz wurde. Zwischen und wurden 16 Schleusen gebaut, so dass die Ruhr über 74 Kilometer schiffbar wurde und zum Haupttransportweg für die im Ruhrtal geförderte Kohle wurde.

Der Mülheimer Hafen wurde zum Hauptumschlagplatz für die Ruhrkohle, und Mülheim war mit Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des Ruhrgebiets. Im Jahre hatten einige Hattinger Zechen einen gemeinsamen Schiebeweg bis zur Ruhr angelegt und am Ruhrufer eine Kohleverladestation errichtet.

Er war die erste von etlichen Pferdeeisenbahnen nach englischem Vorbild im Ruhrtal. Auch hier trieb der Freiherr vom Stein die Planung voran. Bergbau vor []. Als staatliche Aufsicht über den Bergbau wurde in der Grafschaft Mark als Bergmeister Dietrich von Diest eingesetzt, der sein Amt bis ausübte. Peter König, ihm folgte im Amt sein Sohn Dr. Simeon König von bis Das älteste Zeugnis einer Zeche in Hattingen stammt vom Auch die zweitälteste Zeche Hattingens wurde von Köllermann gegründet.

In diesem Zusammenhang wurde das Märkische Bergamt in Bochum gegründet, das die Neuvermessung und Neuvergabe der Grubenfelder, die Kontrolle der technischen Einrichtungen und die Kontrolle der Produktions- und Verkaufsmengen übernahm.

Die Bergordnung unterstellte die Zechen der völligen Kontrolle durch das Bergamt. Es war der Beginn der Phase des staatlichen Dirigismus im Steinkohlenbergbau, erst während der Industrialisierung wurde der starke staatliche Einfluss abgebaut. Das Schürfen nach Mineralien war damit frei, man benötigte einen staatlichen Schürfschein und, nachdem man fündig wurde, musste man eine Mutung einlegen.

Eine Verleihung von Bergfeldern erfolgte vorbehaltlich der Rechte Dritter, also z. Das in Kapitel 29 der Bergordnung festgelegte Direktionsprinzip unterstellte den Bergbau massiver staatlicher Kontrollen und Regelungen, bis hin zur Festlegung von Löhnen, Kohlepreisen und der betriebswirtschaftlichen Leitung der Bergwerke. Ein Erlass vom Gleiches galt für Salz, das nur aus der Saline Königsborn bezogen werden durfte.

Zuwiderhandlungen wurden mit Festungshaft bestraft. An der Ruhr wurde im ausgehenden Mit Privileg vom Oktober wurde ein neun Meter hoher Hochofen der St. Die erste erzverarbeitende Produktionsstätte in dieser Region hatte ihren Betrieb aufgenommen.

Februar auch staatsrechtlich anerkannt. Die weltlichen Herrscher, die linksrheinische Gebiete an Frankreich abtreten mussten, sollten mit rechtsrheinischen Gebieten entschädigt werden. Zwar wurde die Gebietsumverteilung erst offiziell auf dem Reichsdeputationshauptschluss festgelegt, aber in einem Vertrag mit Frankreich vom Daraufhin wurden im Juni bzw.

August das Stift Essen bzw. Herzog Ludwig-Engelbert von Arenberg erhielt als Entschädigungsland für sein linksrheinisches Fürstentum unter anderem das Vest Recklinghausen. März in seiner Residenzstadt Düsseldorf eintraf, und drei Tage später vollzogen Landstände und Landesbehörden den Eid auf den neuen Regenten. Von Oktober bis Durch Napoleons Dekret vom April , das jegliche Einfuhr von Stoffen, Tuchen und feinen Eisenwaren nach Frankreich verbot, kam der bergische Handel mit Frankreich praktisch zum Erliegen.

In dem Dekret vom November wurde der Handel mit den britischen Inseln untersagt, und nach dem Dekret von Turin vom Dezember durften nur noch Baumwollwaren französischen Ursprungs nach Italien eingeführt werden. Im folgenden Jahr führte Napoleon die Gewerbefreiheit ein.

Die Gilden wurden aufgelöst. Januar und Alle Vorräte und Maschinen der Tabak verarbeitenden Betriebe wurden beschlagnahmt und nach Frankreich transportiert.

Die blühende Tabakindustrie des Ruhrgebiets erlitt einen ziemlichen Rückschlag, in Duisburg z. Der Aufstand wurde durch aus Wesel und Elberfeld herangezogene Truppen niedergeschlagen, 17 Anführer wurden hingerichtet. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig , Oktober , zogen sich die französischen Truppen auf das linksrheinische Gebiet zurück, nur die Festung Wesel blieb rechtsrheinisch französisch besetzt.

Zudem war im Juni zuvor das Hoover-Moratorium , das zur Wiederherstellung des Vertrauens alle politischen Schulden für ein Jahr stornierte, psychologisch verpufft, weil französische Vorbehalte wochenlange, schwierigste Verhandlungen nötig gemacht hatten. Schon während der er Jahre hatte stets eine relativ hohe Arbeitslosenzahl von über einer Million bestanden. Die im Zuge der Kriegsfinanzierung aufgegebene, aber wiederhergestellte Bindung des britischen Pfunds an den Goldstandard zum Vorkriegskurs mochte darauf zielen, London als Weltfinanzplatz zu erneuern, [24] führte aber nicht zur Belebung der britischen Wirtschaft, in die wegen eines hohen Kreditzinsniveaus kaum investiert wurde.

Von bis fiel der Wert britischer Exporte um rund 38 Prozent. September wurde die Goldbindung des Pfundes aufgegeben, nachdem die Bank von England ihre Goldreserven zur Stützung der österreichischen Creditanstalt und in der Deutschen Bankenkrise eingesetzt hatte, um eine gesamteuropäische Bankenkrise abzuwenden.

Damit aber gewann die britische Exportwirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit zurück, wenn auch unter veränderten Weltmarktbedingungen. Frankreich, das ebenfalls zum Goldstandard zurückgekehrt war, [28] blieb von den Turbulenzen der Weltwirtschaftskrise anfänglich verschont. Die Industrieproduktion war weit weniger als die britische auf ausländische Märkte angewiesen, der Agrarmarkt durch hohe Einfuhrzölle geschützt und der Franc in relativer Unterbewertung stabil.

Nun begann die Weltwirtschaftskrise auch in Frankreich: Die daraus resultierende Politik des knappen Geldes und der Deflation destabilisierte die Dritte Französische Republik unter dem Druck von Extremisten, während die gesellschaftliche Mittelschicht am stärksten vom wirtschaftlichen Niedergang betroffen war und sich radikalisierte.

Im Zeichen von Streiks und Wirtschaftslähmung wurden deutliche Lohnerhöhungen gewährt, die betriebliche Stellung der Gewerkschaften gestärkt und die wöchentliche Arbeitszeit von 48 auf 40 Stunden gesenkt. Angesichts einer zur gleichen Zeit im NS-Deutschland eingeführten Arbeitszeiterhöhung auf bis zu 54 Wochenstunden wurde die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Industrie damit erheblich geschwächt.

Insgesamt erfuhr Frankreich in der Dekade von bis einen durchgreifenden Niedergang hinsichtlich wirtschaftlicher Schwächung und politischer Zerrüttung. Die einzelnen Staaten reagierten je nach Art des Betroffenseins und entsprechend den politischen Leitvorstellungen unterschiedlich auf die Herausforderung. Ausgehend von den skandinavischen Ländern begannen funktionierende Demokratien steuernd in das Marktgeschehen einzugreifen und Ansätze für einen Übergang zum Wohlfahrtsstaat zu entwickeln siehe etwa das nachmalige Schwedische Modell.

Roosevelt verstärkt New Deal , so auch durch wachstumsfördernde öffentliche Investitionen , die durch vermehrte Schuldenaufnahme finanziert wurden Deficit spending. Manche Weltgegenden waren andererseits zu dieser Zeit noch ohne weltwirtschaftliche Anbindung fast ganz auf sich gestellt — zum Beispiel Nepal und Regionen in Zentralafrika — und entsprechend wenig betroffen.

Im Übrigen fielen die Folgen der Weltwirtschaftskrise in der Peripherie wiederum unterschiedlich aus, wobei sich aber auch spezifische Gemeinsamkeiten zeigten. Die meisten Länder waren hauptsächlich, wenn nicht allein, durch ihre Agrarexporte in die Weltwirtschaft eingebunden und von den diesbezüglichen Erlösen abhängig, was ihre Importmöglichkeiten industrieller Erzeugnisse betraf.

Der Preisverfall für landwirtschaftliche Produkte war in der Weltwirtschaftskrise aber um einiges drastischer als der für Industrieprodukte. Für diejenigen Menschen an der weltwirtschaftlichen Peripherie, die in kolonialer Abhängigkeit lebten, wurde die Lage zudem dadurch erschwert, dass die koloniale Herrschaftselite in dieser Situation vor allem darauf bedacht war, die Hauptertragsquellen der Kolonialwirtschaft zu stützen, also Plantagen , Minengesellschaften und Handelsunternehmen.

Auch wo es um Mittel zur Finanzierung des kolonialen Verwaltungsapparats selbst ging, hielt man sich bei rückläufigen Steuereinnahmen nicht an die Unternehmen, sondern suchte sich durch höhere Besteuerung der Kolonialbevölkerung schadlos zu halten. Für Pressler finden sich die bedeutendsten Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise, was die sogenannte Peripherie betrifft, im Denken der Menschen.

Denn in dieser Krise hätten sie begonnen, das Fehlen einer eigenen Industrie als Unterentwicklung zu begreifen. Die seinerzeit erlebte dramatische Verschlechterung der Terms of Trade habe den Glauben an eine beiderseits vorteilhafte Arbeitsteilung zwischen industriellen Zentren einerseits sowie Agrar- und Rohstofflieferanten andererseits erschüttert.

Die Dekolonisierung Afrikas und Asiens habe während der er Jahre ihren Anfang genommen, auch wenn die Entlassung in die Unabhängigkeit sich erst nach einem längeren Zeitraum in der Folge des Zweiten Weltkriegs eingestellt habe. Bereits öffnete sich die Schere zwischen wachsender Produktionskapazität und sinkender Nachfrage deutlich.

Bis Mitte stagnierte die Produktion offenbar; die Arbeitslosigkeit stieg. Die Industrieproduktion halbierte sich bis und die Aktien verloren zwei Drittel ihres Wertes. Im internationalen Vergleich ist unschwer zu erkennen, dass es in jedem Land einen anderen Kursverlauf gab.

Diese Unterschiede hatten mehrere Ursachen. In Ländern, in denen viele Arbeitskräfte in der Landwirtschaft arbeiteten und die zusätzlich nur wenig exportorientiert waren, wirkte sich die Krise weniger stark aus.

Mit der Industrieproduktion sank auch der Lebensstandard. Die Arbeitslosigkeit sank ab Mitte der er Jahre langsam. Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland schien sich bis nicht von den Jahren zuvor zu unterscheiden. Als diese Zahl wider Erwarten im Frühjahr nicht zurückging, hofften die Reichsregierung bis Erst als sich der geringe Rückgang Mitte nicht fortsetzte, wurde man sich der extremen Entwicklung der Krise vollends bewusst.

Zu dieser Zeit lief Brünings Sparprogramm bereits auf vollen Touren. Im Februar erreichte die Krise auf dem Arbeitsmarkt ihren Höhepunkt: Die verzweifelten Landarbeiter flüchteten in den Westen, wo sie unter menschenunwürdigen Zuständen ein Auskommen suchten. Ganz anders war die Situation in Japan. Japan hatte zwar um eine ernste Rezession; diese wurde aber rasch bewältigt. Die Hyperinflation von hatte zwar den Wiederaufschwung der deutschen Industrie erleichtert, doch auch zu massiven Fehlinvestitionen geführt.

Zwar erreichte die deutsche Industrieproduktion schon wieder ihren Vorkriegsstand, doch der Import überstieg bereits den Exportwert des Vorkriegsjahres: Deutschland hatte bis eine passive Handelsbilanz.

Während der Weltwirtschaftskrise sanken die Importe. Der wirtschaftliche Abschwung setzte in Deutschland Weimarer Republik bereits ein. Nach der Reichstagswahl wurden erneut Auslandskredite abgezogen. Die Reichsregierung ihrerseits betrachtete die Wirtschaftskrise als ein Ungleichgewicht des Staatshaushaltes. Die Reichsbank schritt ein, als die Deckung der Gold- und Devisenreserven des Geldumlaufs durch den Transfer der gekündigten Auslandskredite unter die gesetzlich festgelegte Prozent-Grenze fiel siehe Golddevisenstandard , die Erhöhungen des Leitzinses verschärften die Krise noch.

Dabei ging er von der Notwendigkeit aus, den Reichshaushalt ausgeglichen zu halten, da der Kapitalmarkt zur Finanzierung eines Defizits nicht zur Verfügung stand. In mehreren Notverordnungen wurden durch Kürzung von Löhnen und Gehältern im öffentlichen Dienst sowie durch Beendigung aller öffentlichen Bauvorhaben die Staatsausgaben gesenkt, durch Steuererhöhungen sollten die Einnahmen erhöht werden.

Diese Austeritätspolitik verstärkte aber die Deflation und wirkte sich drosselnd auf die Konjunktur aus, sodass das angestrebte Ziel einer nachhaltigen Konsolidierung des Haushalts nicht erreicht wurde. Im Dezember ging die Regierung zu einer aktiven Deflationspolitik über und senkte per Notverordnung alle Preise, Löhne und Mieten. Damit hoffte sie, den Export anzukurbeln und die Reinigungseffekte der Krise zu beschleunigen, sodass Deutschland als erstes Land die Depression überwinden würde.

Diese Politik hatte keinen Erfolg: Die Leitzinsen blieben wegen der desolaten Devisensituation nach der Bankenkrise hoch, ebenso die Steuern: Auf Grund der im Rückblick offenkundigen Verfehltheit von Brünings Deflationspolitik vermutete die ältere Forschung, es sei sein primäres Ziel gewesen, durch absichtliche Verschärfung der Krise die Alliierten davon zu überzeugen, dass die Reparationsforderungen einfach nicht erfüllbar waren.

Zudem würde die Einstellung der Zahlungen die radikalen politischen Kräfte schwächen. Brüning steckte in einer Zwickmühle: Er musste den Reparationsgläubigern Deutschlands ehrlichen Willen nachweisen, den Young-Plan zu erfüllen, machte sich aber eben dadurch für die politische Rechte angreifbar, auf deren innenpolitische Unterstützung er gleichwohl hoffte.

So strebte er die Zollunion mit Österreich an, die aber, wie bereits erwähnt, wegen Frankreichs Widerstand den Zusammenbruch des Bankensystems einleitete. Ob es realisierbare Alternativen zu Brünings Deflationspolitik und zur sparsamen Haushaltsführung gab, die die Krise nur verschärften, ist in der historischen Forschung sehr umstritten. Denkbar wären a eine Abkopplung der Reichsmark vom Golddevisenstandard gewesen, b eine Kreditausweitung oder c eine Erhöhung der Geldmenge z.

Gegen alle drei Optionen habe es, wie der Münchner Wirtschaftshistoriker Knut Borchardt nachzuweisen versuchte, wichtige Argumente gegeben: Auf Grund der zum Teil durch eigene Schuld verschlimmerten Vertrauenskrise hätten der Reichsregierung keine Kreditmöglichkeiten offengestanden: Dieselben Argumente hätten auch gegen einen Ausgleich des defizitären Haushalts mit Hilfe der Notenpresse gesprochen.

Die Kreditausweitung, die unter Brünings Nachfolgern eingeleitet wurde und die Hjalmar Schacht , Reichsbankpräsident von bis , dann in der Zeit des Nationalsozialismus massiv betrieb, war jedenfalls nur durch die ganz erheblichen Verschleierungsmechanismen der Mefo-Wechsel möglich. Sie erschien in den ersten Jahren wirtschaftspolitisch überaus erfolgreich: In keinem anderen Land gelang es, so rasch von der Depression in eine neue Prosperitätsphase zu gelangen und Vollbeschäftigung zu erreichen.

Der Nationalsozialismus hat zu keinem Zeitpunkt das Wohlstandsniveau der Weimarer Republik wiederherstellen können bzw. Die Massenarbeitslosigkeit wurde durch zwangsarbeitsähnliche Beschäftigungsverhältnisse substituiert.

Die Stimmung der Wirtschaftsakteure besserte sich. Die bis dahin zunehmende Arbeitslosigkeit stoppte. Roosevelt setzte umfangreiche Wirtschafts- und Sozialreformen durch, die als New Deal bezeichnet wurden.

Die Weltwirtschaftskrise verursachte einige weltweit beobachtbare Reaktionen: Es besteht ein Konsens unter Historikern und Volkswirten, dass aus der initialen Rezession von keine Weltwirtschaftskrise geworden wäre, wenn die US Zentralbank die Kontraktion der Geldmenge verhindert und die Bankenkrise durch Zurverfügungstellung von Liquidität gelindert hätte.

Diese von Milton Friedman und Anna J. Die zeitgenössischen Erklärungsversuche, die Gegenteiliges empfahlen, sind folglich diskreditiert. Einige Länder hatten keine ausgeprägte Bankenkrise, wurden aber dennoch von Deflation, einem starken Rückgang der Industrieproduktion und einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit heimgesucht. Auf diese Länder ist die monetaristische Erklärung nicht ohne weiteres anwendbar. Historiker und Volkswirte sind sich aber nahezu einig, dass in diesen Ländern der Goldstandard als Transmissionsmechanismus gewirkt hat, der die amerikanische und deutsche Deflation und Wirtschaftskrise auf die ganze Welt übertrug, indem er auch die Regierungen und Zentralbanken anderer Länder zu einer Deflationspolitik zwang.

Weiterhin besteht Konsens, dass die durch die Krise hervorgerufene protektionistische Handelspolitik die Weltwirtschaftskrise noch verschlimmert hat.

Die zeitgenössischen Krisendeutungen der Österreichischen Schule, Joseph Schumpeters und die Unterkonsumptionstheorie haben seit Mitte der er Jahre keine Unterstützung mehr im Mainstream der Wirtschaftswissenschaftler und Historiker. Sie wird eher von Historikern unterstützt, zumindest gegenwärtig gibt es hierfür keinen Konsens im wirtschaftswissenschaftlichen Mainstream. Joseph Schumpeter sah die Weltwirtschaftskrise als historischen Unfall, in dem drei Konjunkturzyklen , der langfristige Kondratjew-Zyklus technischer Innovation, der mittelfristige Juglar-Zyklus und der kurzfristige Kitchin-Zyklus im Jahr gleichzeitig ihren Tiefststand erreichten.

Im Gegensatz zu den späteren keynesianischen und monetaristischen Erklärungen sahen Ökonomen der Österreichischen Schule die Expansion der Geldmenge in den er Jahren als Ursache, woraus eine Fehlallokation von Kapital entstanden sei. Staatliche Intervention jeglicher Art wurde für falsch gehalten, weil sie die Depression nur verlängern und vertiefen würde. Der amerikanische Präsident Herbert Hoover , der dieser Theorie in der Weltwirtschaftskrise weitgehend folgte, beschwerte sich später in seinen Memoiren bitterlich über diese Empfehlungen.

Bradford DeLong die Vertreter der Österreichischen Schule den prominentesten Fürsprechern der Liquidationsthese zuordnen und annehmen, dass diese die Politik von Präsident Hoover und der Federal Reserve im Sinne eines Nichtinterventionismus beeinflusst bzw. Hayeks Forderung nach einer noch kontraktiveren Geldpolitik habe nicht speziell mit der Überinvestitionstheorie zusammengehangen, sondern mit seiner damaligen Hoffnung, dass die Deflation die Lohnrigidität brechen werde.

Im industriellen Sektor erhöhte sich die Produktivität sehr stark durch Übergang zur Massenproduktion Fordismus und durch neue Managementmethoden z. In den Goldenen er Jahren vornehmlich US aufgrund Zahlungsbilanzüberschuss als Gläubiger aus dem Ersten Weltkrieg kam es zu einer schnellen Expansion der Konsumgüter- und Investitionsgüterindustrie.

Da die Unternehmensgewinne deutlich schneller stiegen als die Löhne und Gehälter und gleichzeitig die Kreditkonditionen sehr günstig waren, bestand ein scheinbar günstiges Investitionsklima, das zu einer Überproduktion führte.

Ebenso wie in der Industrie hatte sich in der Landwirtschaft die Produktivität drastisch erhöht. Gründe hierfür waren der erhöhte Einsatz von Maschinen Traktoren etc. Dies führte dazu, dass bereits in den er Jahren die Preise für landwirtschaftliche Produkte kontinuierlich fielen. Dies habe die Wirtschaft krisenanfälliger gemacht.

Aufgrund dessen kann es kurzfristig zu einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage kommen, was sich negativ auf das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung auswirkt. Ein Ausgleich durch Lohnsenkungen war für Keynes eine zu riskante Lösung, da die Unternehmen in einer Wirtschaftskrise das ersparte Geld nicht investieren, sondern lieber liquide halten würden.

In diesem Fall würden Lohnsenkungen lediglich zu einer Reduzierung der Nachfrage führen. Zur Wiederherstellung des Equilibriums zwischen Angebot und Nachfrage empfahl er stattdessen eine entsprechende Ausweitung der Geldmenge.

Die Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes erklärte die Länge und Schwere der Depression damit, dass Investitionsentscheidungen nicht nur von den Kosten der Finanzierung Zinssatz , sondern auch von positiven Geschäftserwartungen abhängig sind. Demnach kann eine Situation eintreten, in der die Unternehmer so pessimistisch sind, dass sie auch bei extrem niedrigen Zinsen nicht investieren Investitionsfalle.

Die Unternehmen würden also nur so viele Mitarbeiter beschäftigen, wie zur Produktion der voraussichtlich absetzbaren Gütermenge benötigt werden. Entgegen neoklassischer Theorien kann sich ein Marktgleichgewicht somit auch unterhalb des Vollbeschäftigungsniveaus einpendeln Gleichgewicht bei Unterbeschäftigung.

Dies ist die keynesianische Erklärung für die nach Ende der von bis andauernden Rezessionsphase bis zum Ende der er Jahre nur langsam sinkende Arbeitslosigkeit. Eine Deflation ist laut Keynes deshalb besonders schädlich, weil Konsumenten und Unternehmen aufgrund der Beobachtung sinkender Löhne und Preise davon ausgingen, dass die Löhne und Preise noch weiter sinken würden.

Dies führte dazu, dass Konsum und Investitionen zurückgestellt würden. Normalerweise hätten niedrige Zinsen ein Investitionssignal gesetzt. Da die Menschen jedoch erwarteten, dass sich aufgrund sinkender Löhne und Profite die reale Schuldenlast mit der Zeit erhöht, verzichteten sie auf Konsum bzw.

Keynes hatte genau wie Friedrich August von Hayek eine Wirtschaftskrise vorhergesehen. Hayek hatte allerdings auf Basis der Theorie der Österreichischen Schule die er Jahre als eine Kredit- Inflationsperiode angesehen. Die theoretisch begründete Erwartung war, dass aufgrund der gestiegenen Produktionseffizienz die Preise hätten fallen müssen. Folglich befürwortete Hayek eine kontraktive Geldpolitik der US-Notenbank, um eine milde Deflation und Rezession zu initiieren, die die Gleichgewichtspreise wiederherstellen sollte.

Er erklärte, dass eine längere Hochzinsphase zu einer Depression führen könne. Die Spekulationsblasen an der Wall Street würden nur eine generelle Tendenz zur Unterinvestition der Unternehmen verdecken. In den er Jahren wurde der Monetarismus zum vorherrschenden Erklärungsmuster. Wie schon John Maynard Keynes führt der Monetarismus die Weltwirtschaftskrise auf die restriktive Politik der Zentralbanken und damit auf eine falsche Geldpolitik zurück.

Anders als Keynesianer halten sie Geldpolitik daher für ausreichend und lehnen ein deficit spending ab. Schwartz , welche der Federal Reserve die Schuld daran gibt, dass die Depression so tief und lang war.

Zu den Fehlern gehörte, dass die FED. Während einer Depression soll die Zentralbank das Bankensystem mit Liquidität versorgen und die Regierung soll Steuern senken und Ausgaben erhöhen, um die nominale Geldmenge und die gesamtwirtschaftliche Nachfrage vor dem Kollaps zu bewahren.

Einer verbreiteten Ansicht zufolge wirkte es sich katastrophal aus, dass einige Entscheidungsträger der Fed von der Liquidationsthese beeinflusst waren. Mellon had only one formula: High costs of living and high living will come down.

People will work harder, live a more moral life. Values will be adjusted, and enterprising people will pick up the wrecks from less competent people. Herr Mellon sagte immer wieder: Das wird die Fäulnis aus dem System spülen. Hohe Lebenshaltungskosten und ein hoher Lebensstandard werden sich anpassen.

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