Steuerpsychologie und Steuerpolitik


Andererseits denken mehr als neun von zehn Deutschen, der Staat gehe nicht verantwortlich, sondern verschwenderisch mit den Steuereinnahmen um. Die Erkenntnisse der Behavioral Economics sind auch für steuerrelevante Entscheidungsprozesse, die durch Unsicherheit und beschränkte Information charakterisiert sind, von Bedeutung. Das Menschenbild in der allgemeinen Steuerlehre wird nach wie vor vom neoklassischen ökonomischen Modell bestimmt und sieht den Steuerzahler als rationalen Nutzenmaximierer, ausgestattet mit vollständiger Information vgl. Signifikante Stimuli kann der Kunde dem Produkt, wie es sich im Supermarktregal präsentiert, selbst entnehmen, während symbolische Stimuli produktbezogene Aussagen, Begriffe und Bilder vom Verkäufer bzw.

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Während die Angst vor Strafe vor allem bei jüngeren Befragten ausgeprägt ist, geben ältere Menschen und solche mit Abitur oder akademischer Ausbildung überdurchschnittlich oft moralische Gründe an. Viele Bürger haben nach eigener Aussage gar keine Gelegenheit zur Steuerhinterziehung; andere ziehen legale Möglichkeiten zum Steuersparen vor. Aufwand 10,6 18,8 23,2 Was Was spricht spricht am am ehesten gegen gegen Steuerhinterziehung? Bei Untersuchungen mit funktioneller Magnetresonanztomographie weisen Menschen bei der Bewertung von Zwangsabgaben an wohltätige Organisationen die gleichen neuronalen Aktivitäten auf wie bei der Freude über eigene finanzielle Gewinne oder dem Gefühl, das beim freiwilligen Spenden für einen guten Zweck entsteht warm glow.

In allen Fällen scheint eine gemeinsame neuronale Währung für die Belohnung am Werk. Fraglich ist die Übertragbarkeit von Ergebnissen aus einer künstlichen Laborsituation in die Alltagsrealität für Zwangsabgaben und Spenden diente ein zuvor übereignetes Startkapital von US-Dollar sowie die Aussagekraft der Stichprobe aus 19 weiblichen Studenten Khamsi Fraglich bleibt auch, inwieweit Steuern gemeinhin als Abgaben für einen guten Zweck gelten.

Die Ergebnisse deuten jedoch an, dass nicht alle Bürger Steuern zwangsläufig als Strafreiz empfinden müssen und bei entsprechender Deliktgelegenheit mit geringem Strafrisiko ihre Steuern verkürzen; manche Menschen kommen ihren steuerlichen Pflichten freiwillig und bereitwillig nach vielleicht, weil in ihnen die finanzielle Unterstützung eines guten Zwecks positive Reaktionen auslöst.

Die Entscheidung über steuerehrliches Verhalten wird von der Steuermoral geprägt. Sie resultiert aus grundsätzlichen Einstellungen zum Steuersystem, aber auch aus sozialen und institutionellen Faktoren sowie dem subjektiven Rechtsbewusstsein.

Empirisch lässt sich eine Ambivalenz erkennen, zwischen grundsätzlich positiven Moralvorstellungen, die durch Unzufriedenheit mit der steuerlichen Realität oft konterkariert werden.

Gerechtigkeit Schmölders stellte fest, dass nur wenige Bürger über ihre steuerliche Belastung gut informiert waren, gleichzeitig aber viele die Steuern für ungerecht verteilt hielten Schmölders Überdies kritisierten viele Befragte ein Ungleichgewicht zwischen Steuern und staatlichen Gegenleistungen.

Diese Ergebnisse erwiesen sich in späteren steuerpsychologischen Studien der Forschungsstelle als relativ konstant vgl.

Ungerechtigkeit wird von Steuerzahlern auf unterschiedliche Weise wahrgenommen: So wird die Fairness bei der Verteilung der Steuerlast u. Viele Steuerpflichtige fordern darüber hinaus eine progressive Einkommensbesteuerung nach dem Prinzip der Leistungsfähigkeit: Zu den übrigen Befragungszeitpunkten glaubte die Mehrheit der Deutschen, dass ihr steuerlicher Beitrag die staatlichen Leistungen deutlich übertreffe.

Leistungen entsprechen den Steuern staatl. Leistungen sind geringer als Steuern Anm.: In diesem Zusammenhang spielt die Informationspolitik des Staates eine wichtige Rolle. Sie stellt die staatlichen Leistungen und dabei auch gezielte Leistungen für einzelne Berufsgruppen heraus.

Doch auch einer solchen Informationspolitik sind durch Wahrnehmungsbarrieren Grenzen gesetzt. Die subjektive Steuergerechtigkeit orientiert sich am horizontalen Vergleich mit anderen, der vertikalen Dimension des Leistungsfähigkeitsprinzips und der Äquivalenzgerechtigkeit, die sich in der Bewertung der staatlichen Gegen- Leistungen ausdrückt Sozialpsychologische Legitimation von Steuerwiderstand Entscheiden sich Bürger bewusst für Steuerwiderstand im Unterschied zu unabsichtlicher Noncompliance infolge versehentlicher falscher Angaben in der Steuererklärung, dann übertreten sie auch Gesetze.

Infolge dessen sehen sich diejenigen, die Steuern hinterziehen, vielleicht als Steuersünder, aber noch lange nicht als Kriminelle. Ein Beispiel dafür ist die Annahme, nahezu jeder Steuerpflichtige hinterziehe Steuern im Sinne eines Volkssports, und man schade letztlich nur sich selbst, wenn man als einziger ehrlich seine Steuern entrichte.

In der Neutralisationstheorie nennt man diese Technik Behauptung der Normalität. Die Ablehnung der Verantwortung hingegen spiegelt sich in der Einstellung wider, die Steuergesetze seien heutzutage so ungerecht,. Neutralisierungstechniken zur Steuerhinterziehung Fores Analysen zeigen aber, dass mit steigender Zustimmung zu diesen Einstellungsitems die Tendenz zum Steuerwiderstand wächst.

Auch wenn die Neutralisierungstechniken letztlich individuell angewendet werden oder auch nicht, etwa wenn Steuerpflichtige bereitwillig ihre Steuern zahlen , ist eine kollektive Komponente unbestreitbar, insbesondere, wenn es um die Behauptung der Normalität geht, also den Verweis darauf, alle würden das in Frage gestellte Verhalten Steuerwiderstand praktizieren. Um ein gesetzestreues Selbstbild aufrechterhalten zu können, neutralisieren viele Steuerbetrüger die Illegalität des Deliktes mit Hilfe stereotyper Rechtfertigungen Die kollektive Ebene: Die Steuermentalität Unter der Steuermentalität veraltet: Nach Schmölders stellt die Steuermentalität eine der wesentlichen Determinanten für die Ausprägung des Belastungsgefühls, der Steuermoral und der Steuerdisziplin dar.

Autoritäten generell sowie die hiermit in Zusammenhang stehende Beurteilung von Notwendigkeit und Leistungsfähigkeit des Staates vgl. In seiner empirischen Studie von stellte Schmölders fest, dass die Mehrheit der Deutschen mit dem Begriff Steuern relativ neutrale Assoziationen z. Die derzeitige Steuermentalität in Deutschland wirkt ambivalent.

Einerseits denkt die Mehrheit der Bevölkerung, dass der Staat hohe Steuereinnahmen benötigt vgl. Legitimiert wird dies vor allem mit der notwendigen staatlichen Unterstützung von Armen und Benachteiligten.

Andererseits denken mehr als neun von zehn Deutschen, der Staat gehe nicht verantwortlich, sondern verschwenderisch mit den Steuereinnahmen um. Die Mehrheit der Bürger sieht nicht, dass mit den Steuern Arme und Schwache unterstützt, sondern das im Gegenteil Reiche bevorteilt und Arme benachteiligt werden. Die Steuerzahler fühlen sich dem Staat gegenüber ausgeliefert, und fast zwei Drittel der Deutschen halten die Besteuerung für ungerecht.

Schmölders ging davon aus, dass die Steuermentalität mit vielen anderen Einstellungen, Meinungen und Vorurteilen verknüpft sei, und dass derartige Grundeinstellungen sehr tief verankert sind und sich nur langsam ändern Schmölders Einschlägige Einstellungsitems wurden in empirischen Studien der Forschungsstelle seit wiederholt eingesetzt, etwa die Ansicht, das Steuersystem führe dazu, dass derjenige am meisten herausholt, der sich am besten auskennt, dass in Deutschland durch die Steuern Reiche noch reicher und Arme noch ärmer werden oder dass Steuerehrlichkeit von niemandem honoriert werde.

Seit wird zusätzlich das Item Mit den Steuern muss der Staat vor allem Arme und Benachteiligte unterstützen erhoben. Mehr als drei Viertel der Bundesbürger denken, ehrliches Steuerzahlen werde von niemandem gebührend anerkannt, und mehr als vier Fünftel zeitweilig mehr als neun Zehntel der Deutschen sehen Reiche und Experten klar im Vorteil bzw. Zwischen den verschiedenen Befragungszeitpunkten gibt es leichte Auf- und Abwärtsbewegungen im Grad der Zustimmung, aber die Abweichungen übersteigen kaum zehn Prozent.

Diese machten sich auch in anderen Indikatoren der Studie z. Die Befragungsergebnisse des Jahres zeigen, dass eine Steuerreform, deren Auswirkungen in der Bevölkerung als spürbar gelten, zu einer Verbesserung der Steuermentalität beitragen kann. Diese These wird unterstützt durch einen Zeitvergleich der Äquivalenzgerechtigkeit zwischen und Subjektive Steuerbelastung und die Einstellung zur Gerechtigkeit der Besteuerung sind eng mit der Steuermentalität verknüpft dies entspricht nicht nur den Annahmen Schmölders, sondern wurde in der Vergangenheit durch steuerpsychologische Studien empirisch bestätigt.

Auch wenn die Befunde die These einer prinzipiell tiefen Verankerung und Konstanz der Steuermentalität nicht belegen können, bleibt die Feststellung,. Auf nationale Besonderheiten der Steuermentalität weist bereits eine ländervergleichende Studie der Forschungsstelle aus den 60er Jahren hin Beichelt et al.

Die merklichen Unterschiede wurden auf landesspezifische Gegebenheiten zurückgeführt. Diese revanchieren sich mit einer positiven Einstellung zu Staat und Finanzverwaltung Beichelt Italien hingegen ist bereits in den 60er Jahren durch ein negatives Verhältnis zum Staat geprägt sowie durch ein hohes Misstrauen gegenüber Behörden und deren Mitarbeitern; die starke Familienfixierung amoral familism gilt als wesentlicher Grund für politisches Desinteresse und gesellschaftlichen Skeptizismus Daviter Als weniger eindeutig erwies sich die Ausgestaltung der Steuermentalität in Frankreich.

Sehr unzufrieden war die französische Bevölkerung in den 60er Jahren aber mit der Praxis der Besteuerung: Auch die Einstellungen zum Staat fielen in Spanien deutlich besser aus als in anderen Ländern Biervert b: Im Zuge der Wirtschaftskrise in Griechenland wurde auch von dort eine weitverbreitete Geringschätzung der.

Dagegen wird Schweden oft als Paradebeispiel für ein Land mit hoher Steuermoral genannt, in dem die Bevölkerung die Steuerpflicht ernst nimmt nicht zuletzt aufgrund der hohen Wertschätzung für umfassende sozialstaatliche Gegenleistungen.

Dies könnte auf eine positive Steuermentalität der Schweden hindeuten. Allerdings ist auch in Schweden Steuerhinterziehung nicht unüblich Vogel Der US-amerikanische Linguist George Lakoff zeigt am Beispiel des Begriffes tax relief Steuererleichterung , der durch republikanische Politiker geprägt wurde, wie Besteuerung per se durch den gezielten Einsatz von Sprache einen grundsätzlich negativen Beigeschmack erhalten kann vgl.

Steuern werden plötzlich als ein Unheil dargestellt, als Verbrechen am geplagten Bürger, während diejenigen, die sich für Steuersenkung stark machen, in diesem Kontext als Helden und Erlöser gefeiert werden.

Freiheit und Unabhängigkeit sind in den USA land of the free, home of the brave, declaration of independence aus historischen Gründen von zentraler Bedeutung; die Unabhängigkeit, die sich der US-Bürger einst vom englischen Königreich erkämpft hat, will er nicht widerstandslos an die neue Zentralmacht in Washington abtreten.

Diese Einstellung zum Staat beeinflusst auch die Steuermentalität und wird von politischen Kräften für Steuersenkungskampagnen genutzt. Die Steuermentalität kann somit auch als Sozialisationsrahmen für Steuerpflichtige verstanden werden, als mentaler, sozialer und kultureller Hintergrund, der die prinzipiellen Einstellungen zur Besteuerung entscheidend prägt und sich somit indirekt auch auf Einstellungen und Verhalten der Bürger auswirkt, wenngleich diese von vielen weiteren Faktoren geprägt werden.

Der Umstand, dass sich die Steuermentalität in verschiedenen Staaten unterschiedlich präsentiert, lässt an eine nationale Spezifität denken. Die nationalen Besonderheiten weisen auf die Bedeutung gemeinsamer historischer Wurzeln und Erfahrungen hin, die die Steuermentalität prägen Erfahrungen mit dem Herrschaftssystem, mit Fremdherrschaft oder Abhängigkeitsverhältnissen, die über Ver- oder Misstrauen in Staat und Behörden entscheiden. Je tiefer verwurzelt das Vertrauen in die politischen Institutionen und den Staat, desto besser ist die Steuermentalität der Bürger.

Die Steuermentalität umfasst grundsätzliche Einstellungen zum Steuersystem, zur Steuerpflicht, Steuergerechtigkeit, Steuerehrlichkeit.

Sie ist eine der wesentlichen Determinanten des Belastungsgefühls, der Steuermoral und Steuerdisziplin. Wie die Steuermoral ist die Mentalität der Deutschen ambivalent: Die Mentalität ist oft länderspezifisch geprägt. Subjektivität und Rationalität beim Thema Steuern Während der Mainstream der Wirtschaftswissenschaften den Menschen nach wie vor als homo oeconomicus mit rationalem Verhalten behandelt, zeigen neuere wissenschaftliche Theorien sowie zahlreiche empirische Befunde, dass sich Steuerbürger in vielen Fällen nicht im klassischen Sinne rational verhalten, ja: Informationsgrad und Interesse sind gesellschaftlich nicht homogen verteilt, sondern stärker ausgeprägt bei älteren Menschen, Personen mit höherem Alter, höherem Einkommen, akademischer Ausbildung oder selbständiger Berufstätigkeit.

Doch selbst bei diesen vergleichsweise besser informierten und stärker involvierten Gruppen bleiben Kenntnisse und Interesse auf bescheidenem Niveau. Die Wahrnehmung der Steuerbeiträge hängt offensichtlich nicht nur von der tatsächlichen Höhe der Steuern ab, sondern auch von anderen Faktoren, wie etwa von der wahrgenommenen Gerechtigkeit: Obwohl nach gängiger Lehrmeinung einzig die absoluten Kosten ausschlaggebend sein sollten, werden die Einstellungen durch die Kontexteffekte beeinflusst ein Verhalten, das an die Bedeutung von Referenzpunkten prospect theory erinnert.

Ähnliches gilt für die Äquivalenzgerechtigkeit: Steuerpflichtige neigen verstärkt zur Kritik an den Steuern, wenn sie glauben, keine adäquate staatliche Gegenleistung zu erhalten. Sicherlich Bürger, die ausgesprochen gut über ihre steuerliche Situation informiert sind, über die entsprechenden Gesetze und ihre steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten und die der Steuerbehörde selbstbewusst entgegentreten, können sich vergleichsweise rational, strategisch und taktisch klug verhalten.

Doch unterliegen auch sie gewissen Restriktionen wie der Verlustaversion oder der selektiven Wahrnehmung. Zudem machen sie eine kleine Minderheit unter den Steuerpflichtigen aus. Konsequenzen für Steuerlehre und Steuerpolitik? Das Menschenbild in der allgemeinen Steuerlehre wird nach wie vor vom neoklassischen ökonomischen Modell bestimmt und sieht den Steuerzahler als rationalen Nutzenmaximierer, ausgestattet mit vollständiger Information vgl.

Allingham und Agnar Sandmo In einer viel beachteten theoretischen Analyse befassen sie sich mit der individuellen Entscheidung des Steuerzahlers ob und in welchem Umfang er Steuern hinterziehen wird und fassen diese formelhaft wie folgt zusammen: Allingham und Sandmo simplifizieren bewusst die reale Situation, reduzieren den Steuerzahler auf einen amoralischen homo oeconomicus und fokussieren auf den Faktor der Abschreckung, der in Form von Entdeckungswahrscheinlichkeit und Strafrisiko operationalisiert wird.

Dem rational denkenden und handelnden, nutzenmaximierenden Steuerpflichtigen steht nur eine Form des Steuerwiderstands zur Verfügung, nämlich Steuerhinterziehung in Form geringer deklarierten Einkommens. Steuern und Strafen verhalten sich proportional und die Steuerprüfungs- bzw. Aufdeckungsrate wird als Konstante behandelt, d. Allingham und Sandmo erhoben keinen Anspruch auf vollständige Klärung des Hinterziehungsproblems, sondern wollten lediglich erste Ansätze zu einer theoretischen und empirischen Forschung vorlegen.

Kritisiert wurde vor allem die Ausgrenzung moralischer und sozialer Faktoren. Die klassische Steuerlehre blieb von den empirischen Befunden weitgehend unbeeindruckt. Die Steuerlehre versorgt die rationale Steuerpolitik, wie sie derzeit praktiziert wird, mit einer Vielzahl von Informationen über Grundlagen, Prinzipien, Analysen und Instrumen-.

Zu den zentralen Merkmalen dieses modellierten Steuerpflichtigen gehören das rationale Verhalten, die ökonomische Nutzenmaximierung und vollständige Information. Die vorigen Kapitel liefern zahlreiche Belege dafür, dass diese Vorstellung mit der Realität nur wenig übereinstimmt, was in der Vergangenheit viel Kritik am neoklassischen Menschenbild ausgelöst hat. Dieser Kritik begegnen Anhänger des rational choice-modells mit dem Argument, es handele sich beim homo oeconomicus um ein Modell, einen Idealtypus, der nicht individuelles Verhalten abbilden, sondern gesellschaftliche Makrophänomene erklären solle z.

Es spiele keine Rolle, wenn der ein oder andere nicht rational handle auf der Aggregatebene agierten die Menschen, als seien sie optimale Nutzenmaximierer, oder wie es Gary S. Becker laut Stewart Indes bleiben Becker und die neoklassischen Ökonomen den Beleg dafür schuldig, dass jeder Zehnte oder auch nur jeder Hundertste ein Nutzenoptimierer ist. Und auch aggregierte Märkte wirken wenig rational in ihren Phasen voll irrationaler Überschwänglichkeit, Angst oder Panik Etzioni In der Realität verfügen Steuerpflichtige nicht einmal annähernd über vollständige Information, geschweige denn über die kognitiven Fähigkeiten, diese vollständigen Informationen in adäquater Weise aufzunehmen und korrekt zu verarbeiten, um damit zu Entscheidungen zu gelangen, die ihren Nutzen in optimaler Weise maximieren.

Weder auf der individuellen noch auf einer aggregierten Ebene lässt sich eine derartige Annahme vollständiger Information ernsthaft aufrechterhalten. Wenn sich eine rationale Steuerpolitik mit Themen wie Steuervereinfachung oder Steuergerechtigkeit auseinandersetzt, dann konzentriert sie sich auf die Makroebene, d.

Sie kümmert sich um die notwendigen, nicht aber um die hinreichenden Voraussetzungen. Rationale Steuerpolitik fördert die Bildung und Existenz von Stereotypen. Die rationale Steuerpolitik kennt lediglich zwei Arten von Steuerpflichtigen: Steuerverkürzung stellt ein Delikt dar und wird somit als kriminelles Verhalten angesehen.

Auch wenn Finanzämter heutzutage nach einem Imagewandel streben, mit der Veränderung von Öffnungszeiten, Mitarbeiterschulungen oder Besucherbefragungen das Bild der Finanzverwaltung ist in der Öffentlichkeit immer noch überwiegend negativ. Mitarbeiter der Finanzbehörden werden nur selten als hilfreich in diesem Dickicht wahrgenommen, sondern gelten nach wie vor eher als Erfüllungsgehilfen des Gegners, des Finanzamtes, das unbarmherzig mit der ganzen Macht des Gesetzes zuschlägt, wenn man einen Fehler macht.

Steuerpflichtige, die ihre Steuern mit dem Vorsatz ehrlicher Auskunftsbereitschaft deklarieren wollen, werden systematisch überfordert und verunsichert. Steuerreformen, die zwar mittlerweile im jährlichen Rhythmus verabschiedet werden, aber in der Regel die Komplexität kaum reduzieren, sondern oft noch zusätzlich erhöhen und die Intransparenz verschärfen, bewirken vor allem, dass das ohnehin weit verbreitete Desinteresse gegenüber steuerlichen Belangen zunimmt bei den Bürgern, die befürchten, ohnehin nicht mehr zu verstehen, was in diesem für sie wichtigen Bereich vor sich geht.

Zumindest der gefühlte Grad an Fiskalillusion wird auf diese Weise verstärkt und nährt bei vielen den Verdacht, dass es sich um eine absichtliche Verschleierung handelt. Das zunehmende Misstrauen wiederum zerstört jeglichen Eindruck von Rationalität in der Steuerpolitik und fördert die Subjektivität in der Wahrnehmung. Untersucht man Steuerlehre und Steuerpolitik nach einem diesbezüglichen Problembewusstsein oder gar Lösungsstrategien, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, als würden derartige, sehr reale Entwicklungen von der rationalen Steuerpolitik gänzlich ignoriert.

Dabei führen Verunsicherung, Desinteresse, Subjektivität und Irrationalität dazu, dass letztlich viele Ansatzpunkte von Steuerlehre und Steuerpolitik in der Umsetzung völlig oder zu einem hohen Anteil scheitern. Ziele können noch so gut definiert, Instrumente noch so präzise kalibriert sein wenn der menschliche Faktor aus der Planung und Konzeption ausgeschlossen wird, kann die Umsetzung der Politik völlig am Ziel vorbei gehen. Steuermentalität und Steuermoral werden von den Einstellungen zum Steuersystem, zur Steuerpflicht, Steuergerechtigkeit etc.

Wenn die Bürger der Steuerpolitik nicht mehr vertrauen können, reagieren sie anfangs mit Kritik, später mit Frustration und Abwendung. Selbst diejenigen, die zunächst eine hohe Steuermoral aufweisen, ziehen sich von der Steuerpflicht zurück, wenn sie glauben, dass Steuergesetze ungerecht sind und Grundsätze wie Gleichheit oder Leistungsfähigkeit ausgehebelt werden.

Die Folge ist eine Verschlechterung der Steuermoral. Die mittelund langfristigen Folgen werden seit geraumer Zeit immer wieder diskutiert: Parteienund Politikverdrossenheit, Moralverfall und Zunahme von Wirtschaftskriminalität. Allerdings geht die Diskussion nur allzu oft über die Entstehung dieser Phänomene hinweg. Die negativen Folgen einer verfehlten Steuerpolitik Intransparenz, Unverständlichkeit und Ungerechtigkeit in den Gesetzen, Überforderungen der Steuerpflichtigen etc.

Die Kluft zwischen Steuerlehre und rationaler Steuerpolitik einerseits und Erkenntnissen aus den empirischen Befunden zu den Eigenschaften, Einstellungen und Verhaltensweisen der Steuerpflichtigen andererseits zeigt, dass es nicht einer neuen Steuerreform bedarf, sondern vielmehr einer Reform von Steuerlehre und Steuerpolitik, hin zur Entwicklung einer weniger rationalen als mehr realistischen Steuerpolitik, in der die Steuerlehre sich nicht nur mit der mathematischen Konstruktion von Tarifen, sondern auch mit menschlichen Fähigkeiten, psychologischen und sozialen Realitäten beschäftigt, nicht zuletzt deshalb, damit sie ihre eigenen Zielvorstellungen auch effizient umsetzen kann; das ist nämlich kaum möglich ohne Kenntnis oder bei bewusster Ignoranz tatsächlicher menschlicher Restriktionen und Verhaltensweisen.

Eine realistische Steuerpolitik muss auf einem speziellen Modell zur Entscheidung über Compliance aufbauen, das die steuerlich relevanten Stimuli erkennt, das berücksichtigt, was die Steuerpflichtigen wirklich wahrnehmen und wie sie ihre Informationen kognitiv verarbeiten, um zu einer Entscheidung zu kommen.

Traditionelle ökonomische Ansätze, auch zur Steuerpolitik, fokussieren auf einen rationalen, vollständig informierten homo oeconomicus, der in der Realität nicht existiert.

Die simple Dichotomisierung zwischen ehrlichen und unehrlichen Steuerzahlern eignet sich nicht für eine gründliche Analyse des Verhaltens von Steuerpflichtigen.

Benötigt wird eine realistische und praxistaugliche Steuerlehre, die sich nicht darauf beschränkt, was sich formelhaft ausdrücken lässt, sondern die die realen Sachverhalte erfasst, systematisch analysiert, beschreibt und erklärt.

Auch dort, wo vorgelagerte Fragestellungen zu den Gründen und Motiven von Steuerdelikten untersucht werden, etwa zur Wahrnehmung und Bewertung der Steuern, des Berufs oder der Steuermoral, dient vielen empirischen Studien die Frage nach der Hinterziehung als abhängige Variable, weil sich Einstellungen und Verhalten des Zensiten in der Entscheidung zwischen Compliance und Hinterziehung in ihrer trennschärfsten Form widerspiegeln.

Informationsverhalten, Gedankenaustausch mit Kollegen oder Freunden, die Sozialstruktur oder grundlegende moralische Einstellungen gelten als mehr oder weniger wichtige Faktoren, die Steuerpflichtige beeinflussen und sich gegebenfalls auf die subjektive Bewertung der Steuern auswirken eine handlungsrelevante Entscheidung hingegen fällt nur hinsichtlich der Frage, ob man den steuerlichen Pflichten vollständig und bereitwilllig nachkommt oder ob man versucht, sich der Besteuerung zu entziehen.

Obwohl in den meisten Fällen die Entscheidung zwischen Compliance und Noncompliance in dichotomer Form operationalisiert wird, oft auch aus technischen Gründen, umfasst sie mehr als diese beiden extremen Pole. Ähnlich verhält es sich mit Noncompliance. Die Abstufungen, die sich bei näherer Betrachtung der zunächst als klar und eindeutig erscheinenden Dichotomie zwischen Steuerehrlichen und unehrlichen ergeben, werden in einem späteren Kapitel eingehend analysiert vgl. Die Wahl zwischen Steuerehrlichkeit und Steuerhinterziehung stellt eine spezifische Entscheidungssituation dar, die sich nur wenig mit anderen Situationen vergleichen lässt.

Dies liegt vor allem an den vergleichsweise vielen und unterschiedlichen Dimensionen,. Da es für den Steuerpflichtigen vor allem um den Gewinn bzw. Die Wege, die zum Gewinn oder Erhalt der Steuerbeträge beschritten werden, führen oft über die Grenzen der Legalität hinaus, wodurch rechtliche Aspekte eine Verhaltensrelevanz gewinnen.

Das Zahlen von Steuern weist zudem eine soziale Komponente auf; auch wenn die soziale Norm des Steuerzahlens über die Jahre hinweg einem Wandel unterliegt, ist sie bislang nie vollends verschwunden. Gerade die gegenwärtige wirtschaftliche Krise verleiht Diskussionen um Steuermoral, steuerpolitische Umverteilung oder das Leistungsfähigkeitsprinzip wieder neuen Auftrieb.

Steuerpflichtige, die bewusst zwischen ehrlichem und unehrlichem Verhalten bei der Erklärung ihrer steuerlich relevanten Angaben abwägen, stehen vor einer Reihe von Einzelentscheidungen, die auf verschiedenen Ebenen stattfinden und gegebenenfalls zu unterschiedlichen bzw.

Wie verhält sich der Steuerbeitrag zum Einkommen? Lohnt sich eine Steuerverkürzung überhaupt unter finanziellen Gesichtspunkten? Welches Verhalten ist legal und welches ist illegal? Wie sehen die Konsequenzen des illegalen Verhaltens aus?

Welche sozialen Folgen könnte eine Aufdeckung der Steuerhinterziehung nach sich ziehen? Wie lässt sich ein Steuerdelikt mit dem Selbstbild und der Reputation vor anderen verbinden?

Welches Risiko ist man bereit, bei einem Hinterziehungsversuch einzugehen? Von einer derartigen Situation kann zumindest im Falle der Steuerpflichtigen indes keine Rede sein. Im Gegenzug enthalten unehrliche Steuerpflichtige dem Finanzamt relevante Informationen über ihre Einkünfte vor oder machen unzutreffende Aussagen über steuerliche Abzugsmöglichkeiten; die Behörde ist nur bedingt in der Lage, die Richtigkeit der übermittelten Informationen zu überprüfen.

Verfügen einige Marktteilnehmer über mehr Informationen als andere, spricht man in der Mikroökonomik von asymmetrischer Information z. Während die Informationsasymmetrie in der Regel ein konstantes Ungleichgewicht beschreibt, bei dem einige Marktakteure dauerhaft über mehr Informationen verfügen als die Gegenseite, liegt im Fallei der Besteuerung eine Art bilateraler Informationsasymmetrie vor, bei der beide Akteure der Gegenseite Informationen vorenthalten können. Die Erkenntnisse über ungleiche Informationssituationen, die in den meisten Fällen aus Untersuchungen zum Verhältnis zwischen Verkäufer und Käufer, Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder Manager und Eigentümer eines Unternehmens stammen, lassen sich zum Teil auf die Beziehung zwischen Finanzbehörde und Steuerpflichtigen übertragen.

Bürger können versuchen, die Informationsasymmetrie auszugleichen, doch die Beschaffung von Informationen ist mit Transaktions- Kosten verbunden Frambach Produzenten können ein Eigeninteresse daran haben, dem Käufer gegenüber Informationen zu verschweigen, z.

Mängel an einem Gebrauchtwagen. Aus der Versicherungswirtschaft stammt der Begriff moral hazard für eine Neigung, whereby people expend less effort protecting those goods that are insured against theft or damage Frank Moral hazard lässt sich u.

Beide Verhaltensweisen werden auch von Finanzbehörden und Steuerpflichtigen verwendet: Verstecktes Handeln tritt dort auf, wo ein Akteur die Tätigkeit des anderen nicht unmittelbar beobachten bzw. Die Finanzbehörde kann das legale oder illegale Verhalten des Steuerpflichtigen nicht beobachten, der wiederum keine Kenntnis über die Prüfung seiner Dokumente auf Seiten der Behörde hat.

Versteckte Informationen werden aus opportunistischen Motiven verschwiegen oder verzerrt weitergegeben. Auch Finanzbehörden profitieren vom Verschweigen von Informationen, vor allem durch die Verunsicherung der Steuerpflichtigen.

So stellt die Unwägbarkeit der Entdeckungswahrscheinlichkeit für die meisten Bürger eine ernste Bedrohung dar.

Da die Eintrittswahrscheinlichkeit von Ereignissen, die subjektiv als relativ sicher eingeschätzt bzw. Auf der anderen Seite können Steuerzahler mit Hinterziehungspotenzial einen Informationsvorsprung ausnutzen z. Bei der Wahl zwischen Compliance und Steuerbetrug handelt es sich folglich um eine Entscheidung unter Unsicherheit, denn der Steuerpflichtige hat in der Regel keine belastbaren Informationen über Entdeckungswahrscheinlichkeit und Strafhöhe wie auch ihrerseits die Steuerbehörde unsicher ist hinsichtlich der Aufrichtigkeit der Angaben in der Steuererklärung.

Genau genommen befindet sich der Bürger im Zustand der Ungewissheit, da über die relevanten Parameter keine verlässlichen Informationen vorliegen; selbst bei Lotterien oder beim Roulette ist die Verfügbarkeit von Informationen über Eintrittswahrscheinlichkeiten als höher zu bewerten. Die Wirtschaftswissenschaften versuchen, das Problem der Unsicherheit mit der Einschätzung von Risiken unter Zuhilfenahme geschätzter Eintrittswahrscheinlichkeiten zukünftiger Ereignisse zu lösen. Dabei unterscheidet man Risikosituationen, in denen die Eintrittswahrscheinlichkeiten bekannt sind, von Unsicherheit, bei der keinerlei Information über die Eintrittswahrscheinlichkeiten vorliegt Frambach Die Entscheidung über das steuerliche Verhalten ist somit aufgrund der zahlreichen relevanten Dimensionen von einer hohen Komplexität bei ebenfalls hoher Unsicherheit infolge des erheblichen Informationsdefizits geprägt.

Der These der begrenzten Rationalität zufolge greifen Menschen in solchen Situationen verstärkt auf Heuristiken zurück, mit denen sie vielleicht nicht zu einem optimalen, aber zufriedenstellenden Ergebnis kommen. Dies geschieht vor allem deshalb, weil Menschen nur über begrenzte kognitive Kapazitäten verfügen und laut prospect theory oftmals Entscheidungen treffen, die nicht mit den Annahmen der rational choice-modelle in Einklang stehen vgl. Doch gerade dann, wenn die Transaktionskosten von Informationen sehr hoch und die kognitiven Verarbeitungskapazitäten begrenzt sind, würde eine Entscheidung auf der Grundlage vollständiger Information, wie sie in manchen simplen ökonomischen Modellen angenommen wird, geradezu irrational Frank Steuerliche Entscheidungen werden in einem hochkomplexen, multidimensionalen Umfeld getroffen, in der Regel auf geringem Informationsniveau, unter Ungewissheit und wenig rational.

Kognitive Restriktionen sind verantwortlich für begrenzte Kapazitäten bei Aufnahme, Verarbeitung und Speicherung von Informationen. Emotionale Restriktionen zeichnen sich durch Emotionen und Motive aus, die in den Entscheidungsprozess eingreifen und ihn beeinflussen. Soziale Restriktionen resultieren aus der Abhängigkeit des Individuums von seiner Umwelt.

Aufnahme und Verarbeitung von Informationen werden auch durch soziale Einflüsse geprägt. Nach Ansicht von Kroeber-Riel und Weinberg resultiert die stärkste Einschränkung des Entscheidungsprozesses aus der Kapazität und Motivation, Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten. Die problematischen Folgen der Implikationen sind ihnen durchaus bewusst: Die Einsichten haben erhebliche praktische Bedeutung, weil sie Leitbilder über das menschliche Verhalten in Frage stellen, die die Politik, insbesondere die Verbraucherpolitik, lenken.

Nach den in der Politik bevorzugten Leitbildern erscheint der Mensch Konsument als ein informationsverarbeitendes System, dessen Effizienz ohne weiteres dadurch gesteigert werden kann, dass man ihm mehr und bessere Informationen liefert und durch Erziehung und Aufklärung bessere Informationsverarbeitungsprogramme verpasst. Auch wirtschaftliche Entscheidungssituationen unterliegen kognitiven Restriktionen, sowohl bei der Wahrnehmung und Verarbeitung von Informationen als auch bei der Entscheidungsfindung selbst Rossbach Restriktionen und Heuristiken fallen je nach Phase Informationswahrnehmung, -verarbeitung oder Entscheidungsfindung unterschiedlich aus.

Informationswahrnehmung Menschen neigen bei der Wahrnehmung von Informationen dazu, sich aus der Vielfalt verfügbarer Informationen vor allem diejenigen auszuwählen, die der eigenen Meinung entsprechen, während konträre Meinungen ignoriert oder verdrängt werden ein Phänomen, das unter dem Begriff selektive Wahrnehmung bekannt ist. Informationen mit einem hohen subjektiven Verfügbarkeitsgrad werden überbewertet: Dies gilt auch für Fälle von Steuerhinterziehung.

Steuerehrlichkeit ist das vorherrschende Verhalten unter Steuerpflichtigen, doch Steuerdelikte sind gerade wenn es um hohe Beträge und Prominente geht in der Wahrnehmung viel spektakulärer. Dies wirkt sich auch auf die weit verbreitete Ansicht aus, nahezu jedermann betreibe Steuerhinterziehung, so dass man schon von einem Volkssport reden könne. Stellt sich die adaptierte Meinung als falsch heraus, kann man sich immer noch auf Experten oder die Mehrheit berufen vgl.

Herdenverhalten, Kap , S. Informationsverarbeitung Auch bei der Verarbeitung umfangreicher und komplexer Informationen machen sich kognitive Restriktionen bemerkbar und heuristische Methoden zu ihrer Überwindung. Dazu zählt die Vereinfachung von Sachverhalten, durch die Informationen, die zunächst weniger wichtig erscheinen, vernachlässigt werden, was sich allerdings mittel- oder langfristig negativ auswirken kann.

Vermutlich ist es vor allem einer Kombination von selektiver Wahrnehmung und Vereinfachungsheuristiken geschuldet, dass die meisten Menschen bei der Einschätzung ihrer Steuern nicht zwischen Einkommensteuern und Sozialversicherungsbeiträgen unterscheiden Fores Zwar sind die entsprechenden Angaben auf der Gehaltsabrechnung getrennt ausgewiesen, doch scheint der Unterschied zwischen Brutto- und Nettolohn für viele eine derart herausragende Bedeutung zu haben, dass am Ende alle verschiedenen Gehaltsabzüge kognitiv einer einzigen mentalen Kategorie namens Steuern zugeordnet werden.

Die erschreckende Auswirkung von Ankereffekten, wenn die Anpassung ausbleibt oder unzureichend ist, demonstrierten Tversky und Kahneman mit einem Experiment Die für die Frage an sich völlig unerhebliche Zahl hatte einen merklichen Effekt auf die Schätzwerte:. Entscheidungsfindung Heuristiken übernehmen auch auf der Entscheidungsebene selbst eine wichtige Rolle und dienen der Vereinfachung komplexer Prozesse von Bewertungen und Abwägungen.

Ein bekanntes Beispiel verdeutlicht die Repräsentativitätsheuristik: Ein junges Pärchen möchte gerne sechs Kinder bekommen. Ähnlich ist es im Fall des Casinobesuchers, der beim Roulette beobachtet, dass die Kugel fünfmal hintereinander auf einem schwarzen Feld landet und dann auf Rot setzt, weil er denkt, dass nach dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit nicht schon wieder Schwarz kommen kann.

Doch wie im Fall der Geburten ist auch bei der Roulettekugel die Ausgangswahrscheinlichkeit bei jedem neuen Ereignis wieder gleich, und wird nicht durch die Ausgänge voriger Ereignisse beeinflusst. Ob ein Steuerpflichtiger im fünften Jahr in Folge ehrlich bleibt oder stets falsche Angaben bei der Steuererklärung getätigt hat, beeinflusst in keiner Weise sein Entdeckungsrisiko im sechsten Jahr.

Bei vielen Steuerpflichtigen reicht z. Bei der konjunktiven Regel werden gleichzeitig mehrere Eigenschaften zur Beurteilung der Alternativen herangezogen. Bestehen mehrere Alternativen diesen Test, so können weitere Eigenschaften oder zusätzliche Entscheidungsregeln verwendet werden. Kürzer und schneller verläuft das Auswahlverfahren der disjunktiven Heuristik, bei der eine Alternative bereits dann selektiert wird, wenn sie unter mehreren wichtigen Merkmalen mindestens einen hervorragenden Wert aufweist, unabhängig vom Abschneiden bei den anderen Werten Kroeber-Riel Bei der sequenziellen Elimination werden für jede relevante Eigenschaft Minimalniveaus definiert.

Zunächst werden alle Alternativen, die der Minimalanforderung einer Eigenschaft nicht entsprechen, aussortiert. Die restlichen Alternativen werden dann in gleicher Weise anhand des nächsten Merkmals selektiert etc. Weitere Anomalien wie Dispositionseffekte, sunk-cost- Effekte und regret avoidance lassen sich als Neigung zusammenfassen, auf drohende Verluste oder Fehlentscheidungen nicht in angemessener Form zu reagieren, sondern sie zum eigenen Nachteil auszusitzen.

Altruismus kognitive Faulheit 3 Mangel an Fähigkeiten zu rationalem Handeln begrenzte Informationskapazität begrenzte Verarbeitungs- und Anpassungsgeschwindigkeit Anwendung vereinfachender Heuristiken kognitive Fehler Anomalien Kurzsichtigkeit myopischer Effekt 4 Quasi-automatisches Handeln simple Konditionierungseffekte eingefahrene und dominante Reaktionen eingeschliffene Gewohnheiten 5 Diffusion und Verlagerung von Handlungszielen Ziele ändern sich beim Handlungsablauf Ziele werden unklar, konfliktär Fixierung auf Teilziele 6 Affektiv-emotionale Zustände positive Emotionen z.

Sympathie negative Emotionen z. Die Erkenntnisse der Behavioral Economics sind auch für steuerrelevante Entscheidungsprozesse, die durch Unsicherheit und beschränkte Information charakterisiert sind, von Bedeutung. Dies gilt umso mehr, als dass sich Steuerpflichtige sehr schlecht über Steuern informiert fühlen und der Kenntnisstand zum Steuersystem als relativ gering einzuschätzen ist. Die Prüfungs- und Entdeckungswahrscheinlichkeit wird von vielen überschätzt; die Bedeutung von Referenzgruppen für die Einschätzung der Entdeckungswahrscheinlichkeit ist empirisch belegt Lewis Es mangelt nicht an Beispielen für die Existenz von Anomalien der Informationswahrnehmung, -verarbeitung und Entscheidung bei den Steuerbürgern.

Das ökonomische Standardmodell, das sich zur Er-. Wenn überhaupt, sind rationale Abwägungen nur ein Faktor unter vielen anderen. Kognitive, emotionale und soziale Restriktionen führen dazu, dass auch in steuerlichen Entscheidungen Heuristiken zum Einsatz kommen, deren Resultate nicht optimal, aber zufriedenstellend ausfallen. Bei allen Unterschieden zwischen dem Verhalten von Käufern und Steuerpflichtigen lassen sich einige signifikante Parallelen erkennen: In beiden Fällen sind die Akteure einer hohen Komplexität und einer Vielzahl von relevanten Dimensionen ausgesetzt; die Informationen sind asymmetrisch verteilt und die Rationalität ist von eingeschränktem Nutzen und geringer Bedeutung für die Entscheidungsfindung.

Das Verhalten ist durch einen teils hohen, teils niedrigen Anteil kognitiver Prozesse geprägt. Vergleichbar sind auch Wahrnehmung und Informationsverarbeitung bei Konsumenten und Steuerpflichtigen, was im weiteren Verlauf noch ausführlicher belegt werden kann. Die Konsumpsychologie hat im Laufe ihrer Entwicklung einen hohen Grad an Systematik entwickelt und ist auch aufgrund ihrer Bedeutung für Marketing und Werbung empirisch anderen Disziplinen voraus.

Kein anderer Forschungszweig hat das Entscheidungsverhalten so gut erforscht; daher bieten die konsumpsychologischen Befunde wertvolle Anregungen für die Steuerpsychologie. Die Bedeutung, die das Involvement als Entscheidungsfaktor einnimmt, wird weiter unten ausführlich beschrieben vgl. Allgemein unterscheidet man zwischen starkem und schwachem Involvement: Starkes Involvement ruft eine hohe Aufmerksamkeit hervor, die zu intensiven kognitiven Prozessen führt; bei schwachem Involvement und geringer Aufmerksamkeit werden dagegen die Phasen der Kognition und Akzeptanz unterlaufen und eher emotionale Vorgänge angeregt; kognitive Vorgänge produzieren allenfalls nachträgliche Rechtfertigungen des Verhaltens Kroeber-Riel Steuerpflichtige mit geringem Involvement setzen sich wenig mit steuerlichen Dingen auseinander; ihre diesbezügliche Kompetenz ist gering, weil sie Informationen nur flüchtig wahrnehmen, langsam erlernen und schnell wieder vergessen.

Kognitive Auseinandersetzungen und ein explizites Abwägen des Für und Wider sind selten, so dass das Gesamturteil zu steuerlichen Fragen eher durch impulsive Bauchentscheidungen zustande kommt.

Bei hohem Involvement fühlen sich Steuerbürger viel stärker persönlich betroffen; sie bringen ihre Aufmerksam-. Ihre hohe Steuerkompetenz resultiert aus dem aktiven Erwerb von und der intensiven Beschäftigung mit steuerlichen Informationen. Entscheidungen basieren folglich deutlich häufiger auf einem bewussten Abwägen von Vor- und Nachteilen und einem Gesamturteil, das vor allem auf relevanten Faktoren basiert.

Wichtiger als die persönliche Ausrichtung ob wenig oder stark involviert ist im Endeffekt allerdings das situative Involvement: Steuerpflichtige mit geringem Involvement können sich durch ein ungewöhnliches Ereignis, das ihre Aufmerksamkeit erregt z. Vorsätzliche Steuerhinterziehung dürfte eher bewusst und kognitiv geprägt sein: Steuerehrlichkeit impliziert zwar einen gewissen bürokratischen Aufwand, erfordert aber weniger strategische und rechtliche Überlegungen als ein mit Entdeckungs- und Strafrisiko verbundenes Steuerdelikt.

Zwar kann die Motivation zur Steuerhinterziehung emotionale Wurzeln aufweisen, doch die Durchführung der Steuerhinterziehung will gut durchdacht sein, falls sie Anspruch auf Erfolg haben soll. Laut Reaktanztheorie begünstigt eine subjektiv hohe Entscheidungskompetenz eine starke Reaktion, und starkes Involvement ist in der Regel mit hoher Steuerkompetenz verbunden. Dies spricht dafür, dass starkes Involvement im Allgemeinen eher mit Steuerdelikten verbunden ist als schwaches Involvement; es handelt sich dabei indes allenfalls um eine notwendige, aber keineswegs hinreichende Bedingung, da starkes Involvement auch bei loyaler Compliance vorhanden sein kann.

Entscheidungen mit hoher kognitiver Kontrolle Extensive Entscheidungen entsprechen noch am ehesten dem wirtschaftswissenschaftlichen Mainstream, der die rationale Nutzenmaximierung auf der Grundlage vollständiger Information annimmt.

Die Entscheidungsprozesse laufen dann bei umfassender Informationsverarbeitung zu weiten Teilen bewusst ab, soweit die erwähnten Restriktionen dies zulassen vgl. Kap ; Kroeber-Riel Informationen werden zufällig, aber auch gezielt erhoben, aus eigenen Quellen, d. Für Konsumenten bedeutet dies vor allem Anbieterinformationen Werbung, Verpackung etc. Zudem ist eine emotionale Schubkraft für die kognitive Steuerung erforderlich.

Es kann als Regulativ fungieren, so dass in neuen, ungewohnten Situationen nicht auf vorprogrammierte oder prädisponierte Muster zurückgegriffen werden muss. Dennoch werden aufgrund der Restriktionen bei extensiven Entscheidungen oft kognitive Programme Auswahlregeln, Entscheidungsregeln, Heuristiken eingesetzt.

Die Produktauswahl wird durch Alternativen, Eliminationsregeln oder Limitationen bei der Entscheidung geleistet. Vergleichsweise aufwendig ist die Auswahl nach Alternativen aufgrund der gleichzeitigen Berücksichtigung und Verknüpfung von mehreren Produkteigenschaften und Produktalternativen.

Dabei wird typischerweise zunächst jede Alternative aufgrund verschiedener Eigenschaften beurteilt, bis am Ende die beste ausgewählt wird. Diese Methode erfordert vom Konsumenten, dass er sich das Ergebnis der Beurteilungen merkt, die Beurteilungen untereinander vergleicht, mit Preisen vergleicht usw.

Die Produktauswahl nach Alternativen entspricht dem klassischen ökonomischen Denken mit einer Kosten- Nutzen-Kalkulation. Einfacher ist dagegen die Anwendung von Eliminationsregeln, mit deren Hilfe so lange Alternativen nacheinander in sequenziellen Auswahlschritten ausgeschlossen werden, bis am Ende eine übrig bleibt.

Der Vorteil besteht in den geringeren kognitiven Anforderungen, da stets nur ordinale Vergleiche zu einem konstanten Kriterium ausgeführt werden und Zwischenergebnisse nicht detailliert gespeichert werden müssen.

Zudem kann das schrittweise Aussondern von Alternativen manchmal den subjektiven Fragestellungen bei der Produktauswahl besser gerecht werden als die rationale Kosten-Nutzen- Analyse Kroeber-Riel Zur Elimination werden die bekannten Heuristiken wie z.

Zusätzlich zum Einsatz von Heuristiken lässt sich die Auswahl dadurch vereinfachen und der erforderliche Zeitaufwand verkürzen Kroeber-Riel Ausgewählt wird anhand des Anspruchsniveaus; sobald eine Alternative die Anforderungern erfüllt, ist der Entscheidungsprozess beendet. Kognitive Prozesse spielen eine besondere Rolle für limitierte Entscheidungen. Hinsichtlich der Informationssuche konzentrieren sich Verbraucher zunächst auf interne Informationen, also auf eigene Erfahrungen, Markenkenntnis und Prädispositionen, die eine Auswahl aus dem evoked set ermöglichen sollen.

Reichen diese nicht aus, sucht der Konsument aktiv nach externen Informationen; da er aber bereits über weitreichende Erfahrungen und Kenntnisse verfügt, fokussiert er auf prägnante, entscheidungsrelevante Schlüsselinformationen.

Diese sollen bei der Entscheidungsfindung helfen, ohne dass viele Prüfprozesse zu bewältigen oder neue Regeln zu entwickeln sind. Entscheidungen mit geringer kognitiver Kontrolle Zu den Entscheidungen mit geringer kognitiver Kontrolle zählen impulsive und habituelle Entscheidungen. Zu habitualisierten oder habituellen Entscheidungen kommt es vor allem, wenn sich Verhaltensmuster bereits verfestigt haben oder man sogar von Verhaltensroutinen sprechen kann Kroeber-Riel Beibehalten von Entscheidungen, die sich in der Vergangenheit als erfolgreich bewährt haben Lernprozesse ; in der Folge werden vorgefertigte Entscheidungen in Handlungen umgesetzt.

Gelernt werden kann nicht nur aus eigenen Erfahrungen, sondern es können auch Konsummuster beobachtet und übernommen werden oder der Konsument kann sich an Empfehlungen orientieren. Habitualisierung kann auch durch Persönlichkeitsmerkmale verursacht werden, wenn der Hauptgrund für verfestigte Verhaltensmuster in der Vereinfachung der Lebensführung liegt. Ursachen können der Wunsch nach kognitiver Entlastung oder die Vertrautheit mit Produkten des täglichen Bedarfs sein.

Das Streben nach kognitiver Entlastung wird sich auch in einem geringen Involvement widerspiegeln, dass mit einem starken Engagement in anderen Lebensbereichen, z. Freizeit, korrelieren kann; dann wird das Involvement nicht nur veringert, sondern geradezu dau-.

Die Bedeutung kognitiver Prozesse für die habituelle Entscheidung ist gering; das Auswahlverfahren verläuft überwiegend reaktiv und der Zeitaufwand hält sich in Grenzen. In Kaufsituationen greift man vor allem dann zu habituellen Entscheidungen, wenn es um Güter des täglichen Bedarfs geht. Die Habitualisierung kann das Anspruchsniveau hinsichtlich des Verhaltens beeinflussen: Informationsbedarf und Informationsverarbeitung Entscheidungsprozess extensiv limitiert habitualisiert Informationsbedarf hoch mittel gering Informationsverarbeitung langsam mittel schnell Quelle: Die wiederholte Entscheidung nach bewährter Methode mindert das Risiko der Fehlentscheidung.

Studien zum Kaufverhalten zeigen, dass bei zunehmender Erfahrung mit dem Produkt der Bedarf nach Informationen und extensive Selektionsüberlegungen abnehmen. Habituelles Verhalten ist durch eine starke Produkt- und Markentreue gekennzeichnet. Impulskäufe kommen als ungeplante Käufe vor, wenn man sich in einer Kaufsituation in der Nähe des Kaffeeregals plötzlich erinnert, dass der eigene Kaffeevorrat zur Neige geht, auch wenn vorher keine Absicht bestand, Kaffee zu kaufen.

Im Unterschied zu diesen erinnerungsgesteuerten Impulskäufen sind geplante Impulskäufe zu sehen, wenn Konsumenten beispielsweise im Sommer- oder Winterschlussverkauf auf Schnäppchen-. Impulskäufe können zudem durch Überreden zustande kommen, etwa durch das Argumentationsverhalten des Verkäufers.

Zuweilen werden ein spontanes Handlungsbedürfnis, aber auch psychisches Ungleichgewicht, Erregung, starkes Involvement, motivationale Konflikte und eine schwache Antizipation der Konsequenzen mit Impulskäufen in Verbindung gebracht Kroeber-Riel und Weinberg Die emotionale Aufladung des Konsumenten kann direkt durch die stimulierenden Reize einer Situation erfolgen, sie kann aber auch das Ergebnis von motivationalen Vorgängen, insbesondere von Konflikten, sein.

Finden bei extensiven Entscheidungen noch umfangreiche Informationssuche und intensive, kognitiv aufwendige Entscheidungsprozesse statt, so können sich durch Lernprozesse und Erfahrung Beurteilungskriterien herauskristallisieren und es wird ein evoked set konstruiert, der die Auswahlmenge erheblich reduziert; am Ende der Entwicklung steht die routinierte habitualisierte Entscheidung, die nur noch wenig kognitive Steuerung erfordert vgl.

Damit ermöglichen sie die Nutzung traditioneller Totalmodelle zur Kaufentscheidung vgl. Allerdings existieren in der Realität nicht nur rationale, extensive oder limitierte Entscheidungen.

Zudem besitzen Menschen aufgrund kognitiver und psychischer Restriktionen gar nicht die Fähigkeiten zur rationalen Verarbeitung einer wahren Flut von Informationen, der sie häufig ausgesetzt sind. Affektive und reaktive Verfahren benötigen weniger Zeit als komplexe kognitive Entscheidungen, so dass impulsive und habituelle Auswahlverfahren sich in vielen Fällen als erheblich effizienter und ressourcenschonender erweisen gerade dann, wenn sie auf die Erfahrungen aus früheren extensiven Entscheidungen aufbauen können vgl.

Hinsichtlich der Kaufentscheidung kann man zwischen emotionalem und kognitivem Involvement unterscheiden vgl. Während extensive und limitierte Entscheidungen ein hohes kognitives In-. Zusammenhang zwischen Kaufverhalten und Involvement hoch impulsive Kaufentscheidung extensive Kaufentscheidung emotionales Involvement habitualisierte Kaufentscheidung limitierte Kaufentscheidung niedrig niedrig kognitives Involvement hoch Quelle: Der Einfluss der einzelnen Elemente steigt, je näher sie am Modellkern dem Kaufakt liegen.

Steuerlich relevante Entscheidungstypen Bei steuerlich relevanten Entscheidungen dürften alle aufgeführten Typen zum Einsatz kommen, je nach Charakter des Steuerpflichtigen, vor allem aber in Abhängigkeit von der jeweiligen Situation.

Es ist anzunehmen, dass sich die meisten Steuerpflichtigen bei ihren ersten Kontakten mit den Finanzbehörden extensiver Entscheidungsmethoden bedienen. Die Situation ist neu und ungewohnt, wird aber gleichzeitig aufgrund möglicher Konsequenzen als wichtig erachtet. Vor allem die Frage, ob die Einnahmen korrekt versteuert oder ob in irgendeiner Form Steuern verkürzt werden sollen, wird weitgehend bewusst angegangen, mit vergleichsweise hohem kognitiven Aufwand.

Bei extensiven Entscheidungen verfestigt sich das Anspruchsniveau erst im Laufe des Entscheidungsprozesses, d. Zu extensiven Entscheidungen kann es auch bei späteren Gelegenheiten kommen, wenn neue, ungewohnte und u. Mit der Zeit und mit zunehmender Erfahrung werden die aufwendigen extensiven Entscheidungen durch limitierte und dann zusehends habitualisierte Entscheidungen ersetzt, wobei im Bedarfsfall immer wieder auf extensive Methoden zurückgegriffen werden kann.

Schweden und Deutschland fördern die geografische Mobilität von Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit bedrohten Arbeitnehmern; sie bieten spezifische Unterstützung zur Mobilität und fordern eine höhere Bereitschaft der Arbeitslosen, in eine andere Region zu ziehen, um ei n e neue Arbeitsstelle a n zu nehmen.

Wir müssen auch bedenken, dass das Gefühl der Sicherheit häufig auch davon abhängt, wie leicht ei n e neue Arbeitsstelle z u f inden ist. A lungo termine, queste misure mirano ad aiutare i lavoratori a trovare e mant ene re un nuovo pos to d i lavoro. Mentoring nach der Wiedereingliederung: Um Probleme zu vermeiden, die sich an d e r neuen Arbeitsstelle e r ge ben können, und um den Arbeitskräften bei der Einarbeitung zu helfen, unterstützen Mentoren die Arbeitskräfte, die wieder eine Beschäftigung aufgenommen haben.

EUR geschaffen, um Arbeitssuchende dabei zu unterstützen, ei n e neue Arbeitsstelle z u f inden. Er soll spezielle Weiterbildungskurse finanzieren, den Arbeitnehmern helfen, ein eigenes Unternehmen zu gründen und sie mit vorläufigen Einkommenszuschlägen in Form von Mobilitätsbeihilfen, Beihilfen für die Arbeitsuche und Beihilfen für Weiterbildung oder Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt unterstützen.

Bekanntlich verlieren in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise Hundertausende ihre Arbeitsplätze, wobei es sich bei vielen um ältere Menschen handelt, die bei ihrer Suche nach e in e r neuen Arbeitsstelle s t ar k benachteiligt sind. Im Zuge der Investitionen sollen bis 10 bi s 2 0 neue Arbeitsstellen g e sc haffen werden.

Programm für neue Dienstleistungen u n d neue Arbeitsstellen eur-lex. Herr Präsident, das grundlegende politische Ziel der Europäischen Union ist die Erreichung eines hohen Grads an Energieeffizienz, da dies ein integrierender Bestandteil der übergeordneten Strategie zur Schaffung einer wettbewerbsfähigen, kohlenstoffarmen Wirtschaft ist, die die Geschäftstätigkeit stimuliert und zahlre ic h e neue Arbeitsstellen s c ha fft.

In Zeiten der wirtschaftlichen Krise müssen wir Reformen einleiten, um das Geschäftsumfeld zu verbessern, denn dies ist unsere beste Chance, die Wirtschaft ganz gezielt zu stimulieren und dad ur c h neue Arbeitsstellen z u s chaffen. Hierbei ist zu beachten, dass der Unterschied zwischen den vom EFRE und den vom ESF erzielten Wirkungsarten darin besteht, dass im Fall des EFRE die Beschäftigungseffekte im Wesentlichen die Schaffung oder die Erhaltung eines mit verschiedenen Personen besetzbaren Arbeitsplatzes betreffen, während im Fall des ESF die Beschäftigungseffekte im Wesentlichen die Erhaltung oder Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit von Einzelpersonen betreffen, indem ihnen dabei geholfen wird, ein bestimmtes Qualifikationsniveau aufrechtzuerhalten, oder ihre Chancen erhöht werden, den beruflichen Anforderungen potenzieller Arbeitgeber zu entsprechen und somit ei n e Arbeitsstelle z u f inden.

November über bestimmte Aspekte der Arbeitszeitgestaltung ist dahin auszulegen, dass der Bereitschaftsdienst, den ein Arzt in Form persönlicher Anwesenheit im Krankenhaus leistet, in vollem Umfang Arbeitszeit im Sinne dieser Richtlinie darstellt, auch wenn es dem Betroffenen in Zeiten, in denen er nicht in Anspruch genommen wird, gestattet ist, sich an se in e r Arbeitsstelle a u sz uruhen, so dass die Richtlinie der Regelung eines Mitgliedstaats entgegensteht, nach der Zeiten, in denen ein Arbeitnehmer während eines Bereitschaftsdienstes untätig ist, als Ruhezeit eingestuft werden.

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